Die Rally-Simulation im Test

WRC 7: Nichts Halbes und nichts Ganzes

von Kristin Banse am 02.10.2017 um 23:50

Nach mehreren enttäuschenden Vorgängen hat Entwickler Kylotonn aktuell mit der Aufgabe zu kämpfen, den Ruf der Rally-Simulation WRC wiederherzustellen. Der sechste Teil war schon ein Schritt in die richtige Richtung, nun ist der Siebte auf dem Markt erschienen. Wirklich überzeugen kann dieser aber nicht.

Für WRC 7 braucht Ihr starke Nerven.
Für WRC 7 braucht Ihr starke Nerven.
© Big BenZoomansicht

Laute Motoren und eine stimmungsvolle Atmosphäre empfangen Euch in den ersten Minuten von WRC 7. Die ersten Erinnerungen an den Vorgänger kommen langsam hoch, denn tatsächlich unterscheidet sich der Anfang des neuesten Teils kaum von WRC 6. Ihr werdet ins Cockpit gesetzt und müsst den Wagen ins Ziel bringen. Das Spiel schätzt daraufhin Eure Fähigkeiten ein. Auch das Menü ist genau dasselbe. Immerhin eine große Neuerung bietet die Rally-Simulation in diesem Jahr: die sogenannten Epic Stages. Über 20 Kilometer sind die speziellen Rennen hier teilweise lang und dauern mehr als 15 Minuten. Vor allem für Endurance-Fans sind die Epic Stages eine nette Abwechslung.

Arcade oder Simulation?

Ansonsten hat WRC 7 aber nicht viel Neues zu bieten: Die Karriere ist genauso lieblos und eintönig wie beim Vorgänger, die Steuerung noch immer nichts Halbes und nichts Ganzes. Das Spiel ist keine richtige Simulation, dazu steuert sich WRC 7 selbst ohne Fahrhilfen noch zu arcade-lastig. Ihr könnt so stark runterbremsen oder abrupte Bewegungen machen, wie Ihr wollt, das Auto reißt so gut wie nie aus. Arcade-lastig ist außerdem auch die Grafik: Denn auch hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan, die Zuschauer am Rand wirken wie lieblos dahingeklatschte Strichmännchen. Immerhin erwarten Euch unterschiedliche Spielmodi wie Multiplayer (Split-Screen und Online), Karriere und Zeitrennen. Was sich umfassend anhört, ist zusammengefasst auch nur eine Aneinanderreihung von Rennen. Der Karriere fehlt es an Pfiff und Inhalt.

Wenig Spaß für Unerfahrene

Die Zuschauer sehen fast schon lächerlich aus.
Die Zuschauer sehen fast schon lächerlich aus.
© kicker eSportZoomansicht

Wer außerdem nicht weiß, was "Links 4 nicht schneiden" bedeutet, wird ebenfalls keinen Spaß an WRC 7 haben. Auch wenn sich das Spiel dank der Fahrhilfen auch recht einfach fahren lässt, ist die Simulation dennoch nicht wirklich einsteigerfreundlich. Erklärungen der Begriffe gibt es nicht. Auch die Tipps am unteren Bildschirmrand sind wenig hilfreich, denn während eines intensiven Rennens bleibt kaum Zeit, um diese zu lesen.

Insgesamt sollten Rally-Einsteiger die Finger von WRC 7 lassen, denn ohne große Erklärungen werden Euch hier die Anweisungen ins Ohr diktiert. Aber auch erfahrene Rally-Fans sollten doppelt überlegen, ob sie sich das Spiel zulegen wollen. Denn im Vergleich zum Vorgänger hat sich nur wenig verändert. Höchstens die verschiedenen Modi können hier überzeugen.

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