Julian Brosig spricht über letzten Erfolg

StarCraft II-Profi 'Lambo': "Ich will mehr"

von Lars Becker am 11.06.2018 um 18:32

Der Erfolg bei der World Championship Series (WCS) in Austin sei sein Durchbruch in der internationalen Szene, sagt Julian 'Lambo' Brosig. Der Zerg-Spieler erzählt kicker eSport vom Halbfinaleinzug bei der WCS, seinem Aufenthalt in Korea und Hoffnungen auf die BlizzCon.

Julian 'Lambo' Brosig hat Deutschland bei der WCS in Austin am besten vertreten.
Julian 'Lambo' Brosig hat Deutschland bei der WCS in Austin am besten vertreten.
© Blizzard/ Carlton BeenerZoomansicht

"Das war der größte Erfolg für mich bisher," stellt Brosig fest und gibt sich damit noch lange nicht zufrieden: "Ich will mehr." Um wirklich zufrieden mit seiner eSport-Karriere zu sein, müsse er die Play-offs bei der BlizzCon erreichen oder es einmal in ein Finale schaffen.

In Texas ist er nah an Letzteres herangekommen. Erst im Halbfinale scheiterte der 22-Jährige gegen den späteren Sieger Joona 'Serral' Sotala. Endlich schaffte er es, seine Klasse bei einem Offline-Event zu zeigen. "Ich denke, dass ich vorher unter den Pros bereits als Topspieler angesehen wurde und schon seit langer Zeit mit den Besten mithalten konnte, vor allem Online. Aber es tut gut, das auch Offline zeigen zu können."

Anders als im vergangenen Jahr zeigte er tatsächlich, welche Fähigkeiten in ihm stecken. "Die Performance war der Durchbruch in der internationalen Turnierszene", ist er sich sicher. Dass ihm das gelang, sei auf das Umgehen mit Nervosität und die minutiöse Vorbereitung zurückzuführen. Die Tische und Stühle vor Ort hinderten ihn in der Vergangenheit daran, sein Potenzial auszuschöpfen. "Also habe ich angefangen mit unterschiedlichen Stuhlhöhen zu trainieren und aufgehört Armlehnen zu benutzen." Umstände wie bei richtigen Turnieren. Für den Erfolg probiert er auch andere Sachen aus. "Seit diesem Jahr spiele ich immer in ein paar T-Shirts mit Pulli und habe mindestens zehn Handwärmer dabei, weil meine Hände immer kalt werden in Turnieren."

Training in Korea

Besonders dankbar ist er, seit Ende 2017 für Team QLASH spielen zu dürfen. "Es hilft sehr ein stabiles Team hinter einem zu haben. Dadurch geht auch einiges an Druck flöten." Eine Zeit hat er sich nun gemeinsam mit Profis wie Sasha 'Scarlett' Hostyn in Korea vorbereitet. Für gewöhnlich stand er um 10 Uhr auf, wie er erzählt. Nach dem Frühstück, Sport und Mittagessen wurde der Rest des Tages mit der Rangliste und Custom-Games verbracht. Manchmal kamen noch andere Freizeitaktivitäten wie Fußball dazu. Er glaube allerdings nicht, sich sonderlich verbessert zu haben. "Ich wurde vielleicht etwas schneller, aber ich habe mich strategisch kaum verändert."

Einen Vorteil hat der Aufenthalt in Korea ihm dennoch für Austin beschert. Er sei für manch andere Spieler vom Radar verschwunden. "Deswegen mussten sie sehr generisch gegen mich spielen." Jetzt ist er in München, "um ein bisschen zu relaxen" und für die WCS Challenger werde er dann nach Berlin fahren. "Ich werde, denke ich, nur dann zurück nach Korea gehen, wenn ich mich für die Blizzcon qualifiziere."

Dass es damit klappt, hält er für realistisch: "Ich glaube auf jeden Fall, dass ich gute Chancen habe, es in die Global Finals zu schaffen. Es gibt drei Spieler vor mir, die schlechter sind als ihre momentane Platzierung und drei bis vier Spieler unter mir, die besser sind. Es sollte also ein knapper Fight werden für die sieben Spots, die nicht 'Serral' sind." Aktuell befindet er sich auf dem neunten Rang.

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