eSport-Investor Hilgers ist sich sicher

"50 Prozent des realen Sports werden eSport!"

von Holm Kräusche am 19.10.2017 um 09:44

Jens Hilgers ist schon seit über 20 Jahren im eSport aktiv. Einst war er Mitgründer der ESL - heute hat Hilgers gemeinsam mit einem Geschäftspartner einen 25 Millionen Euro schweren eSport-Fonds aufgelegt und investiert in vielversprechende Projekte der Branche. Im kicker eSport-Interview ist er sich sicher: eSport wird große Teile des traditionellen Sports ersetzen.

eSport-Investor Jens Hilgers vertritt eine steile These.
eSport-Investor Jens Hilgers vertritt eine steile These.
© kicker eSportZoomansicht

"Wir investieren mit Cash und mit unseren Ressourcen, unserer Energie", sagt Hilgers auf unsere Frage, was sein Fonds "Bitkraft" eigentlich tut. In einem geschlossenen Investmentfonds legt eine begrenzte Anzahl Anleger Geld an. Der Fonds seinerseits investiert in vielversprechende Unternehmen und wird am Gewinn dieser beteiligt. Hilgers berät die Unternehmen und baut sie zum Teil selbst auf. Sechs seiner 15 Projekte stammen demnach direkt aus den eigenen Reihen.

Der Name ist unwichtig

Dem Investor ist es egal, ob jemand die Sportart "eSport" nennt oder wie auch sonst immer, er "liebe es, wie wir mit Computerspielen Unterhaltung definieren." Er wolle eSport-Teams aufbauen und gutes Entertainment für die Zuschauer bieten. Wie dieses "Entertainment-mit-Teams" heiße, sei ihm völlig egal. Anders als die Analysten beim Kongress Digital Sports & Entertainment, wo Hilgers als Referent auftrat, hat er eine weniger zahlengetriebene Sicht auf die Zukunft: "Die Frage nach Wachstum und wo wir stehen im eSport, die beantworte ich typischerweise nicht mit Prozentzahlen und hinterlege die mit Daten. Ich habe vor 20 Jahren mit dem eSport angefangen und alles hat deutlich länger gedauert, als ich geglaubt habe." eSport sei "noch immer überhypt", werde zwar so weitreichend werden, wie allgemein prognostiziert, aber nicht so schnell. "Heute will ich mich nicht hinstellen und sagen: Morgen ist alles doppelt so groß."

eSport übernimmt

Und der eSport-Veteran ist von einer Sache ganz besonders überzeugt: "Ich glaube, dass wir in den nächsten 10, 20, 30 Jahren zu einem Punkt kommen werden, wo 50 Prozent der Sports- und Sportentertainment-Industrie eSport als Basis sehen." Wann das genau passieren würde, weiß der Investor allerdings nicht. Das sei abhängig von zu vielen Faktoren, so könnten zwei richtig große Spiele die Entwicklung beschleunigen, Hindernisse diese deutlich verzögern. Dennoch glaubt Hilgers: "50 Prozent des traditionellen Sports werden eSport!" Und daran arbeitet er jeden Tag.

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