Neues System findet großen Anklang

StarCraft II: Zitterpartie um die letzten WCS-Plätze

von Lars Becker am 12.02.2016 um 11:45

Nie war die Ingame-Rangliste in StarCraft II so spannend wie in den vergangenen Tagen. Durch ein neues Qualifikationssystem konnten sich Profis direkt im Spiel einen Platz für die kommende WCS Winter Championship und ein wenig Geld sichern. Am heutigen Freitag um Mitternacht endete der Wettbewerb und die neue Struktur findet großen Anklang in der Community. Denn ganz nebenbei beseitigt es ein schon seit langem bestehendes Problem.

Neue Qualifikationsstrukturen sorgen für jede Menge Spannung in der WCS in StarCraft.
Neue Qualifikationsstrukturen sorgen für jede Menge Spannung in der WCS in StarCraft.
© ESL / Patrick StrackZoomansicht

Dieses Jahr haben sich die ESL und Spielentwickler Blizzard Entertainment ein raffiniertes System ausgedacht. Durch eine Platzierung in den ersten 16 Rängen der Grandmaster League haben Spieler die Chance, zur Intel Extreme Masters (IEM) Katowice zu fahren, die in diesen Jahr die WCS World Championship Winter darstellt. Bereits im Vorfeld fanden schon diverse Qualifier statt, durch die sich viele Profis einen Platz sicherten. Diejenigen, die bisher keinen Platz ergatterten, hatten jetzt noch einmal über die Spiel-interne Rangliste die letzte Gelegenheit. Die 16 besten Spieler der Grandmaster League spielen in einem Qualifikationsturnier, dem WCS Challenger, um zwei Tickets: Die beiden Gewinner des Winners- und Losers-Brackets erhalten einen direkten Platz bei der IEM. Selbst die bereits qualifizierten Spieler können teilnehmen und gegebenenfalls Preisgeld gewinnen. Da diese aber schon einen Platz bei der IEM sicher haben, geht der Slot bei einem Sieg an den nächsten teilnahmeberechtigten Spieler.

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen

Das System hat sich bereits aus mehreren Gründen als voller Erfolg herausgestellt. Es macht das Ingame-Matchmaking viel bedeutender und steigert dementsprechend auch die Motivation der Spieler, dieses zu nutzen. Ein ebenfalls guter Nebeneffekt ist, dass die Spieler mit ihrem richtigen Nickname antreten müssen. Sonst haben sich Profis meist einen anderen Namen gegeben. In den vergangenen Jahren gab es deshalb immer wieder Kritik um die sogenannten Barcodes. Ein Trend, der sich in der ganzen Profi-Szene rund um den Globus etabliert hat. Wenn ein Spieler nicht erkannt werden wollte, um Strategien zu verbergen, hat dieser seinen Account einfach 'IIIIIIIII' genannt. Da das so viele Spieler gemacht hatten, wurde die Grandmaster League ein sehr unpersönlicher und anonymer Platz. Meist bestand fast die gesamte Top 16 aus Spielern mit Barcode-Namen.

Viele Spieler äußerten bereits, wie reizvoll und angenehm es mit dem neuen System zu trainieren ist. Nun werden jedoch wohl einige Spieler erst einmal wieder zu ihren Barcodes zurückkehren, da jetzt die Qualifikation über die Rangliste für die WCS Challenger herum ist. Ein ähnliches System, das über die ganze Saison läuft, würde die Community sehr begrüßen. Zudem müsste das Seeding für die WCS Challenger angepasst werden. Denn kurz vor Schluss haben einige Spieler absichtlich ihre Partien verlassen, um in der Rangliste weiter herunter zu rutschen, damit sie einen anderen Gegner zugeteilt bekommen. Im Regelwerk ist dazu bisher nichts vermerkt.

Einige Hochkaräter noch im Rennen

Diese 16 Spieler treten bei der WCS Challenger an.
Diese 16 Spieler treten bei der WCS Challenger an.
© Blizzard EntertainmentZoomansicht

Die meisten der Spitzenspieler Europas und Amerikas sind schon qualifiziert, einige Top-Europäer müssen aber noch einmal alles geben. Die Deutschen Dario 'TLO' Wünsch, Tobias 'ShoWTimE' Sieber und Julian 'Lambo' Brosig haben ihr Ticket schon sicher. Fabian 'GunGFuBanDa' Mayer von Planetkey Dynamics hingegen hat die Qualirunden nicht gewonnen und schaffte es auch nicht mehr rechtzeitig in die Top 16 der Rangliste. Qualifizieren werden sich entweder Antoine 'Dayshi' Stievenart, Dreamhack-Champion Théo 'PtitDrogo' Freydiére , Aleksandr 'Bly' Svusuyk oder Anton 'Zanster' Dahlström. Das steht schon fest, denn alle anderen Spieler in der Top 16 sind bereits für die IEM qualifiziert, spielen aber trotzdem das Qualifikationsturnier wegen des Preisgeldes mit.

 

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