Werksteam mit anderem eSport-Ansatz

Origin of Power - Der Exot der NGL

von Hauke van Göns am 11.11.2017 um 15:02

Jedem Fußballfan fällt sofort auf, dass Origin of Power nicht so recht zum restlichen Teilnehmerfeld der NGL Championship passt. Dort werden Größen wie Schalke 04, Bröndby IF oder Ajax Amsterdam gelistet, bei denen die Sportmannschaften schon viele Titel eingefahren haben. Doch mit Dominik 'Schwenker1991' Schwenk in den Reihen hat sich das Werksteam einen Namen gemacht.

Origin of Power mischt seit Anfang August 2017 in der FIFA-Szene und der NGL mit.
Origin of Power mischt seit Anfang August 2017 in der FIFA-Szene und der NGL mit.
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Denn mit dem Saarländer hat die Organisation aus dem Ruhrgebiet die aktuelle Nummer eins der NGL unter Vertrag. Dabei ist Origin of Power erst zum siebten Spieltag mit der Verpflichtung von Schwenk in die FIFA-Turnierszene eingestiegen. Anfang August hieß es in der Pressemitteilung, man freue sich, mit den anderen Vereinen auf Augenhöhe spielen zu können. Zum Ende der regulären Saison hat das sehr gut geklappt.

Dabei ist OP esports keine kleine Organisation. Im Hintergrund steckt mit dem Energieversorger innogy eine Tochtergesellschaft des Großkonzerns RWE. Außerdem ziele der Stromanbieter auf "einen deutlich breiteren Auftritt im Bereich eSport hin, als es die meisten Fußballklubs zu machen scheinen". Das erklärte Carsten Schulte, Leiter und Gründer von Origen of Power auf Nachfrage. Ferner wolle innogy mit der Organisationsgründung das Geschäftsmodell eSport eigenständig werden lassen, sodass man anders als viele andere NGL-Klubs nicht auf externe Agenturen angewiesen ist. So greift der AS Rom beispielsweise auf die Dienste der Veteranen von Fnatic zurück. Zwar kam der Kontakt zu Schwenk damals über seine Beraterfirma eSportsReputation zustande, doch inzwischen läuft alles Vertragliche zwischen Spieler und Arbeitgeber ab. Außerdem könne durch die Verbindung zum Konzern eine Karriere neben oder nach der eSport-Tätigkeit möglich gemacht werden.

Neben dem Job spielen und streamen

Mit Blick auf den begleitenden Beruf startete Origin of Power das Abenteuer eSport. Es wurden Werkstudenten gesucht, die neben ihrem Job im Betrieb Hearthstone spielen und streamen. "Seit März hat sich einiges getan und die genannte Initiative vom Anfang des Jahres, in der Werkstudenten in einem geteilten Zeitmodell eingestellt worden sind, war Wegbereiter für darauffolgenden Schritte. Mittlerweile beschäftigen wir auch Werkstudenten, die ausschließlich den Fokus auf den Esport haben", führte Schultes Kollege und OP-Mitgründer Alexander Bochert aus.

Auch wenn der Spaß zum Spiel nach wie vor im Mittelpunkt stehe, will das Team auch wettkampffähig sein. Die HS-Division rangiert aktuell immer wieder unter den besten 100 Spielern Europas. FIFA war zudem immer im eSport-Konzept eingeplant. Gerade wegen der geringen Verständnishürde für die Zuschauer. Auch wenn es laut Schulte kein "vollwertiges oder originäres" eSport-Spiel aus der ersten Reise sei, sondern als Casual Game im Markt agiere. So passe der Titel gut in die Startphase von Origin of Power.

Das Werksteam muss sich aber auch der Kritik, es sei ein reines Marketinginstrument, stellen. "Zunächst einmal verneinen wir nicht, dass hier auch Marketingziele bedient werden", kommentierte der OP-Gründer. Dennoch sei der Weg vieler Sportvereine, dass beim FIFA-Einstieg das eSport-Engagement aufhöre, bei Origin of Power anders: "Wir wollen in Zukunft mit mehr als zwei Titeln im eSport vertreten sein."

Dass die Organisation aus dem Ruhrgebiet auch wettkampftechnisch mehr als nur mit den Vereinen mithalten kann, haben die Ergebnisse in der NGL bisher bewiesen. Vielleicht gelingt OP esports in den anstehenden Playoffs der große Coup und am Ende lächelt 'Schwenker1991' im Dress des NGL-Exoten vor den großen Sportvereinen auf dem Siegerfoto.

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