Ikone kritisiert Blizzard und KeSPA

'Stork' nach SC II-Ende enttäuscht: "Alle sind schuld!"

von Lars Becker am 08.12.2016 um 09:50

Die StarCraft-Ikone Song 'Stork' Byung Goo hat scharfe Kritik an Entwickler Blizzard, ehemaligen Spielerkollegen und dem koreanischen eSport-Verband KeSPA geübt. Im Interview mit der eSport-Nachrichtenseite Inven wirft der 28-Jährige beiden Organisationen vor allem mangelnde Handlungsbereitschaft vor - besonders während des großen Manipulationsskandals im Jahr 2015. Einige Spieler erhielten damals ein lebenslängliches eSport-Verbot in Korea, weil sie absichtlich ihre Spiele verloren hatten.

Song 'Stork' Byung Goo geht mit Blizzard und KeSPA hart ins Gericht.
Song 'Stork' Byung Goo geht mit Blizzard und KeSPA hart ins Gericht.
© BlizzardZoomansicht

"Ich habe begonnen, jeden zu hassen, der in den Manipulationsskandal verwickelt war. Ich war von der ganzen Industrie enttäuscht", erzählt er. Im August hatte Profispieler Byung Goo seiner Aussage nach vom Ende der historischen StarCraft Pro League (SPL) erfahren. 'Stork' arbeitete zu dieser Zeit in einer Doppelfunktion als Spieler und Trainer bei Samsung Khan. Hauptgrund waren die Manipulationen.

"Es gab immer wieder solche Gerüchte, aber niemand hat die Initiative ergriffen." Zahlreiche Spieler und Teams verließen anschließend StarCraft II und hinterließen einen Scherbenhaufen. Jetzt habe er sich langsam mit all den Enttäuschungen abgefunden, nachtragend ist er trotzdem: "Alle Parteien sind schuld. Aber die Spieler, die absichtlich Matches verloren haben, richteten den größten Schaden an."

Enttäuschendes Treffen

Die Gewissheit, dass die Pro League bald lediglich ein Relikt der eSport-Geschichte sein würde, kam bei einem Treffen zwischen den Trainern und Blizzard: "Wir alle sind mit Verzweiflung, aber auch großer Entschlossenheit in diesen Raum gegangen, um die SPL am Leben zu halten. Es war allerdings offensichtlich, dass es sie kaum gekümmert hat. Sie waren nicht einmal sonderlich gut über den Manipulationsvorfall informiert."

Die Trainer hatten gehofft, bei diesem Treffen Lösungsvorschläge für die Zukunft auszuarbeiten. "Blizzard und KeSPA haben schon nach Alternativen zu StarCraft II gesucht und nicht nach Wegen, um die Szene zu retten", resümierte er. Für sie sei es nur ein Spiel unter vielen gewesen. Das habe ihn sehr enttäuscht und verletzt. Für die KeSPA fand er jedoch überraschenderweise noch ein paar lobende Worte: "Sie tat ihr Bestes."

Zurück zu seinen Wurzeln

Jetzt kehrt er wieder zu Brood War zurück, dem ersten StarCraft-Teil. Er habe sich lange Gedanken über seine Zukunft gemacht. Auch Blizzards Overwatch sei eine Option gewesen. Er müsse jedoch bald seinen Wehrdienst antreten und deshalb lohne es sich nicht, in einem ganz neuen Spiel anzufangen. StarCraft II kehrt er vorerst den Rücken. "Ich glaube, StarCraft II ist ein sehr spaßiges Spiel, wenn du erst einmal herausgefunden hast, wie es funktioniert." Das Echtzeitstrategie-Genre ist seiner Meinung nach einfach nicht mehr so beliebt, wie es einst war. Die Zeiten hätten sich geändert und viele hätten dem Spiel einfach keine Chance gegeben.

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