Deutscher Overwatch-Profi im Porträt

Overwatch League: So kam 'Kodak' zu Atlanta Reign

von Lars Becker am 22.03.2019 um 12:57

Deutsche Overwatch-Spieler sind wahrlich keine Exportschlager. Steven 'Kodak' Rosenberger hat es trotzdem in die Overwatch League (OWL) geschafft. Der 18-Jährige spielt seit der laufenden Saison bei Atlanta Reign und erzählt kicker eSport von seinem Wechsel und spricht über die Zukunft deutscher Spieler.

Dem deutschen Overwatch-Spieler Steven 'Kodak' Rosenberger ist der Sprung in die Overwatch League gelungen
Dem deutschen Overwatch-Spieler Steven 'Kodak' Rosenberger ist der Sprung in die Overwatch League gelungen.
© Blizzard/ Robert PaulZoomansicht

Steven Rosenberger lebt den Traum vieler junger aufstrebender eSportler. Mit gerade einmal 18 Jahren zog es den begabten Support-Spieler in die Vereinigten Staaten. Jetzt vertritt er gemeinsam mit acht weiteren Spielern den roten Phönix von Atlanta Reign, während Abertausende vor den Bildschirmen mitfiebern. Um genau das zu erreichen, geht er schon seit Jahren seinem Hobby nach: "Bevor ich angefangen habe Overwatch zu spielen, bin ich wie jeder andere zur Schule gegangen und habe nebenbei viele Videospiele gespielt", erinnert er sich. Overwatch sei der erste Titel, den er wirklich professionell angegangen sei. "Ich würde behaupten, dass ich CS:GO auf einem recht hohen Level gespielt habe", sagt er. Seiner Einschätzung nach fing er jedoch zu spät mit dem Ego-Shooter an, um an eine Karriere dort zu denken. "Dann habe ich mich entschieden, eine professionelle Karriere in Overwatch zu verfolgen." Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte.

Erfolgreiches Probespiel

Nach Engagements bei kleineren Organisationen folgte kürzlich der Wechsel in die pompöse Overwatch League, zu dem gerade erst gegründeten Franchise Atlanta Reign. "Man ist auf jeden Fall unglaublich glücklich, endlich die Chance zu bekommen, auf dem höchsten Level zu spielen." 'Kodak' bezeichnet seine Profession als "Traumberuf" und seinen Wechsel als "Bestätigung für jahrelange harte Arbeit". Der Kontakt zu Atlanta Reign sei durch den Player Development Coach Cas 'Casores' van Andel entstanden. "Ich wurde von ihm auf Discord angeschrieben", erzählt er. Die geforderten Kostproben seiner Fähigkeiten habe er ihm gleich zukommen lassen. Nachdem der Trainerstab seine Spiele analysierte, wurde er zu einem Testspiel eingeladen. "Zu dem Zeitpunkt war ich im Trainingscamp mit Team Deutschland, wo wir uns für die Weltmeisterschaft in Paris vorbeireitet haben." Offenbar hinterließ er einen ausgezeichneten Eindruck. Denn ein paar Tage später wurde er von Chefcoach Brad 'Sephy' Rajani angeschrieben und führte anschließend ein Telefonat, in dem ihm ein Platz im Team versprochen wurde.

eSport statt Schule

Das ist ein Ritterschlag für jeden Overwatch-Spieler. In die Overwatch League zu kommen und sich mit den Besten der Welt zu messen, schafft immerhin nicht jeder X-Beliebige. Der Unterschied zur Contenders Liga, der zweiten Spielklasse, ist daher immens. Insbesondere die mediale Aufmerksamkeit ist eine ganz andere. Hunderttausende schalten regelmäßig ein. Druck? "Momentan fühle ich überhaupt keinen. Sicher hat man im Hinterkopf, gute Leistungen bringen zu müssen und nicht nachlassen zu dürfen", sagt Rosenberg, der trotzdem Unterschiede sieht. "Ich kann mich in meinem Team komplett auf Overwatch fokussieren sowie auf meinen Körper und meine mentale Verfassung." Das alles musste er vorher gleichzeitig stemmen. "Es hat mich über die Zeit körperlich als auch mental geschwächt." Was das Training angeht, veränderte sich dennoch nicht allzu viel. Aber: "Ich muss nicht mehr zur Schule gehen und anschließend direkt ins Training, wodurch ich praktisch keine Freizeit mehr hatte."

Deutschland und Overwatch

Deutschland gehört nicht zu den führenden Nationen in Overwatch. Das zeigt sich etwa in der geringen Anzahl international bekannter Spieler. "Ich muss leider sagen, dass die Wahrscheinlichkeit weitere deutsche Spieler in der nächsten Saison in der Liga zu sehen, recht gering ist", so 'Kodak'. Er bedauere es, dass er aktuell der einzige deutsche Profi in der höchsten Overwatch-Liga ist. "Ich hoffe, daran ändert sich etwas", sagt er und nennt seine drei Nationalmannschaftskollegen 'Mete', 'Nesh' und 'Progi', denen er den Sprung in die OWL am meisten zutraue. Für Rosenberger, der in der laufenden Saison vor allem als Zenyatta in Erscheinung trat, zählt ohnehin erst einmal nur Atlanta Reign. Denn das Playoff-Viertelfinale gegen den Vorjahresvizemeister Philadelphia Fusion steht unmittelbar bevor. Wer sehen möchte, wie sich Atlanta Reign und der einzige deutsche Spieler der Liga schlagen, kann am Samstag um 2 Uhr auf Twitch einschalten.

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