Neuer Wettskandal in Korea

Wegen Manipulation: Ermittlungen gegen SC-Profi

von Lars Becker am 16.03.2018 um 11:44

Erneut trifft ein Manipulationsskandal die StarCraft-Szene, diesmal hat es den ersten Teil erwischt. Ein Spieler soll koreanischen Medienberichten zufolge eigene Partien verschoben haben, um mit Wetten illegal Geld zu verdienen. Der Turnierveranstalter AfreecaTV kündigte an, den Beschuldigten nicht mehr an der Afreeca Starleague (ASL) teilnehmen zu lassen, sollte sich der Verdacht bewahrheiten.

StarCraft-Profi Neul 'Sky' Ha soll eigene Spiele verschoben haben.
StarCraft-Profi Neul 'Sky' Ha soll eigene Spiele verschoben haben.
© WEGL/ ScreenshotZoomansicht

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um den Protoss-Spieler Neul 'Sky' Ha. Ein Profi, der in verschiedenen Wettbewerben des ersten StarCraft-Teils antritt. Im Fokus der Ermittlungen ist vor allem der WEGL StarCraft Remastered Super Fight, bei dem es rund 45.000 US-Dollar zu gewinnen gab. Allen Anschein nach hatte er es von Anfang an nicht auf das Preisgeld abgesehen. Der 24-Jährige schied dort im Viertelfinale aus und gab ein ganz schlechtes Bild ab.

"Wenn sich die Verdächtigungen bestätigen, wird der betreffende Spieler aus jeglichen eSport-Turnieren von AfreecaTV verbannt und das bisherige Preisgeld konfisziert", teilte AfreecaTV per Pressemitteilung mit. Spielmanipulationen im eSport werden in Korea zudem strafrechtlich verfolgt, weshalb sich die Polizei in Busan eingeschaltet hat. Nach Information der Ermittler soll 'Sky' geplant haben, auch an der ASL5, die von AfreecaTV veranstaltet wird, anzutreten und Partien dort absichtlich zu verlieren. Im Zuge der Ermittlungen seien noch weitere Personen verhaften worden. Derzeit ist noch unklar, ob auch andere Profispieler in die Angelegenheit verwickelt sind.

Nicht das erste Mal

Fälle wie diese sind mittlerweile keine Seltenheit und werfen immer wieder ein schlechtes Licht auf StarCraft. Im Februar 2016 wurde StarCraft II-Publikumsliebling Seung Hyun 'Life' Lee wegen Spielmanipulationen festgenommen. Umgerechnet 60.000 US-Dollar soll der Weltmeister von 2014 dadurch erwirtschaftet haben. Daraufhin wurde er von der Korean eSport Association (KeSPA) lebenslänglich vom eSport-Betrieb ausgeschlossen. Die gleiche Strafe erhielt dessen Landsmann Byung Hyun 'YoDa' Choi, der für 25.000 US-Dollar eigene Matches verlor.

In Korea gibt es ganze kriminelle Netzwerke, die sich dem Wettbetrug im eSport widmen. Zahlreiche bekannte Spieler wurden bereits von solchen angesprochen. Oftmals entsteht der Kontakt über Personen, die der jeweilige Profi näher kennt, beschrieb zum Beispiel die StarCraft-Legende Byung Goo 'Stork' Song. Dem Spieler wird versprochen, dass ein solches Vergehen nichts Schlimmes sei. Wenn die ersten Manipulationen stattgefunden haben, benutzen die Netzwerke diese als Druckmittel und drohen, alles auffliegen zu lassen.

kicker eSport-Freunde auf Facebook

Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de