Geschäftsführer von BIG erklärt

Diesen Fehler machen deutsche eSport-Teams

von Christian Mittweg am 30.03.2019 um 17:52

Laut BIGs Geschäftsführer Daniel Finkler sind deutsche eSport-Teams häufig schlecht aufgestellt, um die Bedürfnisse von Sponsoren abzudecken. Das bedroht ihre Zukunft im schnelllebigen eSport-Geschäft - und das, weil der Erfolg zu hoch priorisiert wird.

Auf dem Trikot von BIG prangen mehrere Sponsoren-Logos.
Auf dem Trikot von BIG prangen mehrere Sponsoren-Logos.
© BIGZoomansicht

"Wer heute nicht die Weichen für die Zukunft stellt, hat keine Chance oder wandelt sich zu einem reinen Hobby-Verein", so das vernichtende Urteil von Daniel Finkler. Als Geschäftsführer von BIG leitet er eines der größten deutschen eSport-Teams und hat regelmäßig mit der Sponsoren-Akquise zu tun. Das ist ein Thema, bei dem er in Deutschland noch eine Menge Aufholbedarf sieht: "Viele Vereine haben es bis heute verpasst, ihre eigenen Ressourcen so einzusetzen, dass die Bedürfnisse der Partner bestmöglich in den angebotenen Paketen abgedeckt werden. Sie fokussieren sich hauptsächlich auf die Leistungsfähigkeit der Teams, schaffen es dabei aber nicht, Anforderungen der Partner zu verstehen und folglich korrekt abzudecken."

Finkler kennt dieses Problem so gut, weil es auch bei BIG auftrat. Kurz nach der Gründung im Januar 2017 konnten sie kaum große Werbeprojekte umsetzen. "Es haben schlichtweg die Kapazitäten gefehlt", so Finklers Fazit, der sich heute mit einem der "leistungsfähigsten eSport-Content Teams im deutschen Raum" rühmt. Zu BIGs Sponsoren zählen aktuell unter anderem große Namen wie Red Bull, Betway und OMEN by HP. Diese sind extrem wichtig, denn - anders als im Fußball oder anderen Sportarten - verdienen eSport-Teams ihr Geld fast ausschließlich durch Sponsoren.

Drastische Folgen

Laut Finkler ist das Verhalten vieler deutscher eSport-Teams gefährlich. Sie priorisieren den sportlichen Erfolg und lassen das Wirtschaftliche dabei schleifen - zum Teil mit gravierenden Folgen: "Das Wachstum wird beschränkt und man macht seit Jahren keine nennenswerten Fortschritte, weder spielerisch noch wirtschaftlich. Stillstand ist bekanntlich ein Rückschritt und man wird mit der weiteren Professionalisierung des eSport schlichtweg aus dem Markt gedrängt."

Beispiele dafür sind n!faculty und Team ROCCAT. Letztere stellten bis Ende 2018 eine League of Legends-Mannschaft in der höchsten europäischen Spielklasse. Wirtschaftlich agierten sie zwar stets verantwortungsvoll, großen Fortschritt gab es aber nicht und inzwischen hat sich das Team aufgelöst. n!faculty ist eine der ältesten deutschen eSport-Organisationen, die den Wachstum der Szene nicht für sich nutzen konnte und drastisch an Bedeutung verloren hat.

Es ist also auch im eSport nicht alles Romantik. Es geht längst nicht mehr darum, wer die besten Spieler scoutet. Mannschaften müssen wirtschaftlich denken und handeln, um langfristig Erfolg zu haben.

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