Was ist Turtling?

StarCraft II ABC: T wie Timing Attack

von Lars Becker am 01.02.2017 um 12:01

StarCraft-Partien auf professioneller Ebene können aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit Laien vor eine schwierige Herausforderung stellen. Dass Kommentatoren zudem in der eSport-Szene häufig auf spielspezifische Begriffe und Anglizismen zurückgreifen, ist zwar nicht ungewöhnlich, aber sehr verwirrend für Anfänger im StarCraft-Universum. Dieses Mal sind die wichtigsten Begrifflichkeiten mit den Anfangsbuchstaben "T" in der Erklärung.

Das StarCraft-ABC beschäftigt sich in diesem Artikel mit dem Buchstaben "T".
Das StarCraft-ABC beschäftigt sich in diesem Artikel mit dem Buchstaben "T".
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Je länger StarCraft-Partien dauert, desto stärker werden im Laufe der Matches die einzelnen Einheiten der Spieler. Dafür sorgen die sogenannten Techs, also Technologiestufen. Generell wird zwischen Tech 1, Tech 2 und Tech 3 unterschieden. Tech 1 ist dabei die unterste Stufe, die jedem Spieler zu Beginn einer Partie zur Verfügung steht. Mit ein wenig Zeit und Rohstoffen kann diese Technologie erweitert werden. Die erste Technologie ist bei den Zerg beispielsweise die Hatch, also das Hauptgebäude. Lediglich Einheiten wie Zerglinge und Queens können zu diesem Zeitpunkt gebaut werden. Die Hatch kann aber zum Lair (Tech 2) und später zum Hive (Tech 3) weiterentwickelt werden. Mit den verschiedenen Entwicklungsstufen bekommt der jeweilige Spieler Zugriff auf weitere Upgrades und Einheiten.

Nicht immer werden jedoch die höheren Technologien benötigt. Bei Timing Attacks zum Beispiel, wird wie der Name vermuten lässt, mit einem zeitlich perfekt abgestimmten Angriff das Spiel beendet. Manchmal sind keine höheren Techs notwendig, um die Defensive des Gegners zu durchbrechen. Der Gegner wird dabei auf dem falschen Fuß erwischt und der Angriff schlägt im Idealfall ein, bevor der andere Spieler eine kritische Masse an Einheiten, Verteidigungsstrukturen oder wichtige Einheiten erworben hat. Aber Vorsicht: Kann der Gegner den Angriff abwehren, ist dieser in einer aussichtsreichen Position. Bei einer solchen Timing Attack vernachlässigt der ausführende Spieler andere Bereiche wie die Ökonomie. Einen Großteil seiner Mittel investiert er ja in Streitkräfte, um das Spiel zu einem bestimmten Zeitpunkt sofort zu beenden.

Es gibt jedoch Spieler, die sind selbst mit einer Timing Attack nur sehr schwer zu knacken: Spieler, die das Turtling perfektioniert haben. Diese stehen lange sehr defensiv und igeln sich regelrecht ein. Das deutsche StarCraft-Urgestein Sascha 'GoOdy' Lupp etwa ist berühmt dafür, sich mit seinen mechanischen Einheiten wie Panzern zu verbarrikadieren. Ein erfahrener Profi wie Lupp muss kein flinker Tastatur-Akrobat sein, um zu gewinnen: Durch gute Positionierung seiner Einheiten und Verteidigungsstrukturen kann er Defizite in der Schnelligkeit ausgleichen. Um einen solch passiven Spieler auszuhebeln, bedarf es viel Geduld, Ruhe und Fingerspitzengefühl. Deshalb treten viele Spieler nur sehr ungern gegen diesen Stil an. Eine falsche offensive Bewegung kann die Niederlage bedeuten.

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