Die Motocross-Simulation im Test

MXGP Pro: Der gescheiterte Neuanfang

von Kristin Banse am 05.07.2018 um 18:00

MXGP Pro heißt die neueste Motocross-Simulation vom italienischen Entwickler Milestone und soll die eingeschlafene MXGP-Reihe aus dem Mittelmaß holen. Bis auf die hochauflösende Grafik ist der Vollpreistitel aber ernüchternd.

Ist MXGP Pro die Rettung der Motocross-Reihe?
Ist MXGP Pro die Rettung der Motocross-Reihe?
© MilestoneZoomansicht

"Es ist ein brandneuer Anfang der Serie und wurde mit dem Ziel designt, den Bedürfnissen der anspruchsvollen Fans gerecht zu werden", kündigte Milestone den neuesten Teil der MXGP-Reihe im April an. Seit dem 29. Juni steht der Vollpreistitel nun in den Regalen und Rennspiel-Enthusiasten können in die Welt der FIM Motocross World Championship eintauchen. Die größte Stärke der Reihe ist und bleiben die offiziellen Lizenzen der Weltmeisterschaft. Spieler können sich daher mit allen Bikes und Fahrern der 2017 MXGP-Saison auf den offiziellen Strecken austoben.

Wenig Individualismus

Die erste Ernüchterung folgt allerdings schon beim Starten der Simulation: Als erstes fordert Euch das Spiel auf, einen Charakter zu erstellen. Dabei stehen Euch zehn vorgefertigte Charaktere zur Verfügung - mehr nicht. Nicht einmal die Haarfarbe könnt Ihr anpassen. Danach geht es auf die Piste. Ob Ihr das Tutorial spielen wollt oder nicht, habt Ihr selbst in der Hand. Einen großen Unterschied macht es aber nicht, da nur die grobe Steuerung erklärt wird. Feedback gibt es kaum. Führt Ihr beispielsweise einen Sprung nicht korrekt aus, wird er als falsch deklariert. Woran es gelegen hat, erklärt das Spiel nicht.

Einsteigerfreundlich

Trotz der rudimentären Tutorials ist MXGP Pro auch für Anfänger geeignet. Milestone bezeichnet den Titel zwar als Simulation, jedoch gibt es umfangreiche Fahrhilfen, die den Spieleinstieg vereinfachen. Simulations-Fans müssen allerdings einige Abstriche hinnehmen: Ohne jegliche Fahrhilfen steuert sich MXGP Pro fast wie der Vorgänger MXGP 3. Das ist im Prinzip nichts Schlechtes. Milestone kündigte jedoch "innovative Physiken" und "puren Realismus" für den neuesten Ableger an, was deutlich höhere Erwartungen schürte, als der Entwickler letztlich bietet.

Auch von der angekündigten verbesserten künstlichen Intelligenz wird nicht viel deutlich. Nach Rennstart fahren die virtuellen Profis nebeneinander her, von "realistischen Fahrerbewegungen" kann man hier nicht unbedingt sprechen. Hin und wieder gerät einer Eurer Konkurrenten sogar in eines der Schilder am Rand und bleibt dort stecken, was nur einer von vielen nervigen Bugs ist.

Abwechslung und gute Grafik

Fahrt Ihr wenige Zentimeter neben der Strecke, will Euch das Spiel sofort zurückteleportieren.
Fahrt Ihr wenige Zentimeter neben der Strecke, will Euch das Spiel sofort zurückteleportieren.
© kicker eSportZoomansicht

Womit MXGP Pro punkten kann, sind die unterschiedlichen Spielmodi. Neben der ausführlichen Karriere könnt Ihr Euch in einem freien Trainingsgelände austoben, Eure Timings in Zeitrennen verbessern oder online gegen andere Fahrer antreten. Nur der Splitscreen-Modus gibt es wie schon beim neuesten MotoGP-Teil wieder nicht.

Dank der Unreal Engine machte die Reihe schon mit MXGP 3 grafisch einen Schritt nach vorne und auch MXGP Pro glänzt wieder mit hochauflösenden Details. An die beeindruckende Grafik von Forza Motorsport 7 kommt die Motocross-Simulation zwar noch nicht heran, kann aber grafisch mit anderen Genrevertretern mithalten.

Letzten Endes ist MXGP Pro ein solides Motocross-Spiel, das dank der Einstellungsmöglichkeiten sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet ist. "Ein brandneuer Anfang der Serie", wie Milestone den Titel ankündigte, ist es definitiv nicht. Im Prinzip spielt sich der neueste Ableger wie MXGP 3, was in der Theorie nichts Schlechtes ist. Bei einem Vollpreistitel erwartet man allerdings mehr.

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