Wie sich der Segelsport neu erfindet

eSailing: Mit virtuellen Bootrennen die Jugend begeistern

von Kristin Banse am 26.06.2018 um 14:53

Der bayerische Fußball-Verband stellt FIFA-Turniere auf die Beine, die Formel 1 geht mit einer eigenen eSport-Serie an den Start. Nun wollen sich auch die Segler virtuell etablieren - und rufen eSailing ins Leben.

eSailing: So will der Segelsport neue Zielgruppen erreichen.
eSailing: So will der Segelsport neue Zielgruppen erreichen.
© kicker eSportZoomansicht

Der Segelsport braucht neue Impulse und eine jüngere Zielgruppe. Die Einstiegshürden sind deutlich höher als bei anderen Sportarten: Das fängt bereits bei den Leihkosten für das Boot an und hört beim eigenen Standort auf. Immerhin hat nicht jeder einen See oder das Meer vor der Haustür.

Aus diesem Grund rief der Welt-Segelverband (World Sailing) vergangenen November die sogenannte eSailing World Championship aus. So wolle man "die jungen Leute an den Segelsport heranführen", erklärt Felix Weidling vom Kieler Yacht Club. In dem Spiel Virtual Regatta können Segelbegeisterte bis Oktober Punkte sammeln und sich so für das große Finale am 30. Oktober in Florida qualifizieren.

Mehr als 5.000 Teilnehmer

Von der Idee des virtuellen Segelns waren Weidling und seine Kollegen so begeistert, dass sie ein ähnliches Konzept für die Regatta in Kiel ausarbeiteten. Daraus entstand die eSailing Challenge auf der Kieler Woche. In fünf Qualifikationsrunden konnten sich Spieler von Virtual Regatta einen Platz im Online-Finale sichern, das vergangenen Sonntag im Rahmen der Kieler Woche ausgetragen wurde. "Die Resonanz war beeindruckend", bekräftigt Weidling. Mehr als 5.000 Leute nahmen an den Qualifikationsrennen Teil, nur die besten Zehn schafften es ins Finale und segelten um ein Preisgeld von 1.000 Euro. Einer von ihnen war Edzard Lütke-Notarp. Der Segel-Enthusiast war der einzige Deutsche und konnte aufgrund technischer Probleme nur das letzte der drei Finalrennen mitsegeln, doch "das lief dann aber sehr gut". Gewonnen hat letztlich Alberto 'Capt_Caveman' Abreu aus der Dominikanischen Republik.

Nichts für Laien

Edzard Lütke-Notarp (4.v.l) mit seinem Segelteam auf Mallorca.
Edzard Lütke-Notarp (4.v.l) mit seinem Segelteam auf Mallorca.
© Edzard Lütke-NotarpZoomansicht

Schon länger spielt Lütke-Notarp Virtual Regatta. "Es ist eine tolle Möglichkeit seine Taktik zu schulen", erklärte er uns. Tatsächlich ist das Segelspiel nicht für Laien: Grundlegendes Segelwissen wird vorausgesetzt, wenn es auch ein kurzes Tutorial für die Grundlagen gibt. "Leider wird das Spiel in letzter Zeit sehr kommerzialisiert ", beklagt Lütke-Notarp. Es gibt mittlerweile verschiedene Level und man kann sein Boot für Echtgeld aufrüsten. Auch ohne technische Probleme hätte Lütke-Notarp als Level 9-Fahrer nur schwer mit den Level 15-Konkurrenten mithalten können. "Früher waren alle Boote gleich schnell", so Lütke-Notarp. "Das wäre auch wünschenswert für das Finale gewesen"

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