Schutz für Minderjährige

Neuer Gesetzesentwurf soll Lootboxen in den USA verbieten

von Christian Mittweg am 09.05.2019 um 16:22

US-Senator Josh Hawley will Minderjährige vor den Gefahren in Videospielen schützen und hat deswegen ein Gesetz entworfen, das sich gegen Lootboxen und Pay-to-Win richtet. FIFA wäre davon gleich doppelt betroffen.

Zahlreichen Spielen droht ein Lootbox-Verbot in den USA
Zahlreichen Spielen droht ein Lootbox-Verbot in den USA.
© Electronic Arts|BlizzardZoomansicht

"The Protecting Children from Abusive Games Act" - so lautet der Name des Gesetzentwurfs, den Josh Hawley am 8. Mai vorstellte. Der Vorschlag des US-Senators basiert auf dem Gedanken, Minderjährige in Videospielen zu schützen. "Wenn ein Spiel für Kinder gedacht ist, sollte es Entwicklern nicht erlaubt sein, mit deren Sucht Geld zu verdienen. Und wenn Kinder Spiele spielen, die für Erwachsene gedacht sind, sollten sie von zwanghaften Mikrotransaktionen abgeschottet werden. Spielentwickler, die wissentlich Kinder ausnutzen, sollten sich rechtlichen Konsequenzen stellen", sagte Howley in einem öffentlichen Presse-Statement.

Konkret beinhaltet Howleys Vorschlag ein Verbot von Lootboxen und Pay-to-Win in Spielen, die für unter 18-Jährige gedacht sind oder ein größtenteils minderjähriges Publikum haben. Die Kisten mit zufälligem Inhalt sind ständiger Diskussionsgrund in der Community und zogen schon in mehreren Ländern die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich. In Belgien sind Lootboxen einiger Spiele sogar schon gesetzwidrig. Für globale Firmen wie Activision, EA und Valve ist ein Verbot in den USA aufgrund der großen Spielerschaft und Bedeutung im internationalen Kontext aber eine viel größere Gefahr.

FIFA 19 wohl betroffen

Noch steht nicht fest, welche Spiele von dem neuen Gesetz betroffen wären. Electronic Arts muss sich jedoch Sorgen machen, denn Hawleys Definitionen von Lootboxen und Pay-to-Win treffen unter anderem auf FIFA 19 zu: FIFA-Packs können über eine Ingame-Währung, die man mit Echtgeld bezahlt, gekauft werden und beinhalten zufällige Belohnungen. Zudem ist es möglich, sich durch den Einsatz von Geld einen kompetitiven Vorteil zu verschaffen.

Als Reaktion auf den Gesetzvorschlag veröffentlichte die Entertainment Software Association (ESA), ein Verband der auch Activision Blizzard und Electronic Arts vertritt, ein offizielles Statement: "Zahlreiche Länder, darunter Irland, Deutschland, Schweden, Dänemark, Neuseeland und Großbritannien, haben festgestellt, dass Lootboxen kein Glücksspiel darstellen. Wir freuen uns darauf, mit dem Senator Informationen und Hilfsmittel zu teilen, durch die die Kontrolle über Ausgaben in Spielen in den Händen der Eltern bleibt. Eltern können schon jetzt In-Game-Käufe mit benutzerfreundlichen Kindersicherungen einschränken oder verbieten."

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