Aussichten und Hürden der Szene

Dank Renault und PSG - Rocket League im Aufschwung

von Christian Mittweg am 15.08.2018 um 19:52

Seit 2015 versuchen Spieler in Rocket League mit ihren virtuellen Autos, Tore zu erzielen. Die eSport-Szene wächst seitdem immer weiter. An die großen Titel kommt es zwar noch nicht ran. Laut Simon 's1moN' Bicking von mousesports sollte man Rocket League als eSport-Fan trotzdem auf dem Schirm haben.

Die Weltmeisterschaft in Rocket League fesselte durchschnittlich 100.000 Zuschauer.
Die Weltmeisterschaft in Rocket League fesselte durchschnittlich 100.000 Zuschauer.
© PsyonixZoomansicht

Zwei Teams mit je drei Spielern, die versuchen mit ihren Autos Bälle ins Tor zu schießen. Das klingt simpel und auf den ersten Blick ist das laut Simon 's1moN' Bicking auch so. "Du musst in Rocket League kein Hintergrundwissen haben. Ich vergleiche das gerne mit League of Legends. Da gibt es Milliarden Items und Du musst wissen, welcher Champion welche Fähigkeiten hat. Das gibt es bei Rocket League nicht. Da hast Du nur Dein Auto."

Das soll nicht heißen, dass es einfach ist. Die eSportler führen in der Luft präzise Manöver durch, die für normale Spieler schier unmöglich erscheinen. Bicking kriegt davon eine Menge zu sehen. Er ist Team-Manager bei mousesports und betreut das Trio aus Alex 'Alex161' Ernst, Kevin 'Skyline' Carvalho und Maik 'Tigreee' Hoffmann.

Hoffmann und Ernst sind deutsche Profis und zählen für Bicking zu den größten Talenten der Szene. Zusammen mit dem Schweizer Carvalho tritt das Team in Europas höchster Spielklasse, der Rocket League Championship Series (RLCS), an. Davon können sie bereits leben. 'Skyline' und 'Tigree' studieren trotzdem noch nebenbei, aber Alex161' ist bereits Vollzeit-eSportler. Das ist in der Rocket League-Szene nicht ungewöhnlich.

Waghalsige Manöver in der Luft prägen das Zuschauererlebnis in Rocket League.
Waghalsige Manöver in der Luft prägen das Zuschauererlebnis in Rocket League.
© PsyonixZoomansicht

Ein Spieler in einem normalen Rocket League-Team erhält ein Monatsgehalt zwischen 1.700 und 2.500 Euro, bei Top-Mannschaft können es sogar 6.000 Euro sein. Dazu kommen noch die Preisgelder: In der vergangenen Saison der RLCS schüttete Organisator und Spielentwickler Psyonix 109.000 US-Dollar in Europa aus und weitere 250.000 US-Dollar bei der Weltmeisterschaft. Für die sechste Saison, die im September startet, wird der Preispool sogar nochmal angehoben auf eine Million US-Dollar.

Zuschauerzahlen steigen

Was die Gehälter und Preisgelder angeht, reicht Rocket League aber dennoch nicht an die größten eSport-Titel wie League of Legends, Dota 2, Overwatch oder CS:GO heran und auch bei den Zuschauerzahlen auf Twitch hinkt der Vergleich noch etwas. Rocket Leagues Status als aufstrebender eSport-Titel ist trotzdem zu erkennen, und wenn es nur die simple Tatsache ist, dass die Spieler von diesem eSport leben können, keine Selbstverständlichkeit.

Laut der Statistikseite ESC schalteten bei der Weltmeisterschaft im Juni durchschnittlich 100.000 Leute ein - im Finale waren es sogar 171.000 Zuschauern. Vor einem Jahr lag der Höchstwert noch bei 53.000. Bicking ist dementsprechend positiv gestimmt: "Die Szene entwickelt sich sehr gut und das bekommen auch die Sponsoren mit."

Zwischen Fußball und Autos

Der französische Automobilkonzern Renault engagiert sich seit Anfang des Jahres in Rocket League und besitzt in Zusammenarbeit mit Team Vitality sogar ein eigenes Team. Auch der Ligue 1-Verein Paris Saint-Germain stellt eine Mannschaft, die gegen Renault Vitality und mousesports in der RLCS antritt. Dabei wird deutlich, welche beiden großen Themen Rocket League anspricht: Fußball und Autos.

Der eSport-Titel von Psyonix ist die perfekte Symbiose beider Themen und kann zudem mit einer so hoch geschätzten jungen, männlichen Zielgruppe dienen. Das lockt Sponsoren an, welche wiederum Geld in die Szenen pumpen. Bisher verlief das noch schleppend, Bicking ist sich aber sicher, dass nach Renault noch viele andere Unternehmen dem Vorbild des Automobilkonzerns folgen werden.

Ein nachlässiger Organisator

Simon 's1moN' Bicking ist Team-Manager bei mousesports.
Simon 's1moN' Bicking ist Team-Manager bei mousesports.
© Simon BickingZoomansicht

Trotz der guten Entwicklung bei den Zuschauerzahlen und neuen Sponsoren ist nicht alles perfekt in Rocket League. "In meinen Augen ist das Problem, dass sich Psyonix immer sehr viel Zeit lässt, wenn man ein Turnier hosten möchte oder Ähnliches. Der Entwickler sollte sich, was Publicity angeht, mehr bemühen", urteilt Bicking. Im vergangenen Jahr hätte Psyonix die eigenen Bemühungen zwar schon verstärkt, vollends zufrieden ist der mousesports Team-Manager trotzdem nicht.

Deswegen hat es sich Bicking zur Aufgabe gemacht, die Szene wo immer er kann nach vorne zu bringen. Das wird zwar nicht leicht, doch die Entwicklung in Rocket League zeigt, dass dieser eSport-Titel nicht zu unterschätzen ist, auch wenn er derzeit noch nicht im Konzert der Großen mitspielt.

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