Weltmeister zeigt die Stärke des neuen Helden

Dota 2: Ist Arc Warden zu stark für Pro-Matches?

von Robin Schulz am 10.02.2016 um 12:01

Auch wenn sich viele Dota 2-Spieler eher den verbliebenen Helden Pit Lord gewünscht hatten, sorgt der neueste Held in Valves Moba für ordentlich Furore. Arc Warden reihte sich Ende 2015 in den Pool der wählbaren Helden ein und ist seither von den Profis eher ignoriert worden. Im laufen Captains Draft-Turnier wurde er allerdings vom amtierenden Weltmeister Evil Geniuses gegen Team Liquid gespielt - mit verheerendem Ausgang. Ist der Held zu stark für Profi-Partien?

Arc Warden und das Divine Rapier-Problem: Ist der Held zu stark?
Arc Warden und das Divine Rapier-Problem: Ist der Held zu stark?
© ValveZoomansicht

Arc Warden ist der vorletzte Held, der aus dem ursprünglichen DotA ins aktuelle Dota 2 übernommen wurde - jetzt fehlt nur noch Pit Lord. Wie jeder Held wird er dabei keinesfalls direkt umgesetzt, sondern an das aktuelle Spiel angepasst. Seine Fähigkeiten sind aber dennoch, wie die meisten Skills, ziemlich einzigartig. Oftmals dauert es also, bis diese Figuren ihren Platz in der kompetitiven Szene finden. Der Modus, in dem nahezu alle offiziellen Turniere ausgetragen werden, ist der Captains Mode. In diesem kann jedes Team nacheinander Helden bannen und auswählen. Bei neuen Charakteren oder starken Änderungen deaktiviert Valve gewisse Helden, bis sie der Einschätzung sind, dass sie diese wieder freigeben können. Arc Warden ist bislang noch nicht verfügbar.

Am Wochenende startete aber ein besonderes Turnier im Dota 2-Kalender: Der Captains Draft. Das Turnier, welches im gleichnamigen Modus gespielt wird, weist eine Besonderheit auf: Die ausgewählten und gebannten Helden werden bei einem Best-of-3 oder Best-of-5 in die nächste Partie übernommen, wodurch sich der Heldenpool immer weiter verringert und die Teams zu neuen Strategien gezwungen wurden. Hier ist Arc Warden wählbar. Der amtierende Weltmeister Evil Geniuses nutzte die Gelegenheit und bewies eindrucksvoll, wozu der Held im Stande ist.

Divine Rapier auf Arc Warden

Der langjährige EG-Spieler und Dota-Veteran Clinton 'Fear' Loomis beendete die Partie nahezu im Alleingang und war von Gegner Liquid nicht zu stoppen. Schlüssel zum Erfolg war dabei die ultimative Fähigkeit von Arc Warden: Tempest Double. Wie der Name vermuten lässt, kann Arc Warden damit ein Abbild von sich erschaffen, welches im Gegensatz zu den klassischen Abbildern in Dota 2 eine exakte Kopie des Helden ist. Er kann also seine Gegenstände und Fähigkeiten nahezu uneingeschränkt nutzen. Zusammen mit dem berüchtigten Divine Rapier eine tödliche Kombination.

'Fear' mit seinem Arc Warden-Abbild in der Basis von Team Liquid.
'Fear' mit seinem Arc Warden-Abbild in der Basis von Team Liquid.
© DotaCinemaZoomansicht

Das Divine Rapier ist ein äußerst teurer Gegenstand, der dem Helden einen unvergleichbar hohen Schadensbonus gibt. Nachteil: Sobald der Held stirbt, lässt er das Rapier automatisch fallen und es kann von jedem Spieler aufgehoben werden. Somit kann dieser spielerische Vorteil schnell in die gegnerischen Hände fallen. Ein Abbild, das durch Tempest Double erzeugt wurde, lässt das Rapier allerdings nicht fallen. Somit kann man diesen mächtigen Gegenstand einsetzen, ohne ihn zu riskieren. Und genau das tat 'Fear'.

Er ließ es sich sogar nicht nehmen, gleich zwei Divine Rapier zu kaufen, um aber zeitgleich seinen echten Arc Warden in sicherer Entfernung zu verwahren. Sein Abbild war derweil so übermächtig, dass er gegen Ende der Partie nahezu jeden Gegner im Alleingang bewältigen konnte. Selbst wenn der Gegner es schafft, den Helden zu bezwingen, gibt es dafür nicht die Belohnung, die ein richtiger Held geben würde.

Mögliche Änderungen vor dem Shanghai Major

Das Match erzeugte einen Aufruhr in der Community, die sich wenig später einig war, dass diese Strategie auf einem großen Turnier nicht eingesetzt werden sollte. Viele User und Experten schlugen unzählige mögliche Änderungen an der Spiellogik vor, die diese Situation verhindern würden. Etwa, dass das Abbild zwar alle Fähigkeiten und Gegenstände nutzen dürfe, aber bei einem Tod trotzdem Items wie Divine Rapier gedroppt werden. Andere wiederum behaupten, dass es Liquids eigene Schuld war, die Gefahr nicht erkannt und so 'Fear' zu viel Spielraum gegeben zu haben. So oder so zeigte das Debüt von Arc Warden, dass er in Zukunft einen wichtigen Part im kompetitiven Bereich spielen wird.

Noch ist Arc Warden nicht im Captains Mode und ob er bis zum Shanghai Major im März verfügbar sein wird, scheint ungewiss. Dagegen spricht nicht nur das vergangene Match zwischen EG und Liquid, sondern auch die zu geringe Zeit für Teams, sich bis Shanghai auf diesen Helden einzustellen. Eine Aktivierung zum Major in Manila ist aber durchaus realistisch - weitere Änderungen an Arc Warden aber ebenfalls.

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