Wie große Investoren die Szene verändern

Wachstumsschmerzen plagen die SimRacing-Szene

von kid am 18.09.2018 um 13:02

Die SimRacing-Szene ist in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Große Unternehmen stiegen in den virtuellen Motorsport ein und investierten mehrere hunderttausend Euro. Was wie ein Segen klingt, stellt die Fahrer allerdings vor völlig neue Herausforderungen.

Die SimRacing-Szene wächst - und hat plötzlich mit völlig neuen Problemen zu kämpfen.
Die SimRacing-Szene wächst - und hat plötzlich mit völlig neuen Problemen zu kämpfen.
© SimRacing ExpoZoomansicht

F1 Esports, Le Mans Esport, Gran Turismo World Tour: Das sind nur drei große Rennserien von vielen, die in den vergangenen zwölf Monaten im SimRacing an den Start gingen. Wie die Namen bereits vermuten lassen, handelt es sich dabei um drei einzelne Wettbewerbe, die in unterschiedlichen Spielen ausgetragen werden: Während die Teilnehmer der F1 Esports Series sich im offiziellen F1-Rennspiel beweisen, dreht sich bei Le Mans alles um Forza Motorsport 7. Die Gran Turismo World Tour setzt hingegen auf GT Sport. Das mögen zwar alles Rennsimulationen sein, allerdings unterscheidet sich jeder Titel in kleinen aber feinen Details, die hinterher Sieg oder Niederlage ausmachen können. Wollen Fahrer in allen Wettbewerben antreten, braucht es Zeit, sich auf die unterschiedlichen Spiele einzustellen.

Priorisieren wird Pflicht

Zusätzlich zu den neuen Ligen gibt es noch die etablierten Rennserien wie die iRacing World Championship, die ebenfalls 16.000 US-Dollar ausschüttet. Dass es so viele lukrative Turniere gibt, stellt die Fahrer vor neue Herausforderungen. "Wir müssen priorisieren", erklärt Danny Engels von G2 Esports. Der ehemalige SimRacing-Profi kümmert sich nun um die Teamangelegenheiten bei der spanischen Organisation und unterstützt die SimRacer bei ihren Vorbereitungen. Er beanstandet: "Es wird einfach zu viel. Man merkt jetzt schon, dass Fahrer Probleme bekommen, zu priorisieren. Eigentlich will jeder überall mitfahren - nicht nur wegen des kompetitiven Aspekts. Die hohen Preisgelder locken ebenfalls."

Ein natürlicher Prozess

Für die Fahrer gilt es nun herauszufinden, welcher Weg der Beste ist: Jeweils wenig Zeit in viele unterschiedliche Wettwerbe stecken oder sich auf eine einzige Rennserie konzentrieren? "Es ist eine interessante Sache, die es vorher nicht gab und wir sehen jetzt die unterschiedlichen Ansätze", sagt Danny Engels. Seine Fahrer Frederik Rasmussen und Joni Törmälä bereiten sich sowohl auf F1 Esports, als auch auf andere Rennserien vorbereiten. Mercedes-SimRacer Brendon Leigh setzt hingegen seit Monaten auf F1 und legt seinen Fokus klar auf dieses eine Spiel. "Wenn Brendon Leigh am Ende ungeschlagen F1 Esports gewinnt, dann war unser Ansatz falsch", ist sich Engels im Klaren. "Natürlich gehen wir hier ein Risiko ein. Aber unsere Fahrer haben natürlich auch Vorlieben: Frederik liebt iRacing, aber er versucht auch in F1 mitzuhalten. Und wenn er am Ende über Brendon Leigh steht oder es sogar in die Top 3 schafft, hat sich unser Ansatz auf jeden Fall gelohnt", sagt Engels. Schlussendlich sei diese Problematik allerdings ein natürlicher Prozess. "Die Jungs werden irgendwann selbst merken, was funktioniert und was sie sich zumuten können. Am Ende muss man einfach das Positive aus seinen Fehlern mitnehmen, daraus lernen und für sich den richtigen Weg finden", resümiert Engels.

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