Dario Wünsch sieht SC II gut aufgestellt

'TLO': "Wir werden immer da sein"

von Lars Becker am 08.08.2018 um 11:31

Dario 'TLO' Wünsch ist eine Lichtgestalt der StarCraft II-Szene und international längst zum Publikumsliebling avanciert. Der Zerg-Spieler von Team Liquid sieht sich selbst nach acht Jahren genauso wenig am Ende angelangt wie den RTS-Titel, der ihn bis heute weiter antreibt und positiv in die Zukunft blicken lässt.

Hat noch viel vor: Dario 'TLO' Wünsch von Team Liquid.
Hat noch viel vor: Dario 'TLO' Wünsch von Team Liquid.
© ESL/Helena KristianssonZoomansicht

Trotz seines frühen Ausscheidens kürzlich bei der WCS Valencia ist Wünsch zielstrebig wie eh und je: "Eine Championship zu holen, ist ganz klar noch Ziel", sagt er. "Allerdings habe ich inzwischen auch andere Pflichten und kümmere mich um die anderen Spieler bei Team Liquid." Daher würde es ihm als Manager der StarCraft-Abteilung auch sehr viel bedeuten, wenn seine Mannschaftskollegen gut abschneiden.

Aber das Spielen bei großen Turnieren sei trotz erweitertem Aufgabenbereich immer noch seine große Passion. Deshalb bleibe er auch noch einige Jahre dem eSport als Profi erhalten. "Ich plane da nicht in die Zukunft. Ich weiß, ich werde immer meinen Weg und einen Platz im eSport finden". Mit Rücktrittsgedanken verschwende er keine Zeit. Was zählt, sei die Freude am Spiel.

Von schwindender Geschwindigkeit will der Zerg-Spieler ohnehin nichts hören. Er sei mit seinen 28 Jahren "schneller und genauer als vor einigen Jahren". "Ich halte das immer für Unsinn, wenn behauptet wird, Schnelligkeit und Reaktionsgeschwindigkeit nimmt, besonders schon so jung, im Alter ab." Das treffe nur auf Leute zu, die aufhören, diese Fähigkeiten zu trainieren.

StarCraft ist meine große Leidenschaft.Dario 'TLO' Wünsch

Als StarCraft II-Urgestein hat er keine Pläne, zu einem anderen Titel zu wechseln. "StarCraft ist meine große Leidenschaft, und solange es eine Szene gibt, von der ich auch leben kann, möchte ich weiter aktiv sein." Ein Hintertürchen hält er sich aber offen: "Allerdings weiß man nie, wie sich die Zukunft entwickelt und vielleicht werde ich mich eines Tages einem anderen Spiel widmen." Aber auch andere Aufgaben würden ihn reizen. "Mein Traum ist es, eines Tages ein Trainingscenter für Pro-Gamer zu leiten. Ich glaube, meine positiven aber auch negativen Erfahrungen könnten jungen Spielern sehr helfen."

Gute Aussichten

Er blickt auf jeden Fall positiv in die Zukunft. "Dieses Jahr hatten wir - vermutlich dank free-to-play - zum ersten Mal seit langer Zeit Wachstum in der SC II-Szene. Die WCS Valencia hatte so viele Zuschauer, die BlizzCon ausgenommen, wie wir seit 2014 nicht mehr hatten." Gespannt sei er auf die Pläne Blizzards zur WCS 2019. "Ich denke, nächstes Jahr wird genauso gut, wenn nicht besser als dieses."

Nachwuchs-technisch sieht es im Echtzeitstrategie-Klassiker ebenfalls gut aus. Mit den beiden 16-Jährigen Riccardo 'Reynor' Romiti und Clément 'Clem' Desplanches halten zwei Jungprofis regelmäßig mit den Routiniers bei großen Turnieren mit. "Es freut mich riesig, dass wir junge Spieler haben, die es jetzt an die Spitze schaffen. Wobei, auch wenn sie jung sind, sie eigentlich auch schon von fast von Anfang an dabei waren. Jetzt sind sie endlich 16 und dürfen WCS spielen. Sehr ärgerlich, dass sie vorher wegen ihres Alters ausgeschlossen waren." Die Zukunft scheint gesichert. "Solange Blizzard kein neues RTS herausbringt, wird SC II immer eine Szene haben, vielleicht nicht so groß wie manche MOBAs oder FPS, aber wir werden immer da sein."

Social Media

FacebookInstagramTwitterYouTube


Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de