Erst im Entscheidungs-Duell war Schluss

GSL: 'Scarlett' verpasst nur knapp die Sensation

von Lars Becker am 27.01.2017 um 11:46

Es blieb nervenaufreibend bis zum Ende: Die kanadische StarCraft II-Spielerin Sasha 'Scarlett' Hostyn hat denkbar knapp den Einzug in die Round-of-16 der renommierten Global StarCraft League (GSL) verpasst. Ihre Vorstellung war dennoch beeindruckend.

Sasha 'Scarlett' Hostyn stellte sich dem schwersten SC II-Turnier.
Sasha 'Scarlett' Hostyn stellte sich dem schwersten SC II-Turnier.
© Screenshot/AfreecaTVZoomansicht

Hostyn hat das gewagt, was nur ganz wenige nicht-koreanische Spieler überhaupt in Erwägung ziehen: Sie reiste nach Südkorea und trat beim härtesten StarCraft II-Wettbewerb der Welt an, der GSL. Nachdem sich die 23-Jährige in der Qualifikation durchsetzen konnte, musste sie sich nun in ihrer Gruppe in der Round-of-32 behaupten. Auch dort spielte die Kanadierin vom Team expert mutig auf und brachte ihre Gegner in die Bredouille.

Hostyn startete gut und gewann gleich zu Beginn mit 2:0 gegen Kim 'MyuNgSik' Myung-Sik, einem tückischen Protoss-Spieler, der immer eine ausgefallene Strategie parat hat. Im Sieger-Match gegen den ehemaligen GSL-Champion Kim 'Classic' Doh Woo verlor die Zerg-Spielerin dann jedoch knapp mit 1:2.

Gut gespielt, nicht belohnt

Also ging es im Entscheidungsduell gegen Han 'aLive' Lee Seok um alles. 'Scarlett' behielt zunächst in komplizierten Situationen die nötige Ruhe und auch ihre Einheiten-Kontrolle war auf GSL-Niveau. Mit wenig Ressourcen kämpfte sich Hostyn gegen den aggressiv spielenden 'aLive' trotz schlechter Ausgangslagen stets zurück in die Partie und ging sogar mit 1:0 in Führung. Auf der zweiten Karte hätte sie dann den Sack zu machen müssen. Sie erspielte sich einen großen Vorteil, verlor aber verlor einen Großteil ihrer Armee, als sie zu ungestüm den Kampf suchte. In einer dritten spannenden Partie hielt 'Scarlett' erneut hervorragend mit, zerbrach letztlich aber unter dem stetigen Druck des Gegners und schied deshalb auf dem dritten Platz aus.

Großes Interesse

Eine solch gute Vorstellung eines nicht-koreanischen Spielers gab es in der GSL lange nicht mehr und dementsprechend war das Interesse groß: Etwa 35.000 Zuschauer sammelten sich im Entscheidungs-Match alleine auf dem englischen Stream, um das Spektakel zu sehen. Einen Wert, den die GSL mitten in der Woche lange nicht mehr erreichte. Immerhin treten Foreigner (zu Deutsch: Ausländer), wie nicht-koreanische Spieler im SC II-Jargon genannt werden, nur recht selten in der höchsten koreanischen Spielklasse an.

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