So stellt sich die Politik auf

CDU und SPD - eSport Teil des Wahlprogramms

von Nicole Lange am 06.07.2017 um 11:43

Am 24. September stehen die Bundestagswahlen an. Die Parteien schicken ihre Wahlprogramme raus und vor allem die großen Partien versuchen jetzt, ihre Wähler zu mobilisieren. Dass es dabei um die Erschließung neuer Wählerschaften geht, ist spätestens seit den Programmen der SPD und CDU klar. Hier bekommen Videospiele und der eSport sogar einen eigenen Absatz.

eSport in der Politik so stellen sich die Parteien auf.
eSport in der Politik - so stellen sich die Parteien auf.
© kicker eSportZoomansicht

Das Wahlprogramm der SPD, welches am 25. Juni veröffentlich wurde, hatte bereits die Anmerkung: "eSport ist Teil der Jugendkultur". Des Weiteren heißt es: "Auch die Entwicklung innovativer und kulturell wertvoller Computer- und Videospiele wollen wir fördern, denn Computerspiele haben sich zu einem Kulturgut entwickelt."

eSport in Deutschland ist immer noch ein schwieriges Thema. Die Anerkennung zur echten Sportart ist umstritten. Diskussionen über Fördergelder und Nachwuchsförderung stehen daher immer noch hinten an. Anfang des Jahres hatte der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) die Politik in die Pflicht genommen und stellte einen Forderungskatalog mit zehn Maßnahmen zur Förderung der deutschen Games-Branche an die Politik zur Bundestagswahl 2017 auf.

Auch die Partei Die Linke hatte in ihrem Programm, zumindest in einem Teilsatz, noch Platz für das Thema Games: "Die Förderung des Films muss - wie die des Kulturguts Computer- und Videospiel - finanziell gestärkt werden."

Beim Thema eSport wird die CDU dagegen schon etwas deutlicher. Nachdem die SPD vorgelegt hatte, stellt die CDU in ihrem Rahmenprogramm fest: "Die Entwicklung des E-Sports begleiten wir positiv und sorgen für geeignete Rahmenbedingungen." Wie die Partei um Bundeskanzlerin Angela Merkel für die "geeigneten Rahmenbedingungen" sorgen will, steht nicht in dem Programm. Ebenso fehlt dieser Teil auch bei den Programmen der anderen genannten Parteien. Laut der CDU sollen Computerspiele aber generell "weiter gestärkt werden", da sie ein Kulturgut sind. Die Kategorisierung zum Kulturgut hatte bereits Jahre gedauert. Das eSport in den Wahlprogrammen genannt wird, zeigt zumindest im Ansatz, dass die Politik dieses Thema auf dem Schirm hat. Im Wahlprogramm von 2013 war dieser Punkt weder bei der CDU noch der SPD zu finden. Die Grünen nehmen in ihrem Wahlprogramm die Prüfung zu Sportart dagegen offiziell auf: "Wir wollen die Computerspielekultur in ihrer Vielfalt und als E-Sport weiter stärken und prüfen, inwiefern sie als Sportart anerkannt werden kann."

Was in den kommenden Jahren am Ende getan wird, bleibt abzuwarten. Die Forderung vom BIU, eSport als Sport anzuerkennen wäre vermutlich eine Herausforderung, die den Parteien im nächsten Jahr bevorsteht.

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