Drittligist startet in League of Legends durch

1860 PENTA: "FIFA ist nicht der richtige Ansatz"

von Holm Kräusche am 13.02.2019 um 17:23

Bei 1860 München wird kein FIFA gespielt. Stattdessen startet der Verein in der deutschen League of Legends-Szene durch und lehnt die Fußballsimulation für ein eigenes Engagement explizit ab. Warum? Wir fragen PENTA 1860-Geschäftsführer Andreas Schaetzke.

PENTA setzt auf League of Legends und plant zunächst kein Engagement in FIFA.
PENTA setzt auf League of Legends und plant zunächst kein Engagement in FIFA.
© kicker eSportZoomansicht

Die "Löwen" entschieden sich, einen gänzlich anderen Weg zu gehen, als die übrigen deutschen Fußballklubs. Der TSV 1860 wagt den Sprung in den elektronischen Sport nicht mit FIFA, der wichtigsten Fußballsimulation, sondern mit League of Legends. "Wir wollen direkt mit einem der größten eSport-Titel starten", sagt Andreas Schaetzke, Managing Director bei PENTA Sports gegenüber kicker eSport. FIFA ist erst mal kein Thema beim Drittligisten: "Wir sehen in FIFA eine großartige Sportsimulation, welche Millionen von Fans weltweit als Spiel begeistert. Viele spielen FIFA zwar, aber es erreicht bisher noch nicht die gleichen Zuschauerzahlen wie League of Legends, Rainbow Six, Fortnite oder Counter Strike: Global Offensive", sagt Schaetzke.

Der Turn- und Sportverein München von 1860 e.V. beschreitet nicht nur mit der Auswahl der Disziplin einen ungewöhnlichen Weg. Auch die Partnerschaft mit einer eSport-Organisation wie PENTA ist ein eher ungewöhnlicher Schritt in der Vereinswelt. Nur wenige Mannschaften wie der 1. FC Köln gingen bisher in ähnlicher Form diesen Weg. Die Geißböcke sind mit SK Gaming verbandelt.

Gleichwertige Kooperation

Der TSV spielt mit seiner LoL-Mannschaft in den beiden höchsten deutschen Spielklassen, der ESL Meisterschaft und der Premier Tour. Um dort mit einem guten Team voll loslegen zu können, war laut Schaetzke zunächst etwas Aufbauarbeit nötig: "Wir haben strategisch vor circa einem Jahr den ersten Meilenstein gelegt und uns über die zweite Division den Aufstieg spielerisch und durch den Aufbau eines starken Teams erkämpft." Aktuell steht die Mannschaft in der ersten Division der ESLM im Mittelfeld. In der Premier Tour hatte 1860 PENTA den Sprung in die Top 4 beim ersten Tourstop verpasst.

Wir sind gekommen, um zu bleiben.Andreas Schaetzke, Managing Director bei PENTA Sports

Der PENTA Geschäftsführer lobt außerdem die gute Zusammenarbeit mit dem Verein. In dem gemeinsamen Projekt sei der TSV deutlich mehr, als nur ein Namens- oder Geldgeber: "In PENTA 1860 steckt genauso viel 1860 wie auch PENTA Sports. Beide Partner ziehen am gleichen Strang und der Verein unterstützt uns beim Aufbau dieser Unit."

Ziel: Meister

Die Ziele der Mannschaft zeigen deutlich die DNA eines Drittligisten: Man tritt mit dem Ziel an, Meister zu werden. Auch im Fußball geht es nämlich vornehmlich um einen Aufstieg in die prestigeträchtige und finanzstarke 2. Bundesliga. "Das Ziel ist für Ende 2019 gesetzt", sagt Schaetzke über den Meistertitel. "Trotzdem werden wir unsere Spieler nicht unter Leistungsdruck setzen und konzentrieren uns auf deren Entwicklung und umfangreiche Förderung. Wir sind gekommen, um zu bleiben."

Seit Einführung des Franchise-Modells der LEC, stellen die großen Mannschaften verstärkt Nachwuchsteams auf, um Talente zu entwickeln. Diese konkurrieren nun mit PENTA 1860 in den deutschen Ligen. Einfach wird der Weg zum Meistertitel also nicht, schwerer vielleicht sogar, als das in FIFA und einer VBL gewesen wäre. Schaetzke ist sich allerdings sicher, den richtigen Weg gewählt zu haben: "Es ist für beide Partner - in dieser einzigartigen Konstellation - von großem Wert, dass wir den Einstieg richtig machen. FIFA ist hier, aus unserer Sicht, nicht der richtige Ansatz."

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