14-jähriger Jungprofi im Gespräch

SC II-Talent 'Reynor': Die DreamHack ist sein Ziel

von Lars Becker am 22.05.2017 um 11:19

Blutjung, charismatisch, talentiert: Riccardo 'Reynor' Romiti könnte in Zukunft zu den großen Stars in StarCraft II gehören. Die etablierten Spieler haben bereits einen Vorgeschmack seines Talents bekommen - dabei ist er gerade einmal 14 Jahre alt. Gegenüber kicker eSport sprach er unter anderem über seine bisherigen Erfolge, die Perspektive von jungen Spielern in StarCraft II und von welchem Profi er sich manchmal Tricks abschaut.

Riccardo 'Reynor' Romiti erreichte bei der DreamHack:Valencia 2016 die Top-Acht.
Riccardo 'Reynor' Romiti erreichte bei der DreamHack:Valencia 2016 die Top-Acht.
© DreamHack/ Adela SznajderZoomansicht

Mit einem ansteckenden Strahlen im Gesicht betritt Riccardo Romiti bei seinen Offline-Auftritten die Bühne und zieht die Zuschauer in seinen Bann. Wie sehr der 14-Jährige diese kostbaren Momente genießt, ist dem Italiener deutlich aus dem Gesicht abzulesen. Souverän stellt er sich den Fragen der Moderatoren, die gar nicht begreifen können, dass der Knabe vor ihnen die erfolgreichsten RTS-Strategen Europas ins Schwitzen bringt, die teilweise fast doppelt so alt sind wie er.

"Der schönste Moment war bisher für mich, als ich die Top-Acht bei der DreamHack:Valencia erreicht habe", erzählt er. Damit gibt sich der erfolgshungrige Teenie noch lange nicht zufrieden: "Mein größtes Ziel ist es, in der Verfassung zu sein, Major-Events zu gewinnen wie die DreamHack."

StarCraft II-Spieler durch und durch

Hin und wieder kommt innerhalb der Community die Nachwuchsfrage auf - und Ängste vor der Zukunft werden laut. StarCraft II kann mit den hohen Preisgeldern und Zuschauerzahlen anderer Titel nicht konkurrieren. Ein Wechsel zu einem alternativen eSport kommt für Romiti derzeit allerdings nicht infrage. Dafür fühle er sich zu wohl in der Community. Dass der Echtzeitstrategie-Klassiker in den vergangenen Jahren an Popularität eingebüßt hat, hält ihn von seinen Ambitionen nicht ab.

"Blizzard erhöht stets den Preispool für die Turniere und bis 2018 gibt es da auch keine Probleme. Was danach passiert, werden wir sehen." Ob sich StarCraft II finanziell lohnt, hänge immer von seinen eigenen Leistungen ab. Sein Team True eSport, ansässig in Italien, unterstütze ihn allerdings gut.

In Italien gehört das verheißungsvolle Nachwuchstalent längst zu den Besten und war die Lebensversicherung seines Heimatlands beim Nationen-Turnier NationWars. Fans hatten Romiti in einem Voting in die Mannschaft gewählt: "Die italienische Szene ist nicht sehr groß, aber sie ist dank leidenschaftlicher Leute stark." Er sei den Fans dankbar, die ihn und seine Matches verfolgen. "Ich würde gerne mehr Italiener dazu bringen, StarCraft II zu spielen." Die widmen sich seiner Einschätzung nach aber lieber simpleren Spielen.

Auf den Spuren von 'Snute'

"Ich mag StarCraft II wirklich sehr und auch, mich mit anderen darüber auszutauschen", beschreibt Romiti seine Leidenschaft an dem Titel, den er seit seinem elften Lebensjahr spielt, und "als Erstes nur zum Spaß". Zwei italienische StarCraft-Persönlichkeiten, Giovanni 'Evaner' Finizio und Alessandro 'Vasa' Vasarri, wurden schnell auf sein außergewöhnliches Talent aufmerksam. Sie waren seine ersten Förderer und legten den Grundstein für seine Profikarriere.

Handshake mit seinem Idol: Von Jens 'Snute 'Aassgar (li.) schaut sich der 14-Jährige gerne etwas ab.
Handshake mit seinem Idol: Von Jens 'Snute 'Aassgar (li.) schaut sich der 14-Jährige gerne etwas ab.
© DreamHack/ Adela SznajderZoomansicht

Einen riesigen Sprung machte er, wie er selbst sagt, als er eine Woche im Schweizer Trainingshaus seines ehemaligen Teams mYinsanity verweilte. Dort trainierte er Seite an Seite mit internationalen Größen wie dem Dreamhack: Valencia-Champion von 2014, Lee 'Sacsri' Yeh Hoon (mittlerweile zurückgetreten): "Da habe ich mich sehr verbessert."

Tricks für seine eigenen Partien schaut er sich auch bei Jens 'Snute' Aasgaard ab, dem erfolgreichsten StarCraft II-Profi außerhalb Südkoreas. Wie der Norweger tritt auch 'Reynor' mit der Zerg-Rasse an: "Ich mag seinen Spielstil und finde, dass er ein sehr netter Typ ist. Er wird nie wütend, bleibt immer ruhig und sein Stream ist sehr unterhaltsam und lehrreich."

Das Aushängeschild von Team Liquid sei "bei Weitem" sein Lieblingsspieler. Kein Wunder, schließlich prägt er seit Jahren die europäische Szene und gilt als Musterprofi mit einer erfolgreichen Karriere. Läuft alles so, wie sich 'Reynor' das vorstellt, könnte er eines Tages eine ähnliche Stellung in StarCraft wie Aasgaard einnehmen.

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