Deutscher Overwatch-Manager im Gespräch

Angry Titans-Manager "absolut unzufrieden" mit Blizzard

von Lars Becker am 09.11.2018 um 14:13

Die Angry Titans gehören zu den stärksten Mannschaften der Contenders-Liga. Teammanager Christian Gutzelnig übt im Gespräch mit kicker eSport harte Kritik an Blizzards Handhabung der Liga, die die Zukunft seiner erfolgreichen Truppe in der zweithöchsten Spielklasse gefährde.

Ehrlich und direkt: Christian Gutzelnig ist unzufrieden mit dem Management der Liga.
Ehrlich und direkt: Christian Gutzelnig ist unzufrieden mit dem Management der Liga.
© Blizzard/Robert PaulZoomansicht

Die Overwatch Contenders-Liga ist ein Sprungbrett für ambitionierte Profis, die sich später einmal in der Overwatch League mit den besten Spielern der Welt messen möchten. Kritik an ihr gibt es allerdings von vielen Seiten, weil die Contenders-Liga nicht die Beachtung erhalte, die sie verdiene. Dieser Meinung schließt sich der Manager der in Deutschland ansässigen Angry Titans an.

"Contenders hat einen sehr schweren Stand ", bestätigt Christian Gutzelnig, der kürzlich auch die deutsche Nationalmannschaft beim World Cup betreute und bei den Titanen so etwas wie das Mädchen für alles ist.

Blizzard habe gesagt, dass sich Contenders wirtschaftlich nicht lohne. "Ich stehe dieser Entwicklung extrem negativ gegenüber und bin absolut unzufrieden damit, wie Blizzard das handhabt", sagt Gutzelnig. "Regionen wie Nordamerika, Korea oder China werden gefördert, während Europa oder andere kleine Regionen links liegen gelassen werden." Er glaube nicht daran, dass sich so Teams, die keine Reservemannschaften von großen Overwatch League-Klubs sind, halten können.

Harte Kritik an Blizzard

Blizzard verringere stattdessen lieber den Support für Contenders, als dafür zu sorgen, dass sich das Konzept finanziell lohne. Man müsse die Liga mit "mehr Exposure" unterstützen, fordert er. Er führt ein Beispiel an: "Der Contenders-Twitch-Stream in Europa hatte circa 2.000 bis 5.000 Zuschauer. Wenn der Stream im Blizzard-Launcher aufgelistet wurde - das ist zweimal vorgekommen - hatte er 20.000 bis 30.000 Zuschauer."

Sorgen mache er sich deshalb darüber, wie es auf Dauer um die Zukunft seines Teams und seiner Schützlinge bestellt ist. Wie wichtig und nahe ihm die ganze Angelegenheit geht, merkt man deutlich. "Investoren wie mein Chef sind auch mit der Entwicklung sehr unzufrieden und ich könnte es ihm nicht mal übelnehmen, wenn er bald das ganze Projekt einstellt, da es für ihn natürlich auch wirtschaftlich nicht rentabel ist."

Erfolgreiches Projekt

Jenes Projekt hat sich im letzten Jahr ausgesprochen gut entwickelt - aller Bedenken zum Trotz. Nach einem Halbfinaleinzug in der ersten Saison folgte der zweite Platz in der gerade abgelaufenen Spielzeit. Direkt nach dem Endspiel sei die Moral "denkbar tief" gewesen. "Es tat mir im Herzen weh, meine Jungs so enttäuscht zu sehen. Nachdem es letztes Mal im Halbfinale so knapp war und diesmal es im Finale nicht gereicht hat, war das natürlich doppelt bitter."

Trotzdem gehe er fest davon aus, dass es dieses Jahr im dritten Versuch mit einem Titelgewinn klappt. "Viele Contender-Teams haben Spieler verloren, zum Beispiel Gigantti und Eagle Gaming, während wir mit demselben Lineup in die Saison gehen."

Zwar hatten alle Spieler sogenannte Tryouts für neue oder existierende OWL-Teams, letztlich habe es aber keiner in die finalen Kader geschafft. Mit der unveränderten Team-Aufstellung, abgesehen vom abgewanderten Trainer Mike 'Packing10' Szklanny, wollen sie erneut voll angreifen. "Niemand wird uns diesmal die Butter vom Brot nehmen und jeder ist heiß darauf, endlich Contenders zu gewinnen."

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