Spieler klagen gegen Eagle Gaming

Overwatch Contenders-Sieger zahlte kein Gehalt

von Lars Becker am 12.10.2018 um 16:27

Die französischen Spieler von Eagle Gaming waren die Senkrechtstarter der abgelaufen Saison in der Overwatch Contenders-Liga und gewannen im Finale gegen die in Deutschland ansässigen Angry Titans die zweithöchste Klasse des FPS-Titels. Jetzt kam heraus: Hinter den Kulissen brodelte es gewaltig und die Spieler erhielten kein Gehalt.

Souveräner Sieg, unsichere Zukunft: Die ehemaligen Spieler von Eagle Gaming fühlen sich im Stich gelassen.
Souveräner Sieg, unsichere Zukunft: Die ehemaligen Spieler von Eagle Gaming fühlen sich im Stich gelassen.
© Blizzard/Robert PaulZoomansicht

Wer glaubt, dass ausbleibende Gehaltszahlungen nur in den früheren und unprofessionelleren eSport-Zeiten existierten, hat sich getäuscht. Eagle Gaming soll seinen Spielern über lange Zeiträume kein Geld bezahlt haben. Das behauptet Jean-Louis 'KnOxXx' Boyer, der im gleichen Zuge seinen Rücktritt vom professionellen Gaming bekannt gab. "Die Organisation lässt die Spieler mit großen finanziellen Schwierigkeiten zurück: Wir wurden seit drei oder vier Monaten nicht bezahlt und haben die Gewinne unserer Wettbewerbe nie auch nur angerührt."

Boyer ist der erste Spieler der Mannschaft, der an die Öffentlichkeit geht und in einem öffentlichen Schreiben konkret schildert, wie das Management von Eagle Gaming immer feindseliger wurde, als es um die Erfüllung der Zahlungen gebeten wurde. Deshalb verharrten, so 'KnOxXx', die Spieler in der misslichen Situation und konzentrierten sich auf die Overwatch-Contenders-Liga, die sie schließlich im Finale mit 4:1 gewannen.

Hoffnung zerstört

Im Juli 2018 seien die Spieler dann darüber informiert worden, dass das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten sei, weil "einige Investoren ihre Verpflichtungen nicht mehr einhielten oder sogar sich zurückzogen". Im August dann die nächste Hiobsbotschaft: Das Unternehmen sei in naher Zukunft aufgrund seiner unüberwindbaren finanziellen Herausforderungen vor dem Aus.

Der Präsident von Eagle Gaming, Xavier Calvi, trat kürzlich von seinen Ämtern zurück, räumte aber ein, dass es durchaus Probleme mit den Zahlungen gegeben habe. Das sei allerdings alleinig auf die Sponsoren zurückzuführen: "Während wir für mehrere Monate Löhne zwischen 2.000 und 4.500 Euro an die Mitarbeiter und Spieler zahlten und positive Ergebnisse erzielten, haben unsere Investoren nie ihre Versprechen gehalten." In Aussicht stehende Kooperationen mit neuen Geldgebern seien laut Calvi letztlich wegen des umstrittenen Images von FPS-Titeln gescheitert. Da somit die finanziellen Mittel fehlten, seien dann die Gehaltszahlungen eingestellt worden.

Boyer ist mit der derzeitigen Situation unzufrieden: "Heute sind wir neun Spieler in einem Rechtsstreit und die Untätigkeit von Eagle zwingt uns, unseren Arbeitsvertrag einseitig zu kündigen, um unsere berufliche Karriere fortzusetzen", sagt der 30-Jährige. In seinem Abschiedsschreiben lässt er kein gutes Haar am Team. "Ich bedauere nur, dass meine Spielkarriere mit dem Scheitern eines französischen Investors, Eagle Gaming, endet, der die Hoffnungen eines Teams talentierter Spieler zerstört hat."

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