Blizzard und die Ausschaltoption

SC II-Entwickler exklusiv: Die Problematik mit den Skins

von Lars Becker am 29.08.2018 um 17:08

Wer seine Einheiten in StarCraft II optisch verschönern will, kann mittlerweile auf ein großes Angebot an Skins zurückgreifen. Allerdings scheint dies noch immer ein heißes Thema bei Blizzard zu sein. Warum dies so ist und wie das Unternehmen damit eventuell in Zukunft umgehen könnte, erklärt StarCraft II-Entwickler Kevin Dong.

So will Blizzard in Zukunft mit Skins umgehen.
So will Blizzard in Zukunft mit Skins umgehen.
© BlizzardZoomansicht

StarCraft II ist kein eSport-Titel, der von Anfang an auf optische Verschönerungen gesetzt hat. Stattdessen gab es über Jahre Diskussionen, ob solche Abänderungen der Einheiten und Gebäude überhaupt sinnvoll seien. Während Traditionalisten die ablenkende Wirkung von Modifizierungen kritisierten, sahen andere in ihnen eine gute Möglichkeit, den Titel langfristig finanziell abzusichern und Spieler bei Laune zu halten. Blizzard entschied sich letztendlich, in regelmäßigen Abständen neue Skins zu veröffentlichen.

Das freut die einen, ärgert gleichzeitig aber die anderen. Profis beschweren sich etwa, dass die optischen Veränderungen das Spielen erschweren. Vor allem wenn es darum geht, in Sekundenbruchteilen zu erkennen, um wie viele Einheiten es sich beim Gegner handelt. Das ist bei manchen Skin-Varianten nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Einige Turniere, wie die World Championship Series (WCS), haben deshalb ein Skin-Verbot. In der Online-Rangliste und anderen kleineren Turnieren ist das jedoch nicht der Fall.

Das sagt Blizzard

Deshalb wünschen sich Profis eine entsprechende Option, um die Verschönerungen des Gegners ausschalten zu können. Blizzard sieht hier allerdings ein großes Problem: "Einer der Hauptgründe, warum Spieler sich Skins überhaupt erst kaufen, ist eben um ihre coolen Skins zur Schau zur stellen", erklärt Kevin Dong, Entwickler im StarCraft-Team. "Wenn die Gegner aber in der Lage sind, diese auszustellen, könnte das Spieler in Zukunft davon abhalten, welche zu erwerben." Der Anreiz würde somit fehlen und das ganze Geschäftsmodell Schaden davontragen.

Skins als Werbung bei Turnieren

Bei Blizzard werde laut Dong intern "sehr aktiv" darüber geredet, wie kosmetische Items in Profispielen gehandhabt werden sollen. "Wir überlegen, wie wir sie im eSport als eine Art Werbung zeigen können." Spieler würden somit häufiger auf die Skins aufmerksam gemacht werden, diese gegebenenfalls gut finden und vielleicht sogar selbst kaufen. Das würde auch dem eSport zu Gute kommen. Der Erlös von manchen Angeboten wird nämlich umverteilt und sorgt dafür, dass die Preisgelder bei den Turnieren steigen. Das US-amerikanische Unternehmen möchte deshalb eigentlich ungern Skins aus professionellen Partien verbannen, da diese eben eine gute Plattform für Werbezwecke darstellen. Damit Profis nicht verärgert werden, würden sich die Entwickler in Bezug auf eSport-Matches aber auf einen Kompromiss einlassen. Es gäbe eine Reihe an Möglichkeiten, zum Beispiel: "Eine Option wäre, dass Profispieler in eSport-Matches die Skins ausschalten können, während die Zuschauer sie aber trotzdem sehen können." Damit könnten Skins in Zukunft auch in der WCS zur Schau gestellt werden.

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Gabriel 'HeRoMaRinE' Segat war gerade mal 14 Jahre jung, als er anfing die professionelle StarCraft-Szene aufzumischen. Im Jahr 2011 entdeckte mousesports sein Talent und nahm den Terraner-Spieler ins Team auf. Anfangs hatte er mit einigen Problemen zu kämpfen, vier Jahre später ist er unangefochten die deutsche Nummer eins in SC II. Wir porträtieren den vierfachen ESLM-Champion für Euch.
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