DeepMind und Blizzard kooperieren

Blizzard: KI soll StarCraft II-Spieler schlagen

von Lars Becker am 08.11.2016 um 14:56

Blizzard flirtet mit der Zukunft. Auf der BlizzCon hat der Spieleentwickler eine Kooperation mit dem Start-up DeepMind vorgestellt. Das Technikunternehmen gehört zu Google und gilt als Pionier für die Forschung an Künstlicher Intelligenz (KI). Gemeinsam wollen sie eine KI trainieren, die Profis schlagen kann.

DeepMind und Blizzard arbeiten an einer KI für SC II.
DeepMind und Blizzard arbeiten an einer KI für SC II.
© BlizzardZoomansicht

Der letzte aufsehenerregende Erfolg von DeepMind war die AlphaGo, eine KI die den Weltmeister des Brettspiels "Go" besiegte. Das galt bis dahin als unmöglich für einen Computer. Die nächste Herausforderung für DeepMind wird nun StarCraft II.

Mit der Entwicklung verfolgen die Ingenieure einen langfristigen Plan, der über die Gaming-Industrie hinausführt. Sie wollen Probleme der wirklichen Welt simulieren, damit entstandene Technologien angewendet werden können, um Systeme zu optimieren, zum Beispiel in Bereichen wie Gesundheit, Energie und Wissenschaft. So habe man schon Googles Server-Kühlsysteme mithilfe von künstlicher Intelligenz verbessern können. KI steckt übrigens auch in jeder Spracherkennungssoftware, beispielsweise auf dem Smartphone.

StarCraft II sei aufgrund der komplexen Regeln die ideale Plattform für den nächsten Schritt in der KI-Forschung, sagte DeepMind-Mitarbeiter Oriol Vinyals. Interessant mache StarCraft insbesondere, dass Spieler stets Entscheidungen abwägen müssen, zum Beispiel, ob mehr Einheiten oder Verteidigungsstrukturen gebaut werden sollen: "Ihr musstet alle Taktiken lernen, aber für einen Computer ist schon eine einzige dieser Aufgaben zu bewältigen, eine bahnbrechende Forschungsaufgabe", erklärten die Entwickler auf der BlizzCon. Deshalb warnt Vinyals vor überzogenen Erwartungen: "Wir stehen noch ganz am Anfang und es ist noch ein langer Weg, bis wir unsere KI gegen einen StarCraft II-Champion antreten lassen können."

Der perfekte Trainingspartner?

Auch für Blizzard ist die Kooperation mit der Google-Tochterfirma ein lukratives Geschäft. Nicht nur erregt die Zusammenarbeit mediale Aufmerksamkeit, sie hilft Blizzard zudem ihre eigene Künstliche Intelligenz im Spiel zu verbessern, so dass sie möglicherweise in Zukunft auch für gestandene Spieler eine gute Trainingsmöglichkeit darstellen könnte. Die aktuellen virtuellen Gegner seien laut StarCraft II-Entwickler Kevin Calderone dafür nicht allzu gut geeignet, da sie "gescripted" seien und damit nur so schlau wie die Entwickler selbst. Künstliche Intelligenzen hingegen können selbstständige Entscheidungen treffen, auf Basis von gemachten Erfahrungen.

AlphaGo, die letzte große KI von DeepMind, konnte immerhin den besten Go-Spieler, Lee Sedol, besiegen. AlphaGo erlernte das Spielprinzip und viele Feinheiten des jahrtausendalten Brettspiels durch Beobachtung und Imitation von Spielen zwischen Menschen. So soll auch die StarCraft II-KI lernen. Dafür stellt Blizzard sogar eine eigene API zur Verfügung. Jeder, der sich mit Deep-Learning-Forschung beschäftigt, das ist die Technologie hinter aktuellen KIs, kann dann auf aufbereitete Daten und Matches aus StarCraft II zurückgreifen um das eigene Konstrukt zu trainieren.

Die angestrebte KI von DeepMind soll im Endeffekt alles selbst erlernen, dann eine echte Herausforderung darstellen - und im Idealfall einen StarCraft-Champion schlagen.

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