Managing Director über Kooperation mit Sportverein

"Rote Zahlen gibt es bei uns nicht" - 1860 PENTA über Geld

von Holm Kräusche am 20.03.2019 um 14:36

Woran scheitern eSport-Projekte der Bundesligisten oft? Sie kosten zu viel Geld. PENTA Sports kooperiert mit 1860 München und ist sich sicher: Rote Zahlen wird man keine schreiben. Warum?

PENTA Sports kooperiert mit 1860 München. Das Projekt soll Gewinn erzielen und den Verein für die Zukunft gut aufstellen.
PENTA Sports kooperiert mit 1860 München. Das Projekt soll Gewinn erzielen und den Verein für die Zukunft gut aufstellen.
© PENTA 1860Zoomansicht

Im eSport geht es oft um Geld. Gesprochen wird über das große (monetäre) Potenzial, das in der jungen Sportart steckt und Blizzard und Riot verkaufen ihre Ligaspots für mehrstellige Millionenbeträge. Ein eSport Klub, der schon seit vielen Jahren erfolgreich in Deutschland ist, ist PENTA Sports. Noch recht frisch ist die Kooperation mit 1860 München, die auch eine besondere ist. Der Verein entschied sich in League of Legends an den Start zu gehen, und nicht in FIFA. Über die Hintergründe dazu haben wir hier ausführlich berichtet.

LoL und ein Fußballklub, das kennt man in Deutschland sonst nur vom FC Schalke 04, der diese Saison eine hervorragende Erstliga-Mannschaft stellte, und am Ende doch knapp vor den Playoffs scheiterte. "Wir haben den Einstieg von Schalke 04 natürlich mitverfolgt", sagt Andreas Schaetzke, Managing Director bei PENTA Sports gegenüber kicker eSport. Allerdings setzte man auf eine eigene Strategie.

Lukrative Kooperationen

Der Berliner Clan weiß, wie man mit Kooperationen Geld hereinholt. Netgear hat im eigenen Leistungszentrum die Glasfaserleitungen verlegt und der Filmkonzern 20th Century Fox ist ebenso Partner von PENTA. "Rote Zahlen gibt es bei uns nicht. Wir haben seit der Gründung von PENTA Sports an unserem Monetarisierungskonzept gearbeitet. Die Ecksäulen sind nachhaltige Vermarktung, eine ausgefeilte Strategie und unser Bezug zu Entertainment und Content, auch durch unsere Kooperation mit der 20th Century Fox", sagt Schaetzke selbstbewusst. Die Aussage: Wer sich PENTA anvertraut, macht keinen Verlust. Sicher auch ein starkes Argument bei Fußballvereinen, bei denen das Budget für eSport-Projekte in der Regel knapp bemessen ist. "Wir nehmen das Thema sehr ernst und wollen mit den Löwen zeigen, dass die Verbindung zwischen einem deutschen Traditionsverein aus dem Breitensport und einer aufstrebenden eSport-Organisation wie PENTA funktionieren wird."

Gewinn und Prestige

Ein Ziel des Projektes soll eine "profitable Abteilung" sein, wie Schaetzke es ausdrückt. Der Managing Director möchte also mehr als rote Zahlen zu vermeiden, er will Gewinn erwirtschaften. "Die Kostendeckung ist ein Teil des Konzepts und auch Teil unserer DNA bei PENTA, somit war dies für uns selbstverständlich", sagt er auf die Frage hin, der Verein diese Erwartung an die Organisation gestellt habe. Denn Abteilungen, die Geld kosten und innerhalb des eigenen Hauses kritisch gesehen werden, können für Sportvereine schnell zum Problem werden. Noch immer fremdeln zum Beispiel viele Bundesligaklubs mit dem eSport, auch wenn Stück für Stück ein Umdenken einsetzt. "Wir müssen eSport als einen Hybriden in der digitalen Evolution in unserer Gesellschaft sehen. Und Fakt ist, dieser ist schon näher in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen, als viele meinen", wirbt Schaetzke für die junge Sportart.

Profiabteilung auf Abwegen

Derzeit schlingert das Projekt etwas im Profisegment: In der Liga steht PENTA 1860 auf dem letzten Platz und in der Premier Tour konnte auch beim zweiten Stop kein Erfolg verbucht werden. Am Mittwoch geht es für die Mannschaft sogar schon gegen den Abstieg.

Mit dem Vorantrieb des Breitensports innerhalb des Vereins bleibt PENTA aber noch ein weiteres großes Betätigungsfeld, erst recht, wenn das eSport-Projekt 1860 München nichts kostet. Laut Schaetzke ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine Fokussierung auf den Breitensport Früchte trägt, denn "man muss nur mal einen Blick in die Schulen werfen, dort reden die Kids über eSport und Gaming statt über andere Themen. Alles ändert sich und wir sind mittendrin."

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