Ein weiteres Finale ohne Sieg

Dota 2: Evil Geniuses und die Torschlusspanik

von Robin Schulz am 02.02.2016 um 12:19

Am vergangenen Wochenende trafen sich zehn der aktuell besten Dota 2-Teams in China zum Finale der MarsTV Dota 2 League (MDL) Winter-Saison. Auch wenn Alliance, amtierende Sieger der Star Ladder und WCA, nicht vor Ort waren, boten die Mannschaften ein extrem hohes Spielniveau. Weltmeister Evil Geniuses stand erneut im Finale und musste erneut eine bittere Niederlage hinnehmen - gegen die Lokalmatadoren vom Team EHOME.

Zweite Final-Niederlage in Folge für die amtierenden Weltmeister Evil Geniuses.
Zweite Final-Niederlage in Folge für die amtierenden Weltmeister Evil Geniuses.
© Star LadderZoomansicht

Alliance wartet auf Shanghai

Die fünf Schweden von Alliance lehnen sich momentan zurück. Nach ihren Siegen bei der World Cyber Arena und der Star Ladder konzentrieren sie sich voll und ganz auf das kommende Major-Turnier in Shanghai. Für viele andere Teams war aber erst die MDL die letzte Station vor Shanghai - ein letztes Kräftemessen.

Die chinesischen Teams, welche im Vorfeld und nach dem Frankfurt Major als besonders schwach eingestuft wurden, trumpften dabei in ihrem Heimatland auf. Neben dem Drittplatzierten des International, LGD Gaming, setzten sich auch EHOME und Vici Gaming in der anfänglichen Gruppenphase klar durch. Die westlichen Mannschaften waren auf die drei üblichen Verdächtigen reduziert: OG, EG und Secret.

OG überrascht

Während EHOME bereits in der ersten Runde mit einem starken 2:1 gegen EG bewies, dass mit ihnen an diesem Wochenende zu rechnen ist, überzeugte vor allem OG. Von ihnen sah man nach dem Gewinn des Frankfurt Majors lange Zeit nichts und sie meldeten sich in China eindrucksvoll zurück. Nach einem dominanen 2:0 gegen Secret legten sie direkt ein weiteres 2:0 gegen LGD hinterher. Im Finale des oberen Turnierbaums scheiterten sie allerdings an EHOME und danach an Evil Geniuses, die sich durch das Lower Bracket zurück kämpften. Für EG war es somit nach der Star Ladder das zweite Finale in kurzer Zeit. Erst vor wenigen Wochen wurden sie von Alliance demontiert, die sie im Best-of-3 mehr als dominant und mit einem 2:0 auf den zweiten Platz verbannten. Das Finale gegen EHOME nahm einen ähnlichen Lauf.

Das Best-of-5 war nach drei Spielen und somit in Rekordzeit vorbei. EHOME spielte die Weltmeister in Grund und Boden und lediglich die dritte Partie war ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Amerikaner. Sie retteten sich ins Late-Game und setzten dabei alles auf eine Karte. Jenseits der 50-Minuten-Marke wagte Artour 'Arteezy' Babaev eine besonders riskante Aktion auf Clinkz. Er kaufte sich den Gegenstand "Divine Rapier". Dieser verleiht einen enorm hohen Schadensbonus, wird beim Ableben des tragenden Helden allerdings automatisch fallen gelassen. Ein Vorteil, der also schnell zum Verhängnis werden kann. Und so passierte es dann auch: Schlechte Koordination und taktische Fehler rissen eine Lücke in die sonst so strukturierten Teamkämpfe von EG. Ihr Gegner konnte sie in einem zähen Kampf niederringen und Kapitän Peter 'ppd' Dager warf zum dritten Mal an diesen Abend das Handtuch.

Der Fluch des ewigen Zweiten?

Evil Geniuses war lange Zeit dafür bekannt, sicher geglaubte Spiele "wegzuwerfen". Dies besserte sich in den vergangenen Jahren immens und endete 2015 sogar im ersten Weltmeistertitel. Jetzt scheint das Team aber einen anderen Fluch herbeizurufen: Die befürchtete Torschlusspanik. Obwohl sie sich während eines Turniers äußerst dominant präsentieren und vor allem in längeren Partien immer in der Lage scheinen, sich ihrem Gegner gut anpassen zu können, verlieren sie im Finale all diesen Aufschwung. Auch wenn sie sich gegen EHOME besser zeigten, als noch gegen Alliance, scheint dies ein ernsthaftes Problem für das Team zu werden. Eventuell ist ja der Fluch des ewigen Zweiten auf sie übergegangen - diesen hatte lange Zeit das ebenfalls amerikanische Team Cloud9 inne, welches sich allerdings im November 2015 auflöste.

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