Technikprobleme und Verspätungen

World Cyber Arena: Ein organisatorischer Totalausfall

von Robin Schulz am 18.12.2015 um 13:30

Als geistiger Nachfolger der World Cyber Games sollte die World Cyber Arena (WCA) in China eigentlich für ein prunkvolles Vorbild in der eSport-Turnierlandschaft stehen. Die aktuelle Ausgabe ist aber alles andere als das und macht momentan eher durch eine katastrophale Organisation auf sich aufmerksam. In nahezu allen Disziplinen gibt es schwerwiegende Mängel, einige Teams haben bereits ihre Teilnahme zurückgezogen.

Vor allem die Turniere in Heroes of the Storm und Dota 2 sind von Organisationsproblemen betroffen.
Vor allem die Turniere in Heroes of the Storm und Dota 2 sind von Organisationsproblemen betroffen.
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Bereits vor einigen Monaten standen die Qualifikationsturniere in den einzelnen Disziplinen an. Ungewöhnlich war, dass es für diese Turniere bereits Preisgelder gab, was ansonsten eher unüblich ist. Zum Start der WCA LAN-Finals wurden diese Preisgelder aber, laut Aussage von Jimmy 'DeMoN' Ho, bis dato nicht ausgezahlt. Im Vorfeld hatten bereits einige namhafte Teams unter anderem deshalb ihre Teilnahme zurückgezogen. In Dota 2 war dies das chinesische Team Vici Gaming, das dafür bereits von der Regierungsbehörde Ameson Chinese Elite Program (ACE) eine Geldstrafe erhalten hat. Das Team konnte allerdings noch ersetzt werden.

Bei Heroes of the Storm wurden die Plätze der Teams, die nicht teilnehmen, allerdings nicht ersetzt. Die Spiele von CompLexity, Tempo Storm und Cloud9 werden aktuell allesamt mit einer 0:2-Niederlage gewertet, obwohl sie gar nicht am Turnier teilnehmen und dies bereits im Vorfeld offiziell erklärten. Hinzu kam eine knapp fünfstündige Verspätung, die nach Aussage von Team Liquid-Spieler Christoph 'Cris' Gowitzke daher rührte, dass die gestellten Computer nicht in der Lage waren, Heroes of the Storm ohne Probleme abzuspielen. Die Spiele wurden außerdem kurzerhand von einem Best-of-5 auf ein Best-of-3 gekürzt.

Bei Dota 2 nehmen diese Organisationsprobleme allerdings ein weiteres Level der Unprofessionalität an. Obwohl viele Spieler und Caster die Verantwortlichen warnten, werden die ersten Partien dennoch im Best-of-2-Modus ausgespielt. Diese ließen allerdings auf sich warten, denn das Turnier startete mit einer Verspätung von über zehn Stunden. Die Alliance-Managerin Kelly 'kellymilkies' Ong berichtet aktuell auf Twitter, dass sie die WCA bereits im Vorfeld darüber informierte, dass ihr Spieler Joakim 'Akke' Akterhall allergisch gegen Hühnchen ist. Jede erhältliche Mahlzeit sei aber ausschließlich Hühnchen und es gäbe keine Möglichkeit, direkt auf dem Event alternatives Essen zu besorgen.

Taktiken besprechen, während der Gegner in Hörweite sitzt, ist für die Teams aktuell nicht empfehlenswert.
Taktiken besprechen, während der Gegner in Hörweite sitzt, ist für die Teams aktuell nicht empfehlenswert.
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Den ehemaligen Weltmeistern von Team Newbee scheint dies alles zu viel zu sein und sie zogen zwei Stunden vor ihrem ersten Match die Teilnahme zurück. Obwohl der Grund zunächst lediglich Zeitprobleme mit den Flügen war, weigerte sich das Team passende Ersatzflüge anzunehmen und wird somit nicht am Turnier antreten. Dies wird vermutlich ebenfalls ein Bußgeld der ACE zufolge haben.

Neben den verzögerten Spielen und weiteren Unbehaglichkeiten für die Teilnehmer gibt es bislang noch Unklarheiten bezüglich der Hauptbühne. Obwohl das Dota 2-Turnier mit knapp 650.000 US-Dollar dotiert ist, sind keine Spiele auf der Main Stage geplant und alle Partien sollen Backstage ausgetragen werden. Dort gibt es keine schalldichten Kabinen und die Teams sitzen sich auf Plastikstühlen direkt gegenüber. Allerdings soll die Organisation eingelenkt haben und momentan überprüfen, ob das Finalspiel eventuell vor Publikum ausgetragen werden kann.

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