Was sind Run-Bys, Rushes and Co.?

StarCraft-ABC: Q, R und S

von Lars Becker am 18.10.2016 um 19:51

StarCraft-Partien auf professioneller Ebene können aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit Laien vor eine schwierige Herausforderung stellen. Dass Kommentatoren zudem in der eSport-Szene häufig auf Anglizismen oder spielspezifische Begriffe zurückgreifen, ist zwar nicht ungewöhnlich, zugleich aber sehr verwirrend für Anfänger im StarCraft Universum. Dieses Mal sind die wichtigsten Begrifflichkeiten mit den Anfangsbuchstaben Q, R und S in der Erklärung.

Was sind Run-Bys, Rushes and Co.?
Was sind Run-Bys, Rushes and Co.?
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Gerade zu Beginn einer jeden StarCraft-Karriere fällt das Macro Management, also das Errichten von Gebäuden und Produzieren von Einheiten, meist sehr schwer. Deshalb bilden sich insbesondere bei der Produktion Warteschlangen - das sogenannte Queuing. Der Spieler gibt seinen Gebäuden den Auftrag, mehr Einheiten zu produzieren, als es eigentlich imstande ist, herzustellen. Diese Einheiten befinden sich dann in der Warteschleife. Generell wird das auch als schlechtes Macro Management angesehen, wenn zu viele Einheiten in Auftrag gegeben werden. Im Idealfall produziert der Spieler immer dann neue Streitkräfte, wenn die vorherige Produktion abgeschlossen ist.

Ein guter StarCraft-Spieler hält zudem seinen Gegner immer auf Trab. Das kann er sehr erfolgreich durch einen Run-By (zu Deutsch: Vorbeirennen). Dabei sendet der ausführende Spieler seine Einheiten zur gegnerischen Basis und ignoriert vollkommen die gegnerische Defensive, um ökonomischen Schaden anzurichten. Besonders Zerg-Spieler können mit ihren flinken Zerglingen sich an dem Kontrahenten unbemerkt vorbei bewegen.

Eine weitere Strategie ist der Rush. So wird in der Regel die frühe Produktion von bestimmten Einheiten bezeichnet, um den Gegner zu überrumpeln. Anders als bei einem All-In besteht eine größere Wahrscheinlichkeit auf Erfolg, nach dem fehlgeschlagenen Angriff. Um einen Rush erfolgreich verteidigen zu können, ist Wissen das A und O. Durch das Scouting (zu Deutsch: Auskundschaften) verschafft sich der Spieler einen Überblick, was sein Gegner plant. Gewöhnlich werden Arbeiter früh im Spiel als Kundschafter gewählt. Jedoch gibt es auch schnelle Einheiten, wie den Reaper der Terraner, die für das Ausspionieren geeignet sind.

Wer einen Rush oder Run-by aufhalten will, sollte sich Gedanken machen, wie er seine Gebäude platziert und freie Wege strukturiert. Generell sollte die Aufstellung dieser nicht die eigenen Einheiten behindern und sich je nach Matchup ausrichten. Eine gute Platzierung von Gebäuden wird im Szenejargon SimCity genannt. Bei sogenannten Special Tactics hilft manchmal auch die beste SimCity nicht. Der ukrainische StarCraft-Veteran, Aleksey 'White-Ra' Krupnyk prägte über Jahre diesen Begriff. Der heute 35-Jährige war bekannt dafür, auf ungewöhnliche Strategien zurückzugreifen. 'White_ra' hat ein hohes Ansehen, sodass der Begriff noch heute Anwendung findet.

Solche waghalsigen Strategien zu spielen, erfordert höchste Präzision. Ein Fehler im Macro Management und der Gegner kann mit einem gezielten Angriff das Spiel beenden. Zu solchen Fehler gehören neben dem Queuing auch Supply Blocks (sinngemäß: Versorgungsblockierungen). Terraner, Protoss und Zerg müssen um Einheiten zu produzieren immer wieder Versorgungseinrichtungen errichten. Geschieht das nicht, können weder Einheiten noch Arbeiter gebaut werden. Die Orodution steht als für viele wertvolle Sekunden still.

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