Mehr Glücksspielanreiz statt Selbstverpflichtung

100 neue Items für Overwatch-Lootboxen

von Holm Kräusche am 23.01.2018 um 10:37

Blizzard kündigt ein Update seiner Lootboxen im Hero-Shooter Overwatch an. Das gab der Entwickler gestern in einer Mitteilung an die Medien bekannt. Lootboxen stehen allgemein in der Kritik, unreguliertes Glücksspiel zu sein. Statt etwas an der Mechanik zu verändern, fügt Blizzard nun neue Gegenstände hinzu.

Blizzard implementiert neue kosmetische Gegenstände in Overwatch, trotz Kritik an Lootboxen.
Blizzard implementiert neue kosmetische Gegenstände in Overwatch, trotz Kritik an Lootboxen.
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Lootboxen in Games sind derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Einen Großteil der Einnahmen generieren die Spiele-Entwickler mittlerweile mit den Kisten, Kritiker bezeichnen die Mechanik als Glücksspiel.

Eine Box kostet einen Euro

Lootboxen sind in fast allen aktuellen Titeln eine undurchsichtige Mechanik, in denen die Entwickler Skins für Spielfiguren oder andere Verschönerungen in Glücks-Kisten versprechen. Die Inhalte werden in der Regel nach Level-Aufstiegen kostenlos zur Verfügung gestellt, oder können mit Echtgeld erworben werden. Bei Blizzards Overwatch kostet eine solche Kiste einen Euro und kann ausschließlich im Paket zu mindestens zwei Einheiten erworben werden. Inhalt: jeweils vier Items. Welche das sind, ist allerdings Glückssache. Für echtes Geld rückverkauft werden können unerwünschte Verschönerungen nicht. Auch in FIFA wird dieselbe Mechanik bei Packs angewendet.

Der größte Kritikpunkt an Lootboxen ist, dass der Käufer vorher nicht abschätzen kann, wie hoch die Chance ist, einen wirklich seltenen Gegenstand zu ziehen. Gerade junge Menschen werden so verführt, Geld in ein Glücksspiel zu investieren, bei dem sie keine Kontrolle darüber haben, was sie erhalten. Statt der Zufallskisten könnten die Entwickler auch Skins zum ordentlichen Kauf anbieten, sodass jeder vorher weiß, was er bekommt.

Lootboxen nicht als Glücksspiel bewertet

Würden Lootboxen beispielsweise vom Staat als Glücksspiel definiert, müssten sich Hersteller harter Regulierung durch die Regierung unterwerfen. Das wäre wiederum mit Gewinneinbußen verbunden. Diplom-Jurist Michael Scheyhing sagte im Gespräch mit kicker eSport: "Es ist wie beim Lotto: Wenn ich höre, dass die Wahrscheinlichkeit, Darth Vader oder Ronaldo im nächsten Päckchen zu haben, bei 1:49.000.000 liegt, überlege ich dreimal, ob ich dafür 3,99 Euro investieren möchte." Vor diesem Hintergrund brachte Scheyhing eine freiwillige Selbstverpflichtung der Entwickler ins Spiel. Das ganze Interview findet Ihr hier.

Statt Selbstverpflichtung

Blizzard indes verkündete am Montag 100 neue kosmetische Gegenstände für Overwatch, mit dabei auch legendäre Skins, also besonders aufwendig gestaltete äußerliche Veränderungen für die Helden. Damit das Ganze auch ein breites Publikum findet, veröffentlicht der Entwickler seit gestern täglich neue Items, die aus Lootboxen gezogen werden können. Dass an der Mechanik an sich nichts geändert werde, bestätigte Blizzard uns auf Anfrage.

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