Neuling überrascht die Liga

NGL: Von der Wildcard in die Playoffs

von Hauke van Göns am 03.08.2017 um 11:22

Mit einem Golden Goal nach 145 intensiven Minuten im dritten Spiel setze sich die Serie fort. Gegen den Schalker Tim 'TimLatka' Schwartmann holte Dominik 'Schwenker1991' Schwenk seinen sechsten Sieg am sechsten Spieltag der NGL Championship. Dabei kam der 26-Jährige erst über die Wildcard in die Liga und hat keinen der großen Fußballvereine im Rücken.

SFD-Gamings Dominik 'Schwenker1991' Schwenk ist mit sechs Siegen in Folge überraschend NGL-Tabellenführer.
SFD-Gamings Dominik 'Schwenker1991' Schwenk ist mit sechs Siegen in Folge überraschend NGL-Tabellenführer.
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Nur dreimal ging es dabei über die Distanz von drei Spielen: am zweiten Spieltag gegen Bröndbys Marcus 'Marcuzo' Jörgensen, drei Wochen später gegen Amsterdams Dani 'AFC Ajax Dani' Hagebeuk und dann am Dienstag gegen 'TimLatka'. Dabei sei gerade das letzte Duell das schwierigste gewesen. "Tim war sehr stark und mein wohl stärkster Gegner bis jetzt. Aber irgendwie ist das Spiel komisch gelaufen. Meine Pässe liefen woanders hin, als ich wollte, aber ich konnte nochmal zurückkehren", verriet Schwenk uns kurz nach dem Abpfiff. Sein Kontrahent pflichtete dem bei: "Glückwunsch an ihn, es hätte aber genauso gut auch mein Sieg sein können."

Der eher verspielte Stil mit viel Druck nach vorne in Verbindung mit dem 4-3-3-System macht den Saarländer zum zweitbesten Torschützen der NGL. Dabei würde er aber immer wieder in Kontergefahr laufen, weshalb er nach dem Last-Minute-Ausgleich im letzten Spiel sogar überlegte, seinen Spielansatz umzustellen: "Danach war ich schon ein wenig nachdenklich und dachte mir, wieso kann ich das nicht ausspielen? Ich mag dieses Zeitspiel nicht, aber vielleicht sollte ich das anders angehen."

Nichtsdestotrotz blieb seine siegreiche Serie nach dem Treffer im darauffolgenden Golden Goal am Leben. Dass der Spieler von SFD-Gaming mit sechs Siegen von der Tabellenspitze grüßt, haben sicherlich wenige erwartet. Er wolle nur sein Spiel machen, "wenn es aber so gut läuft, freut mich das natürlich sehr." Dabei sind im Konkurrenzfeld ausschließlich Spieler der europäischen Topvereine.

Angebote der großen Klubs fehlen

Bei Schwenk habe aber noch kein großer Klub angeklopft, auch wenn sich andere Organisationen nach den NGL-Erfolgen gemeldet hätten. Dabei träume wahrscheinlich jeder FIFA-Spieler davon, im Dress eines Fußballklubs anzutreten. Er erklärte: "Die deutschen Vereine sträuben sich leider noch dagegen. Schade, gerade wenn man guckt, wie es in Frankreich oder Holland abgeht." In Deutschland haben aktuell lediglich Schalke 04, der VfL Wolfsburg und seit Neuestem der VfB Stuttgart als etablierte Marken FIFA-Spieler unter Vertrag.

Auf der großen Bühne konnte sich der aktuelle NGL-Tabellenführer noch nicht präsentieren, auch wenn er nach eigener Aussage bereits seit FIFA 96 spielt. Der Wechsel in den Profibereich erfolgte erst im April 2016. Der Wildcard-Slot zur aktuellen Premierensaison war sein bisher größter Erfolg. Nun hat er aber auch die Playoff-Qualifikation sicher. "Ich freue mich, die Jungs kennenzulernen, herauszufinden, wie sie so drauf sind und wie sie sich auf solche Spiele vorbereiten", kommentierte Schwenk seine Erwartungen an die K.o.-Phase bodenständig. Der nächste Gegner in der regulären Saison heißt Quinten 'QuintenX' van der Most, er spielt für Feyenoord und lauert mit nur einer Niederlage auf Rang zwei der aktuellen Rangliste.

"Respekt habe ich vor jedem Teilnehmer, die spielen ja nicht umsonst bei einem Verein", fasste der Wildcard-Inhaber mit Blick auf die Liga zusammen, "aber die kochen ja auch nur mit Wasser". Nach sechs Erfolgen nacheinander und als alleiniger Spitzenreiter ist das leicht gesagt. Doch die perfekte Saison ohne Niederlage werde "eine schwierige Aufgabe." Vielleicht kann 'Schwenker1991' aber weiter überraschen. Inzwischen muss man ihn auf der Rechnung haben.

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Im ersten Topspiel des sechsten Spieltags boten die beiden Kontrahenten FIFA vom Allerfeinsten. Tim 'Tim Latka' Schwartmann vom FC Schalke 04 empfing Wildcardgewinner Dominik 'Schwenker1991' Schwenk und das Spiel ging über die volle Distanz. Die Highlights seht Ihr hier:
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