'Lutti-1' über PES und wie er Karriere mit Arbeit verbindet

Luttenberger : "PES muss sich Lizenzen sichern!"

von Holm Kräusche am 21.03.2017 um 19:28

Matthias 'Lutti-1' Luttenberger ist Fußballprofi. Seit über zwanzig Jahren zockt er Pro Evolution Soccer (PES) auf der PlayStation und hat sich gerade erst für die Endrunde der PES League in Cardiff qualifiziert. Dort geht es um den Weltmeistertitel und 350.000 € Preisgeld. Mit uns plaudert er ganz entspannt über seine Ziele, das Spiel und wie Deutschland im internationalen Vergleich abschneidet.

Matthias Luttenberger
Der österreichische PES-Profi Matthias 'Lutti-1' Luttenberger spricht im Interview über seine Leidenschaft.
© Facebook PES League AustriaZoomansicht

Luttenberger ist, wie viele PES-Profis, schon 29 Jahre alt und arbeitet neben seiner virtuellen Karriere ganz ordentlich im Familienbetrieb. Er ist der Tausendsassa bei "Luttenberger Kaffeeautomaten & mehr", die in Österreich Unternehmen mit dem schwarzen Gold und anderen heißen Getränken versorgen. Neben der täglichen Arbeit hat er BWL bis zum Master studiert und auf dem virtuellen Platz kann er schon einige Erfolge vorweisen: Mit PES 06 tat er seine ersten Schritte im eSport, wechselte für eine Saison zu FIFA 13 und wurde zum Rookie of the Year nominiert.

Danach pausierte er eine Weile und roch erst wieder Lunte, als er bei einem lokalen Turnier antrat. Gegen FIFA-Profi Mirza Jahic verlor er danach die österreichische Meisterschaft und wechselte zurück zu PES. "Seitdem wurde ich vier Mal Austria/Switzerland Meister, Vize-Weltmeister, kam in Achtelfinale der WM 2016 und konnte am vergangenen Wochenende das Ticket für die Weltmeisterschaft in Cardiff sichern", sagt er selbst.

kicker eSport: Aber warum sind PES-Spieler eigentlich so alt?
Matthias 'Lutti-1' Luttenberger: Weil PES vor vielen Jahren (PES 1-6) das klar bessere Spiel war und viele heute junge Spieler damals nicht in den Genuss dieser Serie gekommen sind.

kicker eSport: Wie verbindest Du Deine PES-Karriere mit Deiner täglichen Arbeit?
Luttenberger: PES befindet sich noch im "Casual Gaming" Bereich. Dadurch, dass ich dieses Spiel seit über 20 Jahre spiele, benötige ich bei Weitem keine so intensive Vorbereitung wie LoL-Spieler. Wenn man die Grundmechaniken erlernt hat, dann geht es nur mehr um den Feinschliff gegen Trainingspartner und Freunde.

kicker eSport: Apropos tägliche Arbeit: Wie brüht man den perfekten Kaffee (ohne Vollautomaten) auf?
Luttenberger: Dafür gibt es eine Areopress oder French Press.

kicker eSport: Zurück zum Thema: Wo siehst Du die größten Unterschiede zwischen PES und FIFA?
Luttenberger: FIFA ist schon einen Schritt weiter in der Vermarktung. Es gibt schon mehr als ein Dutzend Profis bei echten Fußballvereinen. PES muss hier noch nachziehen. Obwohl beides Fußballsimulationen sind, spielen sich beide komplett unterschiedlich im Detail.

Mein großes Ziel ist der Weltmeistertitel. Dieses Jahr werde ich alles in die Waagschale werfen.Matthias Luttenberger

kicker eSport: Kannst Du uns einen todsicheren Trick in PES verraten?
Luttenberger: Klar, nur wenn ich Euch diesen verraten würde... Flanken sind sehr overpowered und mit großen Stürmern kannst Du dann leicht Tore schießen.

kicker eSport: Wie steht Deutschland in PES im internationalen Vergleich?
Luttenberger: Deutschland war schon immer eine große FIFA/PES-Nation. Dieses Jahr ist die Dichte starker Spieler sichtlich angestiegen. Deutschland wird sicherlich zwei sehr starke Spieler nach Liverpool entsenden, die absolut das Zeug für den Sieg haben werden. (In Liverpool findet das zweite Regional zur Qualifikation für das Finale der PES-League statt, d. Red.)

kicker eSport: Was braucht die PES Szene, um sich gegen FIFA durchzusetzen?
Luttenberger: PES muss sich die Lizenzen sichern. In Südamerika ist PES populärer als FIFA, dies kann man auf die Original-Lizenzen der südamerikanischen Teams zurückführen. Letztendlich möchten alle Spieler lieber ohne Patches/Tricksereien mit den originalen Teams, Trikots und Spieler zocken.

kicker eSport: Dr. Erhano ist von PES zu FIFA gewechselt. Wäre das auch was für Dich?
Luttenberger: So lange PES sich so positiv weiterentwickelt, werde ich dem Spiel treu bleiben. Dennoch war ich immer schon ein wechselhafter Spieler und habe einige Jahre nur FIFA gespielt. Dabei entscheidend ist für mich der Spielspaß und Wettbewerbsfaktor.

'Lutti-1' hat schon einiges gewonnen und will nun Weltmeister werden.
'Lutti-1' hat schon einiges gewonnen und will nun Weltmeister werden.
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kicker eSport: Gibt es Momentum in PES?
Luttenberger: Angeblich nicht. Im Fußball hat man generell einen höheren Zufallsfaktor als in anderen Sportarten wie Tennis etc.

kicker eSport: Wie sind Deine Ziele für die Zukunft?
Luttenberger: Mein großes Ziel ist der Weltmeistertitel. Dieses Jahr werde ich alles in die Waagschale werfen. Wenn ich einen guten Tag erwische, ist alles möglich.

kicker eSport: Gibt es noch etwas zu sagen?
Luttenberger: Ich bedanke mich für meine Unterstützung in der Familie und im Freundeskreis. Natürlich schicke ich schöne Grüße an Christoph, der mich nun schon bei drei internationalen Turnieren als Freund begleitet hat. Ich hoffe, wir werden Cardiff unsicher machen! Liebe Grüße auch an meine Offline-Trainingspartner Thomas, Roland und Utl.

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So gelingt Euch der Umstieg- 19.03., 18:18 Uhr
Fünf Tipps, die beim Wechsel von FIFA auf PES helfen
Neben FIFA 17 existiert noch eine andere sehr gute Fußballsimulation: Pro Evolution Soccor 2017. Hersteller Konami richtet, ähnlich wie Electronic Arts bei FIFA, eine eigene Liga mit hohen Preisgeldern aus. Viel Geld, weniger Konkurrenz und dazu noch eine neue Herausforderung: Klingt nach genau Eurem Ding? Wir helfen Euch beim Übergang.
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