eSport "vergleichbar mit Bogenschießen oder Motorsport"

Grüne Fraktion Berlin: "eSport ist Sport!"

von Christian Mittweg am 12.06.2018 um 10:40

eSport ist spätestens seit der Bundestagswahl im vergangenen September in der deutschen Politik angekommen. Die Grüne Fraktion Berlin hat nun einen Beschluss mit dem Titel "eSport ist Sport!" veröffentlicht. In dem Positionspapier spricht die Fraktion ihre eigenen Ziele und geplanten Förderungsmaßnahmen an, nimmt den eSport aber auch in die Pflicht.

Die Grüne Fraktion Berlin hat ein Positionspapier zum eSport aufgesetzt.
Die Grüne Fraktion Berlin hat ein Positionspapier zum eSport aufgesetzt.
© kicker eSportZoomansicht

eSport ist Sport und vergleichbar mit Bogenschießen oder Motorsport. So heißt es in einem kürzlich herausgegeben Beschluss der Grünen Fraktion Berlin. Bereits zur vergangenen Bundestagswahl hatte die Partei angegeben, man wolle den eSport "stärken und prüfen, inwiefern es als Sportart anerkannt werden kann". Zumindest in der deutschen Hauptstadt haben sich die Verantwortlichen von den Grünen inzwischen vermehrt mit der Thematik auseinandergesetzt und sind zu einem Ergebnis gekommen.

Ziele und Pläne

Resultat ist, dass eSport in Berlin gefördert werden soll. Die Möglichkeiten für Inklusion, Integration und internationale Freundschaften sind dabei besonders wichtig und werden als große Pluspunkte des eSports angesehen. Direkte Maßnahmen können Die Grünen zwar nicht ergreifen, die Partei gehört in Berlin aber immerhin mit zur Landesregierung und will sich für den elektronischen Sport einsetzen. Auf der Agenda steht unter anderem die Anerkennung der steuerlichen Gemeinnützigkeit. Das würde insbesondere Amateurvereinen helfen, da sie verstärkt auf freiwillige Helfer angewiesen sind, und durch eine Klassifizierung als gemeinnützig an finanzielle Mittel kommen würden. "Es braucht eine Förderung im Breiten- und Amateurwesen, insbesondere brauchen wir räumliche Angebote", hieß es diesbezüglich von Stefan Ziller, dem Sprecher für Digitales und Verwaltungsmodernisierung bei den Grünen Berlin.

Weitere Pläne beinhalten die Anpassung des Rundfunkstaatsvertrags zugunsten von kleinen Streamern sowie die Empfehlung an den Landessportbund Berlin, eine Arbeitsgruppe für eSport einzurichten. Zuletzt wünscht man sich, auch weiterhin eSport-Großveranstaltungen nach Berlin zu locken.

Appell an die eSport-Industrie

Die Grüne Fraktion Berlin spricht in ihrem Positionspapier aber nicht nur die eigenen Pläne an. Die Partei erwartet auch ein gewisses Handeln seitens der eSport-Industrie. "Wir wollen eSport in Berlin stärken, aber auch seine gesellschaftliche Bedeutung als Aufgabe verstanden wissen: Eine junge und große Sportbewegung muss Werte wie Gleichstellung, Inklusion und Nachhaltigkeit mit der Faser ihrer sportlichen Betätigung vermitteln", sagte Sprecherin für Wissenschaft und Finanzen, Anja Schillhaneck. Dazu zählt auch die Förderung von Spielerinnen, die aus Sicht der Grünen im eSport gesellschaftlich unterrepräsentiert sind.

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