Die Motorrad-Simulation im Test

MotoGP 18: Die Auferstehung aus dem Mittelmaß

von Kristin Banse am 12.06.2018 um 12:32

"Eine Erfahrung wie nie zuvor" bezeichnet der Spielentwickler Milestone sein neuestes Werk MotoGP 18. Nachdem die Reihe in den vergangenen Jahren fast schon eingeschlafen war, soll der neueste Ableger frischen Wind bringen - und katapultiert die Motorradsimulation meilenweit nach vorne.

MotoGP: Die Rennsimulation im Test.
MotoGP: Die Rennsimulation im Test.
© MilestoneZoomansicht

Die MotoGP-Reihe galt bisher als solides Rennspiel. Innovationen bot es allerdings kaum und auch die Grafik löste kein Staunen aus. Aber das Spiel machte wenig falsch und sorgte nicht nur wegen der MotoGP-Lizenzen für Spaß. Gutes Mittelmaß lässt sich auf Dauer aber schlecht verkaufen, das merkte auch Milestone und versprach, die Reihe von Grund auf neu überarbeiten zu wollen - angefangen mit MotoGP 18.

Geblieben sind die Lizenzen: Der neueste Ableger glänzt wieder mit allen Fahrern, Bikes und Strecken der FIM Motorrad-Weltmeisterschaft. Der Rest ist neu: So nutzt Milestone erstmalig die Unreal Engine 4 für einen MotoGP-Teil und bietet eine neue Präsentation. Das liegt unter anderem an der deutlich besseren Grafik, die der Rennsimulation Leben einhaucht. So konnte Milestone erstmalig die Gesichter der Fahrer detailliert im Spiel darstellen und auch die Rennstrecken sind realitätsnah nachgestellt.

Neue Engine, neues Spielgefühl

Wie in den Jahren zuvor punktet der Titel mit den offiziellen Lizenzen der MotoGP.
Wie in den Jahren zuvor punktet der Titel mit den offiziellen Lizenzen der MotoGP.
© MilestoneZoomansicht

Die Steuerung der Bikes bietet ein völlig neues Fahrgefühl. In MotoGP 18 ist diese deutlich realistischer als bei den Vorgängern. Jede kleine Bewegung des Controllers scheint nun Auswirkungen auf die Maschine zu haben. Fahrfehler werden resolut bestraft, was dem Spiel ein stärkeres Maß an Realismus verschafft. Das macht es gleichzeitig aber auch schwieriger für Anfänger, denn grundlegendes Motorradwissen wird hier vorausgesetzt.

Unterstrichen wird der Realismusgrad von dem neuen Schadensmodell. Fallt Ihr mehrfach vom Bike, geht es im schlimmsten Fall nicht mehr weiter - die Maschine ist kaputt. Milestone wirkt dem nur minimal mit interaktiven Tutorials entgegen. Neueinsteiger werden einige Stunden Eingewöhnungszeit brauchen, um mit MotoGP 18 wirklich Spaß zu haben.

Abgebrüht wie Marc Marquez

Das Herzstück der Rennsimulation, die Karriere, bekam ebenfalls einige Neuerungen verpasst. Das Prinzip ist noch immer dasselbe. Ihr erstellt einen eigenen Fahrer und kämpft Euch bis an die Spitze der MotoGP. Allerdings bietet der Modus deutlich mehr Individualisierungs-Möglichkeiten. Beispielsweise könnt Ihr Euch sogenannte "Development Points" erspielen, um Eure Maschine zu verbessern. Dabei müsst Ihr jedoch wichtige Entscheidungen treffen: Wollt Ihr lieber in Geschwindigkeit oder Zuverlässigkeit investieren?

Zudem spickt der Entwickler nicht nur die Karriere, sondern das gesamte Spiel mit Gimmicks, die MotoGP 18 auch für Casual-Fans interessant machen. Mehr als 30 Zwischensequenzen in der Karriere sorgen in eben dieser für unterhaltsame Abwechslung. Zudem überarbeitete Milestone die KI, sodass die virtuellen Abbilder von Valentino Rossi und Marc Marquez nicht nur äußerlich, sondern auch vom Fahrstil her ihren realen Vorbildern entsprechen.

Fehlender Splitscreen

Ansonsten gibt es neben der Karriere die bereits erwähnten Tutorials. In Zeitrennen könnt Ihr an Eurer Technik feilen und Euch im Online-Modus mit anderen messen. Allerdings fehlt auch in MotoGP 18 ein Modus, den sich viele Fans gewünscht haben - der Splitscreen-Modus. Ein gemeinsames auf der Couch sitzen und mit Freunden um die Wette fahren ist mit der Motorrad-Simulation nicht möglich.

Fazit der kicker eSport-Redaktion:

Insgesamt kann MotoGP 18 überzeugen. Der Titel bringt die Neuerungen, auf die die Fans seit Jahren warten. Die Grafik hat sich im Vergleich zu den Vorgängern deutlich verbessert und kann mit anderen Rennspielvertretern mithalten. Die Steuerung ist realistischer denn je, was sich vor allem am unterschiedlichen Handling der Bikes zeigt. Eine Maschine aus der MotoGP lässt sich deutlich schwerer steuern, als eine aus der Moto3.

Zum ersten Mal inszeniert Milestone das Spiel so, dass man tatsächlich das Gefühl hat, Teil der FIM Motorrad Weltmeisterschaft zu sein. Nicht zuletzt wegen der aufwendigen Zwischensequenzen und den eingescannten Fahrern. Der Entwickler macht MotoGP dadurch zu seinem Spiel, das nicht nur für Hardcore-Fans interessant ist, sondern auch für Spieler, die einfach nur Lust auf Motorräder haben. Aufgrund der Schwierigkeit sollte allerdings ein Grundwissen vorhanden sein.

MotoGP 18 erschien am 7. Juni für Xbox One, PS4 und den PC. Eine Nintendo Switch-Version folgt am 28. Juni.

Video zum Thema
Neuer Trailer zeigt Features- 16.05., 11:31 Uhr
MotoGP 18: Alles neu?
Mit der Unreal Engine 4, neuer 3D-Scanning-Technologie und dem Drone-Scanning-System soll MotoGP 18, im Vergleich zu den Vorgängern, optisch nochmal einen Sprung nach vorne machen. Über 30 Zwischensequenzen hat die Rennsimulation. Dazu kommen noch alle Fahrer und offizielle Teams der MotoGP, Moto2, Moto3 und des Red Bull MotoGP Rookies Cup sowie alle 19 offizielle Strecken. Am 7. Juni soll MotoGP 18 für PS4, Xbox One und PC erscheinen. Für die Nintendo Switch ist das Spiel ebenfalls geplant. Hier ist der Release aber noch nicht bekannt.
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