Influencer will FIFA Points abschaffen

Ohne einen Cent: 'Badeschlappen' baut Top-FUT-Team

von Holm Kräusche am 21.02.2019 um 16:23

Lukas 'Badeschlappen' Hösch ist erfolgreicher FIFA-Streamer und Content Creator beim 1. FC Nürnberg. Im Interview spricht er sich gegen FIFA Points aus und zeigt in einer Videoserie, wie man ein Topteam baut, ohne einen Cent zu investieren.

Lukas 'Badeschlappen' Hösch baut ohne Echtgeld ein Topteam zusammen.
Lukas 'Badeschlappen' Hösch baut ohne Echtgeld ein Topteam zusammen.
© kicker eSportZoomansicht

FIFA Ultimate Team macht einen Großteil des Umsatzes von EA SPORTS aus. Doch es sind nicht nur Einzelspieler oder Profis mit Vereinen im Rücken, die immer wieder Geld in "FIFA Points" investieren. Der Umsatz ist deswegen so groß, weil auch die breite Masse schon mal ein paar Euro in FIFA steckt.

Das hat auch Influencer Lukas 'Badeschlappen' Hösch bemerkt. Der 24-Jährige ist hauptberuflich Streamer und unterstützt den 1. FC Nürnberg als Social-Media-Berater und als Bankspieler in der VBL Club Championship. "Mittlerweile ist es ja leider schon fast Standard, dass man selbst als 'normaler Freizeit-Zocker' Geld in FIFA Ultimate Team investiert, um sich die besten Spieler leisten zu können", sagte Hösch der eSport-Seite des Bayerischen Fußball-Verbandes und spricht damit indirekt ein großes Problem an.

Glücksspielmechaniken

FUT liegen unterschiedliche Mechaniken zugrunde, die auch von der Glücksspielindustrie genutzt werden. Ein großer Motivationsfaktor ist die stetige Hoffnung den Ronaldo, oder die Top-Ikone aus einem Pack zu ziehen. "Das ist ein schwieriges Thema", sagt Hösch, "Die Packs machen natürlich irgendwo den Reiz in Ultimate Team aus, weil jeder - zumindest rein theoretisch - die Chance auf die besten Spieler in FIFA hat."

Außerdem braucht es eine gute Mannschaft, um im Vergleich mit Freunden zu bestehen. Will jemand dann professioneller spielen, gleichen die Super-Kicker auch kleinere Leistungsdefizite gerade zu Beginn aus. 'Badeschlappen' seinerseits würde die FIFA-Points abschaffen: "Ich würde es begrüßen, wenn man keine FIFA Points mehr kaufen kann und der Pay2Win-Faktor so reduziert wird."

Coaching mit 'Badeschlappen'

Der Influencer ist Teil der Turnierserie des BFV. Wer sich im großen Finale durchsetzt, bekommt ein exklusives Coaching mit 'Badeschlappen' und VIP Tickets für ein Spiel des FC Bayern. Der nächste Cup findet am 4. März statt und noch sind Plätze frei. Wer mitmachen will, findet die Anmeldung hier.

Hösch, der auf Twitch über mehr als 150.000 Follower verfügt und auf YouTube über knapp 200.000, hat es sich zu Aufgabe gemacht, etwas gegen die Ikonenhörigkeit der Community zu tun. In seiner "Road to Glory", einer Videoreihe, investiert er keinen Cent in FUT. Ziel der Serie ist es, zu zeigen, was ohne Echtgeld in FIFA möglich ist - aber eben auch, was nicht.

Viel Spielzeit bringt gute Kicker

18 Folgen hat 'Badeschlappen' bereits veröffentlicht und nach eigener Angabe für die erste vier Stunden Material zusammengeschnitten. Auch bringt er seine Mannschaft zwischendurch ohne Kamera voran. Entsprechend lässt sich annehmen, dass bereits eine Menge Zeit in das Projekt geflossen ist. "Ich wollte einen anderen Weg einschlagen und meinen Zuschauern beweisen, dass man auch ohne Unmengen an Geld ein starkes Team zusammenstellen kann", sagt der 24-Jährige und das hat er geschafft:

Das ist die aktuelle Mannschaft von 'Badeschlappen', nach 18 Folgen.
Das ist die aktuelle Mannschaft von 'Badeschlappen', nach 18 Folgen.
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Der Screenshot zeigt: Höschs Team ist richtig gut, aber im Vergleich zu einer Profimannschaft noch verbesserungswürdig. Zweitklassige Legenden und nicht eine TOTY-Karte sind im Kader des Nürnbergers vertreten.

Jugendschutz geht vor

Für ihn ist die Serie eine Herzensangelegenheit: "Vor allem junge Leute, die YouTuber oder Streamer verfolgen, welche Unsummen an Geld für FIFA Points ausgeben, werden natürlich schnell dazu verleitet, ihr Taschengeld ebenfalls dafür auszugeben." Auch hier spielt Psychologie EA wieder in die Hände. Es ist kein Zufall, dass Influencer und Profispieler so stark vom Konzern unterstützt werden: Sie bringen die Reichweite und öffnen Packs am laufenden Band. Hösch wünscht sich, dass gerade die jüngeren Spieler besser geschützt werden: "Das sollte auf jeden Fall besser reglementiert werden", sagt er dem BFV. Das gesamte Interview mit ihm könnt Ihr hier nachlesen.

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