Magdeburgs Workshop für eSport-Coaches

eSport: Training für Trainer

von Christian Mittweg am 28.03.2017 um 11:17

Magdeburg eSports e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den eSport in Deutschland und besonders den Amateurbereich zu fördern. Zu diesem Zweck fand am vergangenen Wochenende ein Trainerworkshop in Magdeburg statt. Denn echte Trainer mit Lizenzen und Fachwissen sind noch immer selten im eSport. Wir sprachen mit Martin Müller, dem Vorsitzenden des Vereins, über das Projekt.

Magdeburg eSports möchte Trainer im eSport fördern.
Magdeburg eSports möchte Trainer im eSport fördern.
© Magdeburg eSports e.V.Zoomansicht

Der Trainer-Workshop in Magdeburg entstand aus einer Notlage. "Leider gab es bisher kaum passende Angebote und daher haben wir selbst den Workshop konzipiert", erklärte Müller die Einschätzungen des Magdeburger eSport-Vereins. Deswegen führte der Verein am vergangenen Wochenende ein erstes Pilotprojekt durch, mit eigenen Ansprüchen und Interessen: "Das Ziel unseres Pilotprojekts ist es, Trainern für Breiten(e)Sport eine Grundausbildung in den Bereichen grundlegenden Trainerfähigkeiten, Verletzungsprävention, Teamführung und Teambuilding zu vermitteln." Verantwortlich dafür waren die Trainer Marc 'Maki' Schneider, Max Brömel von Mentori und Tobias Benz von Euronics Gaming. Außer dem Erreichen der übergeordneten Ziele gingen sie am ersten Tag des Workshops "zusätzlich noch auf verschiedene League of Legends spezifische Aspekte (Lanetraining, Supporttraining, Shotcalling), Emotionskontrolle und Persönlichkeitsbildung für Trainer und Spieler ein". An Tag zwei des Wochenendes stand der praktischen Bereich auf dem Stundenplan und die angereisten Trainer hatten die Chance, ihre neu erlangten Fähigkeiten zu erproben: "Die Trainer selbst konnten durch die Arbeit mit den Teams Erfahrungen im Präsenztraining sammeln und ihre Schwächen und Stärken direkt austesten."

Deutschland mit Nachholbedarf

Themen, wie Teamführung und Emotionskontrolle wurden neben den spielspezifischen Inhalten behandelt.
Themen, wie Teamführung und Emotionskontrolle wurden neben den spielspezifischen Inhalten behandelt.
© Magdeburg eSports e.V.Zoomansicht

"Im Breiten(e)Sport sind Trainer noch nicht so weit verbreitet und zeichnen sich eher durch Passion und Erfahrung aus." Mit diesen Worten fasst Müller die Trainer der Amateurszene in Deutschland zusammen. Ein Missstand, denn Coaches gehören in normalen Sportvereinen zur Grundausstattung und müssen zumeist mehrere Trainerfortbildungen durchlaufen. Auch ein Erste-Hilfe-Schein ist bei den meisten Traineranstellungen Voraussetzung. Das gibt es im eSport nicht, denn "durch die vorherrschende Clanstruktur und dem kleinen Teil der professionellen Strukturen, hat sich bisher keine große Sportvereinsszene entwickelt, die Wert auf den Aufbau von Strukturen legt." Müller führt weiterhin auf, dass es keinen Verband in Deutschland gibt und die Nachwuchsförderung schlichtweg nicht profitabel sei. Der Vorsitzende von Magdeburg eSports beabsichtigt dem zumindest teilweise beizukommen: "Durch unseren Workshop möchten wir die Grundlage für eine Fortbildung von interessierten Breiten(e)Sporttrainern legen. Gut ausgebildete Trainer können so die Nachwuchsförderung verbessern und insbesondere bei Ausbildungsangeboten sehen wir in Deutschland noch starken Nachholbedarf." Der erste Workshop war laut Müller aber bereits ein großer Erfolg und fand Gefallen bei den Teilnehmern. Er ist sich sicher, dass es auch in Zukunft wieder solche Events geben wird.

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