Verdacht auf Bestechung in Korea

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen KeSPA

von Lars Becker am 08.11.2017 um 19:04

Mehreren koreanischen Medienberichten zufolge hat die Staatsanwaltschaft die Büroräume der Korea eSports Association (KeSPA) durchsucht. Grund der Ermittlungen ist der Verdacht auf Bestechung. Drei Personen wurden im Zuge der Untersuchungen festgenommen.

Korruptionsverdacht erschüttert die Korea eSports Association.
Korruptionsverdacht erschüttert die Korea eSports Association.
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In Korea zieht die als äußerst streng geltende KeSPA seit Jahren die Fäden des dortigen eSport und greift dabei mitunter auch rigoros durch. Das verschaffte der Organisation viel Respekt. Womöglich hat der koreanische Dachverband, allen voran der ehemalige Vorsitzende, aber nicht immer mit offenen Karten gespielt. Hohe Geldsummen riefen jedenfalls nun die Staatsanwaltschaft auf den Plan.

Sponsorengelder gegen Lizenz?

"Wir schauen uns den Prozess an, bei dem die Korea eSports Association Sponsorengelder von Lotte Homeshopping erhielt", sagte ein Offizieller der Staatsanwaltschaft gegenüber der koreanischen Tageszeitung Hankyoreh. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die KeSPA Zahlungen in Höhe von 300 Millionen Won (umgerechnet knapp 270.000 US-Dollar) erhielt. So werde zudem ermittelt, ob versucht wurde, durch Sponsorenverträge Einfluss zu gewinnen. In den Fokus der Ermittlungen rückt deshalb auch der KeSPA-Cup in StarCraft II, der unter anderem auch von ebenjenem Unternehmen gesponsert wurde.

Bei dem früheren KeSPA-Vorsitzenden handelt es sich um Jeon Byung Hun, der einst Mitglied im Parlament war und aktuell als Mitglied im Stab des amtierenden Präsidenten tätig ist. Dem Bericht zufolge war er Teil eines Regierungskomitees für Fernsehübertragungen und Kommunikation, das die Möglichkeit hat, die Lizenz der Kaufhauskette für einen Home Shopping Sender zu erneuern. Lotte hatte damals gerade erst ihre Übertragungsrechte verloren. Die Staatsanwaltschaft vermutet daher, dass die Firma mit den Geldern Einfluss auf den Vorsitzenden nahm. Der streitet das allerdings vehement ab. Im Laufe der Untersuchung sind am 7. November nun drei Personen festgenommen worden, darunter auch ehemalige Mitarbeiter des früheren KeSPA-Vorsitzenden.

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