"Cheater stehen bei uns ganz oben auf der Liste"

PES League: Rote Karte für Cheater

von Holm Kräusche am 04.05.2017 um 21:30

In der ersten Saison der PES League hatte Konami einige Probleme mit Cheatern. Endergebnisse wurden manipuliert und Spiele vorsätzlich abgebrochen, damit diese nicht ins Ranking einfließen. Lennart Bobzien, European PES League & Digital Manager, weiß um die Probleme des eSport-Formats und zeigt Cheatern nun die Rote Karte.

Sperren auf Zeit: Konamis Lennart Bobzien setzt auf erzieherische Maßnahmen.
Sperren auf Zeit: Konamis Lennart Bobzien setzt auf erzieherische Maßnahmen.
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Nach den vergangenen Vorfällen gibt sich Bobzien selbstkritisch und offenbart: "Wir beobachten Cheater tagtäglich und wissen, dass wir unglückliche Zwischenfälle in der ersten Saison hatten." Teilnehmern der PES League winken hohe Preisgelder, schaffen sie es in die Regionals und überleben zumindest die Gruppenphase. Nicht alle Länder richten nationale Meisterschaften aus, sondern schicken einfach die Bestplatzierten der Rangliste. Ein Unding wie Matthias 'Lutti-1' Luttenberger, PES League Finalist, erklärt: "Diese Entwicklung können wir als eSportler nur auf das Schärfste kritisieren."

Und wer nicht gut genug für die ersten Plätze ist, betrügt: "Cheater gibt es leider und wird es immer geben", sagt Bobzien und mutmaßt, warum Konami damit so große Probleme hat: "Das ist Teil der Herausforderung, wenn wir die PES League immer größer und für mehr Spieler kostenlos zugänglich machen wollen." Die Hürde für potenzielle Betrüger wird natürlich umso niedriger, wenn sie für das Spiel nichts mehr zahlen müssen. Die PES League selbst ist über einen kostenlosen Client verfügbar, der auf der PlayStation 4 heruntergeladen werden kann. Geld wird nur für das komplette Pro Evolution Soccer 2017 fällig.

Strafen sind Profi Luttenberger zu lasch

Auch Luttenberger kennt das Cheater-Problem und fordert schon seit einer Weile strengere Strafen. Er weiß, wie betrogen wird: "Mit diesem Online-Qualifikationsmodus versuchen befreundete Spieler sich gegenseitig zu finden, um den anderen einen hohen Sieg zu schenken, da am Ende der Saison mehrere Spieler die maximale Punkteanzahl erreichen und dann letztendlich das Torverhältnis entscheidend wird. Des Weiteren gibt es auch die Möglichkeit die Internetverbindung so zu beeinflussen, dass diese Spiele abgebrochen werden und nicht in das Ranking einfließen."

In der ersten Saison hat die PES League bereits einige namhafte Spieler gesperrt. Jedoch nur für eine Saison. Laut Bobzien hat das einen ganz bestimmten Sinn: "Wir wollen unsere Spieler erziehen und ihnen eine zweite Chance geben. Und wie der Name schon sagt: 'Saison 2' ist ein neuer Wettbewerb und eine neue Möglichkeit, um sich zu bewähren."

Bobzien zeigt Cheatern die Rote Karte

Die PES League ist lange noch nicht so groß wie FIFA Ultimate Team Champions, deswegen will Konami keine Spieler verlieren. Allerdings würden ein unfairer Modus und Cheater das Aus für die eSport-Ambitionen der Japaner bedeuten. Deswegen setzt man auf Erziehung und Altbewährtes aus dem realen Fußball: "Seht es als Rote Karte eines Fußballspiels. Der Spieler war für eine gewisse Anzahl Spiele gebannt und kehrt nun zurück ins Spiel. Allerdings kann ich versichern, dass jegliches ungewöhnliche Verhalten in der zweiten Saison zu einem Bann führte. Das haben wir sehr erfolgreich durchgezogen", so Bobzien.

Konami verbessert seine Maßnahmen kontinuierlich, um den Cheatern auf die Spur zu kommen. Ganz abstellen wird man das Problem aber nicht können, nicht zuletzt, weil die Firmenpolitik eine andere ist: "Was wir nicht wollen, ist den Zugang zur PES League von vornherein zu beschränken. Stattdessen setzen wir weiterhin auf Offenheit und geben ehrlichen und talentierten PES-Spielern die Chance, eines Tages Weltmeister zu werden."

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