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AndreasBraun
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23.11.17, 21:16

Angebot und Nachfrage

Ich war länger in der Szene als Spieler und Admin/Organisator tätig und verfolge das ganze seit grob einem Jahrzehnt.

Bis vor zwei Jahren hat FIFA im eSport doch keinen interessiert. Und das aus gutem Grund. Das Spiel weist beinahe jedes Jahr haarsträubende Schwächen und Bugs auf, viele Aspekte sind komplett intransparent und es die Kommunikation zwischen EA und der Spielerschaft ist nicht existent. Das vielsagende Schweigen rund um die 'dynamic difficulty' und der komplette Fokus auf den Pay2Win Modus Ultimate Team (der inzwischen auch in vielen der Ligen Standard ist) machen FIFA als kompetetiven Titel unglaubwürdig. Ich kann mich an die EPS-Finalspiele erinnern, wo der völlig überforderte Kommentator kaum hinterher kam die ganzen Bugs zu erklären mit denen die 'Profis' sich einander überlisteten.

'Profis' waren das übrigens nicht wirklich. Man konnte sich ein Taschengeld dazu verdienen, wenn man in den 2-3 relevanten Turnieren im Jahr bis ins Finale kam, der Rest ging mehr oder weniger leer aus. Cheating Vorwürfe waren übrigens auch Gang und Gäbe. Erst in den letzten zwei bis drei Jahren sind die Preisgelder rasant gestiegen, bspw. beim FIWC von 20.000$ auf über 1mio $. Warum? Weil EA neidisch zu den Kollegen von Youtube und Twitch (Unterhaltung), sowie LoL und Dota (eSport Boom) blickt und sich auch hier ein Stück vom Kuchen verspricht. Sie kassieren sogar doppelt ab, denn ohne ein gutes Team kann man im UT keine Ergebnisse erzielen und sich entsprechend nicht für die hochkarätigen Turniere qualifizieren bzw. sich dort durchsetzen (s. Deto).

Der 'Weltmeister' Spencer Ealing hatte im übrigen anfangs versucht sich ohne Investitionen im FIFA 18 durchzusetzen und hat das Experiment nach 17 Spielen abgebrochen, weil er bereits zu diesem Zeitpunkt zu viele Niederlagen und nervenaufreibende Verlängerungssiege gesammelt hatte. Nicht gegen andere Profis wohlgemerkt, sondern gegen Gold/Silber Spieler (das Matchmaking ist sicher nochmal ein Thema für sich). Nachdem er 8000 Pfund in Fifa Points investierte lief es dann wieder besser.

FIFA eSport ist letztlich ein weiteres Werbewerkzeug um Umsatz für einen Modus zu erzeugen, welcher über 2m$ reinen GEWINN am Tag einbringt. Soviel macht die ESL vllt. in einem Jahr, wenn überhaupt. Da kann man einfach nicht konkurrieren. Und die Spieler, welche jahrelang dankbar die 25-50€ Beträge von den Ligen und Turnieren der ESL mitgenommen haben, können plötzlich um sechsstellige Beträge antreten. Von daher sollte jemand wie Deto sich als letzter einen Verein/Sponsoren suchen und sich damit abfinden, dass sein 'eSport' eben Investitionen am Anfang des Jahres beinhaltet.

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