Konami legt gegenüber EA Sports vor

PES 2018 im Test: Alte Schwächen und neue Stärken

von Nicole Lange am 11.09.2017 um 10:46

Konamis Pro Evolution Soccer ist zurück und hat in PES 2018 einiges umgekrempelt und verbessert. Die Fußballsimulation kommt in dieser Saison mit einem überarbeitetem Multiplayer und Gameplay-Inhalten daher, die das Spiel bereichern. Wir haben den Titel ausführlich angespielt. Zum Zeitpunkt des Tests waren allerdings die Online-Dienste noch nicht verfügbar. Der Schwerpunkt dieses Tests liegt also auf den Offline-Modi.

PES 2018 ist ab dem heutigen Montag verfügbar: Lest jetzt unseren Test!
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© KonamiZoomansicht

Um eines vorwegzunehmen: Nein, Pro Evolution Soccer 2018 hat auch in diesem Jahr keine Bundesliga-Lizenzen. Die Auftritte deutscher Mannschaften beschränken sich, wie in den vergangenen Jahren, auf drei Bundesligateams - RB Leipzig, FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Ergänzend sei noch erwähnt, dass auch die deutsche Nationalmannschaft wieder am Start ist. Alle anderen Bundesligavereine wird man sich selber via Editor importieren müssen. Eine Praxis, die den alt eingesessen Fans vertraut ist. Ist man erstmal über dieses leidige Thema hinweg und kann es verschmerzen, eröffnet einem PES 2018 eine Fülle an Möglichkeiten.

Große, schöne Fußballwelt

In der "Welt des Fußballs" habt Ihr die Wahl, eine Karriere in der Meister-Liga zu starten. Hier habt Ihr die Möglichkeit, Euch als Trainer oder Spieler eine Karriere aufzubauen. Beide Modi haben ihren Reiz und sind stimmig aufgebaut. Kommt Ihr zu einem Verein, stellt man Euch in einer kleinen PK-Zwischensequenz vor, bevor es in den harten Alltag geht. Als Trainer mischen sich Eure Aufgaben: Spielermanagement, Verhandlungen und Training liegen in Eurer Hand. Ebenso wie das Spiel selbst, das Ihr entweder simulieren oder selber spielen könnt.

Eure Spieler sind aber sehr sensibel, trainiert Ihr sie falsch oder passen die Spielertypen auf dem Feld nicht zusammen, macht sich das in der Form des Spielers bemerkbar. Hier erinnert PES 2018 in den Grundzügen fast schon an einen Manager, zwar nur oberflächlich, aber durchaus unterhaltsam. In der Spielerkarriere zählen dagegen natürlich Eure Leistungen mehr. Das ist besonders bei starken Klubs schwer, denn hier landet ihr meistens erst auf der Bank. Von daher lohnt es sich manchmal, bei einem schwächeren Klub zu spielen, um die Werte Eures Spielers aufzubauen.

Im Karriere-Bildschirm flattern in der Saison immer wieder kleine Meldungen zum aktuellen Teamstatus ein. Sind Spieler zufrieden, bemängeln sie etwas, will einer wechseln oder hat einer eine Message ans gegnerische Team? Alles zeigt sich hier. Das kling eigentlich ganz gut, aber schon nach vier Spieltagen liest man viele Meldungen häufiger nur mit anderen Namen, sodass die eigentlich schöne Idee fast schon etwas lieblos wirkt.

In der Karriere ist die Benutzerüberfläche übersichtlich und einfach zu bedienen.
In der Karriere ist die Benutzerüberfläche übersichtlich und einfach zu bedienen.
© kicker eSport/KonamiZoomansicht

Ein weiterer Modus in "Welt des Fußballs" ist myClub. Diesen Modus will Konami in dieser Saison noch weiter fördern, denn wie die Konkurrenz zeigt, lässt sich mit dem Konzept Geld verdienen und eSport-tauglich ist es auch. In myClub baut Ihr Euren Kader mithilfe von Scouts auf, die Ihr kaufen müsst. Entweder mit erspielten Münzen oder durch die Investition von Geld. Je besser der Scout umso besser die Spieler, doch nicht alle Teammitglieder passen zusammen. Hier muss man ebenso auf den Teamgeist achten und die Spieler dementsprechend ausbilden und zusammenstellen. Zum Zeitpunkt des Tests war der Modus noch nicht aktiv, weshalb wir einen Bericht zu myClub noch nachreichen.

Raus aus den 90ern

All die Jahre zuvor musste Konami immer mal wieder Kritik aufgrund der Benutzeroberfläche in PES hinnehmen. Jetzt muss man mal ein Lob an dieser Stelle an die Menüführung geben. Die Übersicht in der Karriere, aber auch generell im Spiel, ist benutzerfreundlich und übersichtlich. Ansprechend ist auch das Design, das sich immer mehr vom altbackenen 90er-Jahre-Look lösen kann. Dennoch kommt man bei Konami anscheinend nicht an den obligatorischen Ladescreens vorbei. Das Spiel informiert einen immer noch sehr gerne, ob Daten geladen, gespeichert oder anderweitig verarbeitet werden. Respekt an die Entwickler, die das immer noch so stringent durchziehen.

In den wichtigen Punkten ist die Benutzerfreundlichkeit jedoch gegeben. Das fängt bei den Menüs an und hört bei den Strategien auf. Erneut ist PES der klare Testsieger in strategischen Einstellungen. Für Neulinge dürften die Finessen in der Taktik ein Buch mit sieben Siegeln sein, da man augenscheinlich nicht erkennt, was sich im Spiel ändert. Hier ist ausprobieren angesagt. Kenner können sich hier wieder jeder taktischer Feinheit hingeben, egal ob Angriff, Standards oder Defensive.

Erneut umfangreich und für Einsteiger manchmal etwas überfordernd die taktischen Einstellungen.
Erneut umfangreich und für Einsteiger manchmal etwas überfordernd - die taktischen Einstellungen.
© kicker eSport/KonamiZoomansicht

Umfassend sind auch die Formationsmöglichkeiten mit ihren dynamischen Positionsangaben. Jeder Spieler kann variabel auf dem Feld verschoben werden. Natürlich geht es auf Kosten der Gesamtstärke, wenn ein Linksverteidiger auf einmal im Sturm agieren soll, aber möglich wäre es. Im eSport sind diese radikalen Aufstellungen des Öfteren zu sehen und auch in PES 2018 wird man dies wieder nach Lust und Laune auskosten können.

Eine kleine Randnotiz noch: In den Aufstellungen sieht man jetzt sogar bei einigen Teams die echten Spielerbilder. Jetzt kann man noch besser sehen, wen man auf dem Taktikfeld herumschiebt. Etwas fummelig sind dagegen die Kommandos auf dem Spielfeld. Diese werden nach wie vor über das Steuerkreuz angewiesen und das wird vor allem bei Ecken manchmal kompliziert. Denn hier weißt PES 2018 viele Varianten auf und die in der Schnelle anzuweisen, ist manchmal nicht so einfach in der Handhabung.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Gameplay, Grafik, Stärken & Schwächen und das Redaktions-Fazit
 
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