Neues Gesetz geplant

Koreanische Regierung will Account-Booster bestrafen

von Lars Becker am 05.12.2018 um 17:06

Wer in Südkorea andere Spieler gegen Geld in höhere Ligen spielt, könnte zukünftig in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Die südkoreanische Regierung will laut Medienberichten mit hohen Strafen Account-Boostern das Handwerk legen.

Schwere Zeiten für Account-Booster?
Schwere Zeiten für Account-Booster?
© Blizzard/Robert PaulZoomansicht

Wie das südkoreanische eSport-Newsportal ThisisGame meldet, soll nach Inkrafttreten des geplanten Gesetzes Account-Booster zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren oder zu 20.000.000 Won, also umgerechnet 18.000 US-Dollar, verurteilt werden können. Der Kultur-, Sport- und Tourismusausschuss sowie der Gesetzgebungs- und Justizausschuss prüfen den Änderungsantrag. Am 30. Dezember wird dann in der Nationalversammlung darüber abgestimmt. Wird der Gesetzesentwurf angenommen, wird das Hochspielen von Gaming-Accounts zum Zwecke des finanziellen Gewinns zu einer illegalen Aktivität.

Mit dem geplanten Gesetz, so die Antragssteller, soll der faire Wettbewerb des eSports gefördert und vermieden werden, dass anderen Spielern und den jeweiligen Unternehmen Schäden zugefügt werden. "Dieses Gesetz, wenn verabschiedet, wird dazu beitragen, ein gesundes Spielökosystem zu schaffen", wird der Abgeordnete Dong Seop Lee zitiert. "Wenn der Entwurf angenommen ist, dann sind auch alle Werbeanzeigen für Boosting auf den großen Plattformen ebenfalls illegal."

Spiele haben schwer zu kämpfen

Das Geschäft mit dem Hochspielen von fremden Konten ist ein lukratives. So lukrativ, dass selbst gestandene Profis neben ihrer Karriere Zeit dafür finden. Eines der prominentesten Beispiele ist der Südkoreaner So Min 'SADO' Kim, der aktuell bei Overwatch League-Klub Philadelphia Fusion unter Vertrag steht und in der Vergangenheit für viel Wirbel sorgte. Noch bevor er seinen Vertrag dort unterzeichnete, sperrte ihn Blizzard für 30 Partien wegen Account-Boosting. Es folgte allerdings keine weitere Strafen.

Das oft als Mutterland des eSports bezeichnete Südkorea geht mit solchen Vergehen strenger um. In Computerspielen zu betrügen, ist in Südkorea kein Bagatelldelikt. Weil 2016 mehrere StarCraft II-Profis gegen Geld absichtlich Spiele verloren, wurden diese von der Polizei festgenommen und später zu hohen Geldstrafen verurteilt. Auch der Weltmeister Seung Hyun 'Life' Lee wurde daraufhin bestraft.

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