Weltmeister betreibt Account Sharing

PES League: Cheater überschatten Wildcard-Turnier

von Christian Mittweg am 08.05.2017 um 21:36

Starke spielerische Leistungen und ein überragender Gewinner aus Frankreich wurden beim Wildcard-Turnier der PES League zur Nebensache. Denn einer der Spieler hatte zu unfairen Maßnahmen gegriffen, um sich die letzte Karte fürs Finale in Cardiff zu sichern. Anstatt seiner selbst, spielte offenbar der amtierende Weltmeister Rachid 'Usmakabyle' Tebane auf dem Account des Profis.

Der amtierende Weltmeister sorgt beim PES League Wildcard-Turnier für negative Schlagzeilen.
Der amtierende Weltmeister sorgt beim PES League Wildcard-Turnier für negative Schlagzeilen.
© facebook.com/NeoEsport95Zoomansicht

Die französischen Spieler sorgten beim PES League Wildcard-Turnier gleich doppelt für Schlagzeilen. Notfi 'Neo_Lotfi' Derradji überzeugte mit einer unschlagbaren Offensive und krönte sich zum verdienten Sieger des Wettbewerbs. Als Preis erhielt der Profi von Neo Esports das letzte Ticket für das Finale in Cardiff. Sein Landsmann Azzedine 'Kiliazuslokascri' Ait Ouzdi machte dagegen mit einer sehr unsportlichen Aktion von sich reden. Um das PES League Finale zu erreichen, holte er sich Hilfe von einem anderen Profi und zwar von niemand geringerem, als dem amtierenden Weltmeister 'Usmakabyle'. Da das Turnier online stattfand, fiel dies zunächst auch nicht auf. Doch nachdem Cheater-Vorfälle bereits in der Vergangenheit ein schlechtes Licht auf Konami geworfen hatten und nun ein stichhaltiger Beweis vorlag, fackelte der Veranstalter dieses Mal nicht lange und disqualifizierte 'Kiliazuslokascri'.

Problem Online-Qualifikation

Der Franzose konnte aufgrund seiner IP-Adresse überführt werden. Das System hatte erkannt, dass die Spiele von 'Kiliazuslokascri' über die Adresse des Weltmeisters gelaufen waren und den Vorfall meldete dies. Wirklich gut durchdacht war das also nicht: Der Betrugsversuch wäre nämlich problemlos durchgegangen, hätte 'Usmakabyle' zumindest aus der Wohnung seines Landsmanns gespielt. Das allein zeigt schon, wie leicht eine Online-Qualifikation ausgetrickst werden kann. Bei dem Wildcard-Turnier ging es um die direkte Qualifikation für Cardiff und somit potenziell um eine Menge Geld. Cheating sollte bei einem solchen Wettbewerb eigentlich ausgeschlossen sein.

Ist Konami zu lasch?

Ein Chat-Protokoll gibt Aufschluss über den Vorfall beim Wildcard-Turnier.
Ein Chat-Protokoll gibt Aufschluss über den Vorfall beim Wildcard-Turnier.
© kicker eSportZoomansicht

'Usmakabyle' ist kein Unbekannter beim Thema Cheating. Der Weltmeister wurde erst im Januar dieses Jahres gebannt und wird deswegen auch seine Titelverteidigung verpassen. Die Wiederholungstat zeigt allerdings, dass es seitdem kein großes Umdenken bei ihm gegeben hat. Dieses Problem hatte bereits der Profi Matthias 'Lutti-1' Luttenberger angesprochen. Im Interview mit uns forderte er deswegen ein strengeres Durchgreifen des Entwicklers. Laut Lennart Bobzien, dem European PES League und Digital Manager, soll das Thema Cheater ganz oben auf der Agenda stehen. Der neue Vorfall zeigt, wie dringlich bessere Maßnahmen im Kampf gegen Betrüger wären. Bisher setzte Konami nur auf "erzieherische Maßnahmen" und sperrte überführte Spieler für eine Saison der PES League.

Der Übeltäter sollte so seine Lektion lernen und eine zweite Chance erhalten. Der neueste Vorfall könnte beim Entwickler nun für ein Umdenken sorgen, denn die unglücklichen Ereignisse häufen sich und sorgen nicht nur bei 'Lutti-1' für Unmut. Wie genau die Sanktionen aussehen werden, ist aber noch unbekannt. Auf Nachfrage von kicker eSport erklärte Konami: "Uns ist während des Wildcard Turniers ein ungewöhnliches Verhalten eines Spielers aufgefallen und dementsprechend haben wir Maßnahmen dagegen vorgenommen. Sobald uns etwas Ungewöhnliches auffällt, dass nicht mit den PES League Statuten übereinstimmt, schreiten wir ein." Auf welche Maßnahmen man zurückgreifen möchte, dazu machte Konami keine Angaben.

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