Gesprächsrunde in Lausanne

eSport und Olympia: Forum soll vermitteln

von Christian Mittweg am 13.07.2018 um 16:04

Passt eSport nach Olympia? Diese Frage wird nun schon seit geraumer Zeit gestellt, auch vom IOC (Internationales Olympisches Komitee). Spiele wie FIFA, Overwatch oder League of Legends werden zeitnah vermutlich keine offizielle Disziplin werden. Erstmal gilt es, Gemeinsamkeiten zu finden, und die sollen in einer Gesprächsrunde am 21. Juli genauer erörtert werden.

Der IOC zeigt Interesse am eSport und steht für eine weitere Gesprächsrunde offen.
Der IOC zeigt Interesse am eSport und steht für eine weitere Gesprächsrunde offen.
© IOCZoomansicht

Unmittelbar vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2018 fand ein eSport-Turnier statt: die IEM PyeongChang. Das war kein Zufall. Der IOC wollte so erste Erfahrungen rund um das Thema Gaming sammeln. Hinzu verfolgte man damit auch die Pläne des Komitees, Olympia einen stärkeren Eventcharakter zu vermitteln und keine reine Sportveranstaltung zu sein. eSport ist in diesem Zusammenhang besonders interessant, da es insbesondere bei jungen Menschen hoch im Kurs steht. Zudem erkennt der IOC an, dass "eSport aufgrund von Vorbereitung und Training mit einer Intensität, die sich mit Athleten anderer Sportarten vergleichen lässt, als Sport angesehen werden könnte".

Hürden des eSport

Trotz des klaren Interesses ist eSport zeitlich weit davon entfernt, eine olympische Disziplin zu sein. Frühestens 2024 wäre das möglich. Diese Entscheidung müsste aber schon im September kommenden Jahres gefällt werden, und noch sieht der IOC einige Hürden. Da wäre zum einen die Struktur. "Ähnlich zur FIFA für Fußball oder dem IAAF für Leichtathleten muss auch der eSport von einem Verband repräsentiert werden, mit dem wir zusammenarbeiten können", nennt der IOC eine der grundsätzlichen Anforderungen. Alle möglichen Spieleentwickler und Veranstalter im eSport unter einen Hut zu kriegen, sollte jedoch gar nicht so einfach sein. Zudem hieß es in der Vergangenheit vom Komitee-Präsidenten Thomas Bach schon mehrfach, dass Spiele, die Gewalt in einem extremen Maße widerspiegeln, nicht Teil von Olympia sein werden. Wo der IOC hier die Linie zieht, ist nicht bekannt. Insbesondere für Shooter könnte das jedoch ein großes Problem sein.

Annäherung in Lausanne

Am 21. Juli veranstaltet das IOC nun zusammen mit der Global Association of International Sports Federation (GAISF) ein eSport-Forum, bei dem auch eine ganze Reihe an Führungspersönlichkeiten aus der Welt des eSport eingeladen sind. Ziel des Treffens im Olympischen Museum in Lausanne ist es, "Synergie zu entdecken, ein gemeinsames Verständnis aufzubauen und eine Plattform für ein zukünftiges Engagement zwischen der eSport-, der Gaming-Industrie und der Olympischen Bewegung zu schaffen." Geleitet wird das Forum von Rick Fox. Als Inhaber eines eSport-Teams, Echo Fox, ehemaliger NBA-Spieler und Sohn einer olympischen Athletin ist er mit beiden Seiten vertraut und kann zu einem besseren Verständnis beitragen. Zu den Gästen zählen unter anderem Verantwortliche von Blizzard, der ESL, Twitch und Riot Games. Auch Hans Jagnow vom eSport-Bund Deutschland (ESBD) wird anwesend sein.

Video zum Thema
Vizepräsident Martin Müller im Interview- 11.04., 08:01 Uhr
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Das Verhältnis zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem eSport-Bund Deutschland (ESBD) konnte man zuletzt als "zerrüttet" beschreiben. Vor allem die neuen Seiten im Koalitionsvertrag brachten wieder etwas Unruhe in die zarten Annäherungsversuche. ESBD-Vizepräsident Martin Müller spricht mit uns über die aktuelle Lage und wie der Verband die Aussagen von DFB-Präsident Reinhard Grindel aufgefasst hat.
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