Selbst bei sportlichem Misserfolg

Ansporn statt Zweifel: DFB setzt auf eFootball

von Christian Mittweg am 13.04.2019 um 10:54

"Erfolg macht sexy und gibt Rückenwind", sagt Holger Merk vom DFB zum neuen Projekt im eFootball. Andersherum gilt das jedoch nicht. Auch nach einer Pleite beim FIFA eNations Cup, müsste sich die eNationalmannschaft keine Sorgen machen.

FIFA-Spieler werden wohl auch in den kommenden Jahren das Trikot des DFB tragen.
FIFA-Spieler werden wohl auch in den kommenden Jahren das Trikot des DFB tragen.
© DFBZoomansicht

Seit Mitte März läuft beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) das Projekt eFootball in Verbindung mit der eNationalmannschaft. Für den Dachverband war das ein großer Schritt, der reichlich Überlegung bedurfte und schlussendlich durch die Einladung der FIFA beschleunigt wurde. Im finalen Votum zu dem Projekt gab es keine Gegenstimmen, was jedoch nicht bedeutet, dass es keine kritischen Meinungen beim DFB gab.

Damit das Thema eFootball innerhalb des Dachverbands weiterwächst und in der Gesellschaft an Akzeptanz gewinnt, wäre es dementsprechend wichtig, sportliche Erfolge zu feiern. Dazu bietet sich beim FIFA eNations Cup am 13. und 14. April eine erste Chance. Holger Merk, der Senior Head of Strategic Marketing beim DFB, unterstrich im Gespräch mit kicker eSport aber auch, dass Erfolg nicht das einzige ist, was zählt: "Es ist wie im richtigen Sport: Erfolg macht sexy und gibt Rückenwind. Bei Misserfolg werden immer mehr Fragen gestellt. Aber das ist okay, denn wir wollen - unabhängig von den Ergebnissen - mit Argumenten überzeugen."

Ein solches Argument sei laut Merk das sympathische Auftreten der eNationalspieler. Michael 'MegaBit' Bittner und Mohammed 'MoAuba' Bittner sind die beiden Repräsentanten, erfreuen sich in der FIFA-Szene großer Beliebtheit und kommen auch beim DFB gut an. Merk hat "vollstes Vertrauen", dass sie Deutschland würdig vertreten werden - an und abseits der Konsole.

Ein langfristiges Projekt

Sollte das deutsche Duo unerwartet früh beim eNations Cup rausfliegen, es wäre kein großes Problem. Merk sagt klar: "Ein sportlicher Misserfolg heißt nicht, dass das Thema eNationalmannschaft dann bei uns begraben ist. Im Gegenteil, wir haben uns darauf verständigt, dass die Präsentation der ersten eNationalmannschaft vor zwei Wochen die Geburtsstunde eines nachhaltigen Projektes im eFootball war." Ein frühes Ausscheiden würde laut Merk daher eher als Ansporn dienen, um "in die Weltspitze hochzuschießen".

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 01.04., 13:21 Uhr
"Wichtiger Schritt": DFB präsentiert erste eFootball-Nationalmannschaft
Der DFB hat auf die rasante Entwicklung des eSport reagiert und seine erste eFootball-Nationalmannschaft vorgestellt. 20 Spieler kämpfen in Zukunft mit dem Adler auf der Brust um internationale FIFA-Titel. Die ersten von ihnen sind Michael Bittner und Mohammed Harkous (beide Werder Bremen). Sie spielen in London um den eNations Cup.
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