PES-Verantwortlicher über Fantasieteams

Das muss kein Klub der Welt akzeptieren - Lygaard über FUT

von Holm Kräusche am 11.09.2018 um 12:58

Bei FUT spielen Vereins-eSportler mit Fantasiemannschaften. Das Fußballklubs diese Praktik erlauben, kann Jonas Lygaard von Konami nicht verstehen. Er hat eine viel bessere Alternative für alle Fußballvereine der Welt.

Fantasie-Teams für Vereins-eSportler? Jonas Lygaard hält das für inakzeptabel.
Fantasie-Teams für Vereins-eSportler? Jonas Lygaard hält das für inakzeptabel.
© kicker eSportZoomansicht

"Ich glaube nicht, dass irgendeine Fußballmannschaft der Welt akzeptieren oder erlauben muss, dass unter ihrem Wappen Spieler von konkurrierenden Klubs spielen." Es ist die nächste Breitseite, die Jonas Lygaard, Senior Director Brand & Business Development, im kicker-eSport-Gespräch auf Konkurrent EA abfeuert. Ziel einmal mehr: der FUT-Modus. Dort kann jeder Spieler seine eigene Traummannschaft zusammenstellen und mit Größen wie Messi und Ronaldo auflaufen. So zumindest die Grundidee. Will ein Spieler wirklich mit den Topstars spielen, ist allerdings entweder viel Zeit vonnöten, eine Menge Geld oder Glück.

Haben sich Profis für eSport-Turniere qualifiziert, wohlgemerkt zunächst mit ihren eigenen Mannschaften, schaltet EA alle FUT-Karten frei. Während des Turniers können Spieler also aus allen verfügbaren Kickern wählen. Für Lygaard ist das ein Unding, mit dem sich kein Klub der Welt zufrieden geben sollte: "Das ergibt überhaupt keinen Sinn für mich und für keinen Klub der Welt, dieses Modell zu unterstützen. Denn es ist gegen die Klubwerte, gegen die Klubidentität, entgegen das, wofür ein Klub steht und die Spieler, die sie sich zu verpflichten entschieden haben", wettert Lygaard.

Ein 'Tim Latka', beim FC Schalke 04 Vertrags-eSportler, sollte seiner Meinung nach also auch mit Breel Embolo und Guido Burgstaller im Sturm auflaufen und nicht mit Messi, Ronaldo oder Griezmann. "Es sollte ein authentisches Set Up geben, mit authentischen Spielern." Und natürlich hat der Senior Director von EA-Konkurrent Konami auch gleich eine Lösung dafür parat: Die neue Liga von eFootball.Pro. "Das wird der Kern unseres Turniers werden, es wird um echte Klubs gehen, die durch professionelle PES-Spieler vertreten werden, die mit einer authentischen Mannschaft spielen. Das ist es woran ich glaube und was ich glaube die richtige Sache ist."

Kritik erscheint opportun

Die Kritik von Lygaard an FIFA Ultimate Team von EA verwundert etwas, war es doch Entwickler Konami, der einst den beliebtesten Modus vom Konkurrenten genommen und das Konzept ins eigene Spiel gebracht hatte. Zwischenzeitlich gab es auch Gerüchte, Konami wolle sogar stärker auf MyClub, das FUT-Pendant, im eSport setzen. Im neuen PES 2019 ist der Kartenmodus ebenso drin und hat sogar einige Überarbeitungen erfahren. Zwar wird es wahrscheinlich nicht mehr zu einem eSport-Einsatz kommen, aber die zusätzlichen Gewinne wollen sich auch die Japaner nicht entgehen lassen. Für den eSport, will man dort in Zukunft auf die Kooperation mit eFootball.Pro setzen.

Neue Liga mit neuen Ideen

Viel ist noch nicht bekannt über die neue Liga. Als Vereine bestätigt sind Schalke, FC Barcelona und AS Monaco. Schalkes CGO Tim Reichert hat bei uns im Interview verraten, er hätte schon einmal von zwei weiteren italienischen Vereinen gehört, wollte aber nicht weiter spekulieren. Gespielt werden dort wahrscheinlich unterschiedliche Formate. 1vs1, 2vs2 und 3vs3 gegen die anderen Klubs. Auch das verriet Reichert. Laut Jonas Lygaard werde man jedoch die Spielerstärken der Mannschaften angleichen. Sonst könnte es schnell unfair werden, wenn Schalke gegen Barcelona antritt. Gegen einen Messi (94 Punkte Gesamtwertung) kann ein Naldo (84) nicht mithalten.

"Damit kreieren wir etwas, das relevant und interessant für Klubs ist, wo sie antreten wollen. Etwas das sinnvoll für sie ist", ist sich Lygaard sicher. Auch wenn viel Wahres in den Aussagen des Senior Directors steckt, die Fußballvereine verpflichten alle fast ausschließlich FIFA-Spieler. Auch bei Schalke war zunächst die Kooperation mit Konami sicher und dann wurden erst die Winkler-Brüder geholt. Lygaard und eFootball.Pro werden also noch einige Verhandlungen führen müssen, ehe seine Vision wahr werden kann. Was allerdings auch gilt: Anders als bei EA, braucht ein eSportler keine Mannschaften mit allen Weltstars, um überhaupt etwas zu erreichen.

Taugt das neue PES überhaupt zum eSport? Wir haben das Spiel ausführlich getestet.

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