Umfangreiche Veränderungen an Infrastruktur

Das ewige Problem: EA repariert Server

von Holm Kräusche am 12.03.2019 um 17:06

Mangelnde Kapazität und Effizienz lautet EAs Urteil über Teile der eigenen Server-Infrastruktur. Nun handelt der Konzern.

EA SPORTS unterzog die eigenen Server einer aufwendigen Prüfung und muss nun handeln.
EA SPORTS unterzog die eigenen Server einer aufwendigen Prüfung und muss nun handeln.
© kicker eSportZoomansicht

Es ist offiziell. EA SPORTS hat in seinen Pitch Notes mitgeteilt, dass die FIFA-Server in der Vergangenheit für Probleme gesorgt haben. Oft hatte EA aufgebrachte Spieler darauf verwiesen, die eigene Internetverbindung zu überprüfen nun gibt der Konzern zu, man habe "diverse individuelle Hardwareveränderungen an diversen Serverstandorten in der Welt vorgenommen".

Dem vorausgegangen sei ein langes und aufwendiges Ermittlungsverfahren, für das EA SPORTS sogar ein "Telemetry Tool" entwickelte, also ein Programm, das Verbindungsdaten aufzeichnet und auswertet. Dieses hätte man bei diversen freiwilligen Spielern rund um den Globus eingesetzt und die erhobenen Daten mit deren Rückmeldung kombiniert. Am Ende der Untersuchung stand die Implementierung von Title Update #6, das damals nur mit dem kryptischen Satz zusammengefasst wurde: "Einige Veränderungen an der Reaktionsfähigkeit des Gameplays in Situationen, in denen die Netzwerkverbindung Deines Gegners eine hohe Latenz, oder Paketverluste aufweist."

Verbesserte Kapazität und Effizienz

In den nun erschienenen Pitchnotes gibt EA bekannt, dass seit dem Title Update am 17. Dezember diverse Änderungen an den Serverstrukturen vorgenommen wurden, auf Basis der Ergebnisse der Untersuchung.

So habe man an den Netzwerk- und Rechenzentren Konfigurationsveränderungen vorgenommen, um die Effizienz und Kapazität zu erhöhen. Dabei habe man sich auf Europa konzentriert. Schließen lässt sich daraus, dass EAs Rechenzentren zumindest hin und wieder mit den FIFA-Daten überlastet waren und nicht effizient gearbeitet haben. Das dürfte sicherlich zu Lags und Abbrüchen geführt haben. Einen europäischen Rechenzentrum-Betreiber habe man sogar ganz ausgetauscht. Außerdem hat der Konzern neben den oben beschriebenen Hardwareverbesserungen der Server auch neue Programme installiert, um die Reaktionen des Gameplays besser überwachen zu können.

Zukünftig wolle man nun auch an den restlichen Serverstandorten der Welt die in Europa gemachten Veränderungen vornehmen, wenn sie nötig seien. Ebenso überprüfe man die dort installierte Hardware.

EA handelt spät

Es ist eine zweigeteilte Botschaft, mit der EA SPORTS hier an die Öffentlichkeit geht, verpackt in viele Dankesbekundungen zu den Rückmeldungen der Community und an die Spieler, mit denen der Konzern für die Untersuchung zusammengearbeitet hat. Auf der einen Seite nimmt sich EA endlich der schon jahrelang nicht abflauenden Kritik an den Servern an und zeigt öffentlichkeitswirksam, dass man gewillt ist, etwas für die Spielerschaft zu tun.

Andererseits gesteht der Spielehersteller nach ebenso jahrelanger Vertröstung Fehler ein, die erst jetzt angegangen werden. Zwar weißt EA gleich zu Beginn der Mitteilung darauf hin, dass umfangreich Daten ausgewertet werden mussten, die man vor der Entwicklung des "Telemetry Tool" gar nicht hätte erfassen können, dennoch dürfte für alle Spieler die Frage im Raum stehen bleiben: Warum handelt EA erst jetzt, trotz der tausendfachen Rückmeldung über langsame und fehleranfällige Server? Dass die Lösung des Problems in einem simplen Hardwaretausch bestanden haben soll, wird sicherlich auch zu denken geben.

"Wir haben noch viel Arbeit vor uns"

Vielleicht spielte auch der neue Community Manager Corey Andress eine Rolle, der damals angetreten war, genau solche Wünsche der Spielerschaft besser und gezielter an die Entwickler heranzutragen. Entsprechend heißt es vom Entwicklerteam zu den Serverproblemen abschließend: "Unsere Untersuchungen und unsere Arbeit daran wird fortgesetzt, und wir bleiben der Verbesserung der Spielerfahrung unserer Community verschrieben, die online spielt. Wir wissen, wir haben noch viel Arbeit vor uns."

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