Spielen im Schnee ist out

Wintersport-Games sind Mangelware

von Nicole Lange am 16.01.2019 um 12:33

Sie scheint vorbei, die große Zeit der Wintersport-Videospiele. In den letzten Jahren hat sich das Genre immer weiter zurückgebildet. Während der Wintersport derzeit auf allen Kanälen läuft, ist im Gaming-Business Eiszeit. Aber nicht im positiven Sinne.

Wintersport-Spiele sind in den letzten Jahren Mangelware geworden
Wintersport-Spiele sind in den letzten Jahren Mangelware geworden.
© UbisoftZoomansicht

Fast zehn Jahre hielt er an, der Wintersport-Boom. Zwischen 1998 und 2008 entstanden Games rund um den Schneesport jährlich. Vor allem Snowboard war für die Videospielentwickler interessant. Und wenn es das nicht war, dann eben ein Ereignis wie die Olympiade. Durch die Bank weg gab es auf allen Konsolen zumindest ein Wintersport-Spiel. Nintendo, SEGA, Ubisoft und Activision - alle hatten das Genre im Portfolio. Einer der größten Entwickler für Wintersportspiele hatte seinen Sitz in Deutschland. Hamburg, um genau zu sein. 49 Games entwickelte zwischen 2005 und 2011 regelmäßig Wintersport-Spiele. Ski Alpin Racing, Skispringen oder Biathlon waren das Hauptgeschäft des Entwicklerstudios. Zur damaligen Zeit lagen die TV-Rechte noch bei RTL und die Vermarktungsmaschinerie funktionierte. Die Aufträge des TV-Senders sicherten die Entwicklung.

Das gallische Dorf namens Steep

2010 war jedoch Schluss mit Wintersport. Das Unternehmen ging an Bigpoint und konzentrierte sich von da an auf Browserspiele. Auch andere Entwickler hatten genug vom Wintersport. Eine weitere bekannte Reihe nennt sich SSX. Mehrere Teile umfasst das Snowboardspiel von Electronic Arts. 2012 kam der vorerst letzte Teil raus und mit dem Einfrieren der SSX-Serie hatten anscheinend auch andere Entwickler den Spaß am Schnee verloren.

: Zusammen mit Steep brach Mark McMorris Infinite Air eine Lanze für das Wintersport-Genre
: Zusammen mit Steep brach Mark McMorris Infinite Air eine Lanze für das Wintersport-Genre.
© HB StudiosZoomansicht

2016 nahm sich Ubisoft dann wieder dem Genre an und veröffentlichte Steep. Fast zeitgleich kam auch Mark McMorris Infinite Air von HB Studios. Während Steep sich auf Extremsportarten im Schnee konzentrierte, war bei Mark McMorris Infinite Air das Snowboarden im Mittelpunkt.

2017 gab es für Steep die Erweiterung "Road to the Olympics", welche die Olympischen Spiele als Aufhänger hatte und im Oktober 2018 erschien der DLC "X Games". Doch weitere Vertreter des Genres sucht man aktuell mit großer Anstrengung und meistens vergebens. Vielleicht ist die Zeit von Snowboard, Skispringen und Slalomrennen vorbei. Vielleicht müssen sich einfach nur mehr Entwickler wieder trauen, das vergessene Genre aufleben zu lassen. Denn so bleibt Fans erstmal nur der Griff zu älteren Titeln, aber das kann ja auch Spaß machen, vor allem wenn man in Regionen wohnt, die keinen Schnee haben.

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