Eine Analyse zum neuen alten Spiel

StarCraft Remastered: Zurück zu den Wurzeln?

von Lars Becker am 29.03.2017 um 12:47

Nur schöne Unterhaltung für zwischendurch oder gleich ein neuer eSport-Hit? Das fragen sich Fans und Spieler seit der Ankündigung von StarCraft Remastered, dem aufpolierten neuen ersten Teil. Wie wird der im Sommer erscheinende Titel die Szene beeinflussen? Viel hängt davon ab, welche Richtung Entwickler Blizzard vorgibt - eine Analyse.

StarCraft Remastered erscheint im Sommer, die Vorfreude ist riesig.
StarCraft Remastered erscheint im Sommer, die Vorfreude ist riesig.
© BlizzardZoomansicht

StarCraft II und StarCraft Remastered werden in Zukunft höchstwahrscheinlich gegenseitig um die Gunst der RTS-Fans buhlen - vor allem in Südkorea. Der aufgepäppelte Echtzeitstrategie-Klassiker stiehlt seinem RTS-Geschwisterchen derzeit ganz klar die Show. Alte Persönlichkeiten aus der Szene melden sich plötzlich aus dem Verborgenen und teilen ihre Vorfreude und Pläne mit. Manche sehen es schon als die Ablösung für StarCraft II. So einfach ist das aber nicht.

Fraglich ist nämlich, ob die neue HD-Version überhaupt den eSport-Markt außerhalb Südkoreas anspricht. Schließlich bleiben die Spielmechaniken auf dem gleichen Stand wie vor 20 Jahren. Das ist nichts für jedermann, sondern eher für hartgesottene Echtzeitstrategie-Liebhaber. In dieser Hinsicht ist der originale Teil sogar noch deutlich schwerer zu handhaben als sein Nachfolger. Daran möchte Blizzard auch definitiv nichts verändern, um die eingefleischten RTS-Veteranen nicht zu verärgern und das unvergleichliche Spielgefühl von damals beizubehalten. Ohnehin war der erste Teil in seinen Hochzeiten viel beliebter in Südkorea als im Rest der Welt, wo ganz andere Titel vorherrschend waren. Zudem bleibt abzuwarten, ob das neue alte StarCraft auch auf langfristige Sicht Spieler anlocken kann. Potenzielle neue Spieler sind möglicherweise auch nicht so angetan, wie die Nostalgiker von der immer noch eher rustikalen Grafik und den komplizierten Spielmechaniken.

SC II nur schwer zu verdrängen

Viel hängt dabei davon ab, welchen Takt Blizzard ab Sommer vorgibt, denn dann soll StarCraft Remastered ungefähr erscheinen. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass Blizzard Remastered StarCraft II vorzieht. Zumal die US-Spieleschmiede im vergangenen Jahr viel in StarCraft II verändert hat und auch weiterhin jede Menge Zeit in ihren nun bereits sieben Jahre alten Titel steckt. Regelmäßig erscheinen neue kosmetische Änderungen, wie Skins oder neue Co-op-Missionen. Außerdem läuft die World Championship Series (WCS) noch mindestens bis zum Ende des Jahres. Auch sie ist jetzt eine etablierte Marke im eSport-Geschäft. Ob Blizzard das aufs Spiel setzten möchte?

Eine viel wahrscheinlichere Variante ist, dass Remastered lediglich die koreanische Brood War-Szene weiter ankurbelt und StarCraft II sowie der erneuerte Klassiker parallel existieren. Das ist ja derzeit nicht anders. StarCraft: Brood War hat in den vergangenen zwei Jahren wieder eine intakte kleine eSport-Szene in Südkorea entwickelt, obwohl die großen Preisgelder in StarCraft II fließen. Auch wenn die größten Turniere nicht den ersten Teil beinhalten, hat Brood War noch heute einen äußerst hohen Stellenwert und gilt dort als das populärere Spiel. Das versprochene Matchmaking-System und die Online-Rangliste könnten das Spiel ebenfalls weiter beleben. Aber kann Remastered auf globaler eSport-Ebene StarCraft II den Rang ablaufen? Das scheint zu diesem Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich.

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