Heiße Diskussionen um sein Standing

Ist der verbannte Ex-Weltmeister 'Life' zurück in SC II?

von Lars Becker am 07.04.2017 um 08:21

Gerüchte machen die Runde, dass der wegen Manipulation verbannte StarCraft II-Weltmeister von 2014, Lee 'Life' Seung Hyun, wieder das Spielen des Echtzeitstrategie-Titels aufgenommen hat. Das entfachte in den vergangenen Tagen eine hitzige Debatte, ob eine Begnadigung gerechtfertigt ist oder er weiterhin für immer ausgeschlossen werden sollte.

Ist wieder Thema: Lee 'Life' Seung Hyung.
Ist wieder Thema: Lee 'Life' Seung Hyung.
© teamliquid.netZoomansicht

Der heute 20-Jährige war einer der einflussreichsten Stars der Szene. Sein außergewöhnliches Multitasking und seine einzigartige Einheitenkontrolle brachten ihm nicht nur zahlreiche Titel sondern auch viele Fans rund um den Globus. Umso schockierender war die Nachricht, dass er des Geldes wegen absichtlich eigene Spiele verlor. Daraufhin wurde er von der Korea eSport Association (KeSPA) lebenslang vom eSport ausgeschlossen und von der Staatsanwaltschaft bestraft. Bis heute geben ihm viele Mitschuld an dem Zerfall der koreanischen SC II-Szene.

Nun tauchte sein Name plötzlich in der Online-Rangliste auf dem koreanischen Server auf. Das mutmaßliche Konto des ominösen Spielers könnte angesichts der Anzahl der gespielten Partien und einsehbaren Erfolge innerhalb der Rangliste tatsächlich das des zweifachen Global StarCraft League-Siegers sein. Eindeutige Beweise gibt es dafür zwar noch nicht, hitzige Diskussionen dafür schon. Die Reaktionen darauf waren gemischt. Die eine Seite würde gerne seine unnachahmlichen Künste erneut in Aktion sehen, die andere kann ihm seinen folgenschweren Fehler bis heute einfach nicht verzeihen und plädiert auf die Fortsetzung der Strafe.

Gefahr der Nachahmer

Neben den zahlreichen Debatten zwischen der gespaltenen Community meldeten sich auch Spieler und Szene-Größen zu Wort und gaben ihre Meinung kund. Kommentator und Ex-Profi Dan 'Artosis Stemkoski, bekanntlich ein großer Fan des Spielers, sprach sich schweren Herzens gegen eine Begnadigung des früheren Publikumslieblings aus: "Die ganze Situation mit ihm ist sehr tragisch. Man muss aber ein Exempel statuieren", sagte Stemkoski, der seine Partien jahrelang in Südkorea kommentierte. Zu groß sei die Gefahr vor Nachahmern, wenn zu lasch mit Tätern wie 'Life' umgegangen werde. Er tendiere dazu, ihn nicht wieder antreten zu lassen: "Ich würde ihn trotzdem liebend gerne wieder spielen sehen. Er war der aufregendste Zerg-Spieler in StarCraft II", fügte er hinzu.

Der frühere Team-Kapitän des koreanischen Teams Axiom Choi 'Crank' Jae Won kann die ganzen Diskussionen nicht nachvollziehen und lässt kein gutes Haar an seinem Landsmann: "Warum vermissen so viele Fans außerhalb Koreas einen Matchfixer? Das ist sehr schwer für mich zu verstehen", schrieb er angesäuert auf Twitter. Mit seinem Statement deutete er auch an, dass in Südkorea die Stimmungslage anders sei. Die Koreaner sind diesbezüglich sensibler. Dort war das nämlich nicht der erste Manipulationsskandal. In 2010 wurde die Brood War-Legende Ma 'sAviOr' Jae Yoon ebenfalls vom professionellen eSport wegen absichtlich verlorener Spiele ausgeschlossen. Die eSport-Szene hatte großen Imageschaden davon getragen. Seitdem wird jedem noch so kleinen Verdacht der Manipulation nachgegangen und bei eindeutiger Beweislage hart bestraft.

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