Über die Spiele darf abgestimmt werden

Norwegische Schule bietet eSport als Schulfach an

von Robin Schulz am 21.01.2016 um 12:28

Die öffentliche Schule Garnes Vidaregaande Skule in Norwegen wird ab dem nächsten akademischen Jahr auch das Fach eSport anbieten. Für zwei konkrete Spiele soll es optionale Fächer geben, welche fünf Stunden pro Woche unterrichtet werden. Die Shortlist umfasst aktuell Dota 2, Counter-Strike und League of Legends. Dafür gibt es Noten, wie für jedes andere Fach auch.

eSport im Stundenplan - in Norwegen bald ganz normal.
eSport im Stundenplan - in Norwegen bald ganz normal.
© ValveZoomansicht

Auch wenn Norwegen in den einzelnen Disziplinen nicht unbedingt als eSport-Hochburg gilt, hat eine öffentliche Schule im skandinavischen Land eine besondere Idee für das kommende Schuljahr. Dank flexibler Regeln, die bestimmen, welche Sportarten in den Schulplan aufgenommen werden dürfen, wird es an der Garnes Vidaregaande Skule bald zwei eSport-Titel als optionale Fächer geben. Momentan läuft eine Umfrage, welche Spiele sich die Schüler am meisten wünschen. Die Shortlist umfasst Dota 2, Counter-Strike und League of Legends.

Im Interview mit Dotablast.com erklärt der Leiter der Wissenschafts-Abteilung, Petter Grahl Johnstad, dass sie momentan noch in der Planungsphase stecken und der Lehrplan alles andere als fertig ist. Fest steht aber, dass es eSport an der Schule geben wird: "Das eSport-Fach wird auf optionaler Basis angeboten und genauso verfügbar sein, wie die anderen Sport-Spezialisierungen - Handball oder Fußball".

Der Unterricht soll dann zum einen aus dem Erlernen und Vertiefen einzelner Spielmechaniken bestehen, aber auch aus einem physischen Teil. Bei dem geht es vor allem um Konzentrationsübungen, richtige Ernährung und körperliche Vorbereitungen. Für jedes Spiel soll ein Lehrer eingesetzt werden, der gelegentliche Unterstützungen von Profis per Skype erhalten soll. Ein klassisches Lehrbuch wird es ebenfalls nicht geben und stattdessen wird das Fach viel Wert auf die Eigeninitiative der Teilnehmer legen.

Norweger im eSport

Obwohl Skandinavien im vergangenen Jahrzehnt viele gute und erfolgreiche eSportler hervorbrachte, ist die Zahl der professionellen norwegischen Spieler aktuell relativ überschaubar. Allen voran dürfte Jens 'Snute' Aasgaard das Aushängeschild der Norweger sein, welcher eine Zeit lang als bester nicht-koreanischer StarCraft II-Spieler gehandelt wurde. Dennis 'Denden' Bui und Tri 'k0u' Tin Lam sind in League of Legends zwei der bekannteren Gesichter und in Counter-Strike gehört Ruben 'RUBINHO' Villarroel zur Weltspitze. In Dota 2 gibt es hingegen keine nennenswerten Athleten aus Norwegen.

Dass sich eSport als Schulfach weiter durchsetzen wird, scheint plausibel. Johnstad erklärte, dass es nun für weitere Schulen umso leichter sein wird, das Fach ebenfalls aufzunehmen. Ob es auch in Deutschland weitere Initiativen geben wird, bleibt hingegen noch abzuwarten. Im Hinblick auf den fehlenden Nachwuchs, über den sich viele deutsche Profis beklagen, wäre dies aber definitiv ein sinnvoller Schritt.

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